Fernsehen

Michael Wendler will Dinslaken "nach vorne bringen"

Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool

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Dinslaken. Schadet die Sat.1-Dokusap "Der Wendler-Clan" der Heimatstadt von Schlagerstar Michael Wendler? Dinslakens Bürgermeister Michael Heidinger will nach der ersten Folge und vernichtenden Kritiken mit einem Urteil noch warten. Von Dinslaken war im "Wendler-Clan" bislang wenig zu sehen.

Im Rathaus hielt man sich am Tag eins nach dem Start der Sat.1-Dokusoap „Der Wendler-Clan” noch zurück. Eine Beurteilung darüber, ob Dinslaken mit der sechsteiligen Serie zur besten Sendezeit im Privatfersehen gut oder schlecht wegkommt, war nach der ersten Folge kaum möglich. Man sah viel von der nicht gerade kleinen Villa des Schlagersängers – vor allem innen – und einiges von der Ruine an der Franzosenstraße, die „der Wendler” in ein Märchenschloss verwandeln will. Von Dinslaken an sich hörte man zwar, erkannte aber wenig.

Dafür waren die Urteile in Teilen der bundesdeutschen Medienlandschaft schon mal eindeutig. „Bild.de” stellte die Frage: „Wird das die peinlichste Soap aller Zeiten?” Und kam zu dem Schluss: „Wir wendlern uns voller Grausen ab.”

„In Dinslaken ist ein Becher Kakao umgefallen”

Immerhin: Wer dennoch mehr über Michael Wendlers Heimatstadt wissen will, für den gibt es einen Internetlink auf der Homepage des Boulevardblattes zu „dinslaken.de”. Medien-Kritiker Stefan Niggemeier hatte bereits vorab in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” (FAS) ein Resümee gezogen: „ . . . von dieser biederen und sehr gespielt wirkenden Dokusoap bleibt bestenfalls eine Redensart: In Dinslaken ist ein Becher Kakao umgefallen.”

Niggemeier spielt dabei auf die langatmige Szene an, in der Wendler-Tochter Adeline zu Mutters und Omas Entsetzen in der Küche ihr braunes Heißgetränk verschüttet. Geradezu vernichtend ist des TV-Kritikers Urteil, als er auf den Standort des Baustellenschildes für Wendlers Märchenschloss zu sprechen kommt: „In Oberlohberg, dem unsympathischen Teil Dinslakens . . .” Da fragt man sich, ob der Kollege sich jemals dorthin verirrt hat.

Bürgermeister will Kontakt zu Wendler aufnehmen

„Dinslaken ist eben nicht Dallas. Das wird einem spätestens dann bewusst, wenn der Clan zum Dinner einrückt. Zur Feier des Tages gibt es Pizza Calzone aus dem Pappkarton”, heißt es auf Welt online. Und in Anspielung auf die bis jetzt ausgesparte Schulden-Vorgeschichte Wendlers: „Der Pleitegeier kreist auch so schon in breiten Schwüngen über dieser Möchtegern-Seifenoper.”

Bürgermeister Michael Heidinger will „lieber erst noch abwarten”, welches Licht die Selbstdarstellung seines Vornamensvetters letztendlich auf Dinslaken wirft. „Grundsätzlich freut sich der Dinslakener Bürgermeister, wenn dabei für seine Stadt etwas Positives herauskommt”, reagierte Heidinger recht vage auf die NRZ-Anfrage. Zu gegebener Zeit wolle er Kontakt zu Wendler aufnehmen, der nach eigenen Worten „Dinslaken nach vorne bringen will”.

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