„Mittendrin“ im Moment

Dinslaken.   Einfach nur da sein, bei sich selber sein, nichts denken und den Moment spüren. Achtsamkeit nennt man dieses bewusste Leben im Augenblick im Buddhismus. Aber wie passt dieses Nichtstun und In-sich-selbst-ruhen zum Liedermachen? Der Kunst, die eben nicht Selbstzweck ist, sondern sich einmischt, aufrüttelt, Dinge zu bewegen versucht. Es geht. Text an Text steht beides nebeneinander. Schafft eine gelassene Distanz, ohne die Dinge nicht beim Namen zu nennen. Kordula Völker hat die Leichtigkeit für sich entdeckt. „Der Buddha swingt“ singt sie und alles andere ist davon angesteckt.

Einfach nur da sein, bei sich selber sein, nichts denken und den Moment spüren. Achtsamkeit nennt man dieses bewusste Leben im Augenblick im Buddhismus. Aber wie passt dieses Nichtstun und In-sich-selbst-ruhen zum Liedermachen? Der Kunst, die eben nicht Selbstzweck ist, sondern sich einmischt, aufrüttelt, Dinge zu bewegen versucht. Es geht. Text an Text steht beides nebeneinander. Schafft eine gelassene Distanz, ohne die Dinge nicht beim Namen zu nennen. Kordula Völker hat die Leichtigkeit für sich entdeckt. „Der Buddha swingt“ singt sie und alles andere ist davon angesteckt.

„Mittendrin“ zeichnete sie ihre aktuellen Lieder vor Publikum im Theater Halbe Treppe auf und „mittendrin“ findet man sich auch beim Hören der nun bei Kaktus Music 007 veröffentlichten gleichnamigen CD wieder: Zwischen dem Flug des Adlers, der als König der Lüfte frei und staatenlos ist, und der Liebe, die lacht und weint und vielleicht in Paris oder auch in Bremen oder Stuttgart, aber bitte, bitte nicht in Berlin wartet. Zwischen den Bäumen, deren Zweige sich berühren, die aber jeder für sich tief und fest in der Erde verwurzelt sind, und zwischen den Menschen, die darauf warten, dir zu helfen, wenn du dich nur überwindest, sie darum zu bitten. Aber auch zwischen der Moral, die sich in letzter Zeit einsam fühlt und schüchtern fragt, ob sie noch jemand kenne, und denen, die diejenigen am rechten Rand ködern, denen das Fressen notgedrungen vor eben jener Moral kommt.

Mit „Mittendrin“ trifft Kordula Völker ins Schwarze. Aber der Weg dorthin ist voller überraschender Wendungen wie das Labyrinth auf dem CD-Cover. Humorvoll, gerade wenn es um Liebesdinge geht. Es ist doch erstaunlich, was man so alles vergessen kann: Gründe zu lieben, die Technik zu lieben, Jochen zwischen den Kissen im Schlafzimmer.

Und dann ist da ja auch noch die „kleine Seele“, von der man im geschäftigen, alles konsumierenden Alltag vergessen hat, was sie Gutes von einem erwartet: Denken? Fühlen? Wie – nichts von alledem? Sie will nur atmen? Da ist es wieder, das Konzept der Achtsamkeit für einen selbst, das einen letztendlich für sich und für andere stärkt.

Denn früher wollte man unabhängig sein, heute ist man angepasst. Früher hat man für den Frieden demonstriert, heute wisse man, dass es sinnlos sei. Und das vielleicht beste Beispiel: Früher war die Milch nur lecker, heute ist sie lactosefrei. „Besser“ war es früher sicherlich nicht. Nur wurden Ideale anders wahrgenommen, ausgesprochen und damit bewusst gemacht. Heute neigt man eher dazu, sich zwischen Materialismus und Effizienz zu verlieren.

Kordula Völker thematisiert beides in ihren Liedern, regt so zum Nachdenken an. Dass ihr das noch mit einem Augenzwinkern und Musik zwischen Chanson und Swing gelingt, macht „mittendrin“ umso hörenswerter.

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