Flüchtlingsunterkunft

Mobilheime für Asylunterkunft kommen Ende April nach Voerde

Die vorgesehenen Unterkünfte für geflüchtete Menschen sollen Ende April auf einer Fläche Schwanenstraße bezogen werden können.

Foto: Markus Joosten

Die vorgesehenen Unterkünfte für geflüchtete Menschen sollen Ende April auf einer Fläche Schwanenstraße bezogen werden können. Foto: Markus Joosten

Voerde.   Mobile Wohnmodule an der Schwanenstraße: Sozialausschuss hat gegen die geänderten Pläne der Stadt nichts einzuwenden.

Ende April ist es soweit, dann können die an der Schwanenstraße vorgesehenen Unterkünfte für geflüchtete Menschen bezogen werden. In der Sitzung des Sozialausschusses hatte die Verwaltung über den aktuellen Sachstand informiert.

Demnach bieten die 17 Wohnmodule, die Voerde von der Stadt Hamminkeln erwirbt, Platz für 64 Personen. Erforderlich sei aber ein geändertes Aufstellungskonzept, so Bürgermeister Dirk Haarmann. Ursprünglich war geplant, die Gebäude in zwei Längsreihen aufzustellen. Nur werden jeweils zwei Module nebeneinander aufgestellt, zwischen den einzelnen Unterkünften ist Platz.

Verwaltung: Prozedere ist insgesamt einfach

Das Prozedere sei insgesamt einfach. In Hamminkeln, dort benötigt man die Wohnmobilheime nicht mehr, werden die Unterkünfte von den Ver- und Entsorgungsleitungen abgekoppelt, per Gabelstapler auf einen Tieflader geladen und nach Voerde gebracht, aufgestellt und wieder an die Versorgungsleitungen angeschlossen. Auch wenn die Module anders als bisher geplant aufgestellt werden, an der Größe der Fläche, die dafür genutzt wird und zwischen Kronprinzen- und Schwanenstraße liegt, ändert sich nichts.

Bei der von der Stadt durchgeführten Ausschreibung wurde kein Angebot abgegeben, dass zu dem vorhandenen Budget passte. „Die Angebotspreise lagen zirka 80 bis 100 Prozent über den vor kalkulierten Kostenansätzen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Deshalb wurde die Ausschreibung aufgehoben und wegen der Dringlichkeit anstelle einer erneuten Ausschreibung ein freihändiges Vergabeverfahren durchgeführt.

Im Voerder Rathaus hatte man mit Gesamtkosten in Höhe von 900 000 Euro kalkuliert, für Planung, Erwerb und Errichtung. Für die Mobilheime aus Hamminkeln sind zwischen 480000 bis 490000 Euro zu zahlen. Das hatte unlängst der Bürgermeister von Hamminkeln erklärt.

Die Wälle dienen als Sichtschutz

Neben dem geänderten Aufstellungskonzept gibt es eine weitere Änderung der bisherigen Planung. An einer Seite, hin zur vorhandenen Wohnbebauung, werde es keinen Wall geben. Die anderen beiden Aufschüttungen werden begrünt und dienen als Sicht- aber nicht als Lärmschutz, so die Verwaltung.

Die erworbenen Module können auch einer anderen Nutzung zugeführt werden. Die Wohnmobilheime sind zirka zwei Jahre alt und komplett eingerichtet beziehungsweise ausgestattet. Teilweise sind sie noch nicht benutzt gewesen. Gegenüber Sammelunterkünften haben sie durch ihre kleinere und abgeschlossene Raumaufteilung deutliche Vorteile hinsichtlich der Aufenthalts- und Wohnqualität. Der Auf- und Abbau sei leichter umzusetzen, so die Verwaltung.

Wohnheime sollen drei Jahre stehen bleiben

Drei Jahre bleiben die Wohnheime an der Schwanenstraße, danach können sie an einen anderen Standort gebracht werden. Sie könnten aber auch für andere Zwecke verwendet werden. Bekanntlich hatte der Rat beschlossen, dass in den nächsten Jahren an drei Stellen Flüchtlinge untergebracht werden sollen.

Neben der Schwanenstraße sind es zwei Standorte in Spellen, an der Scheltheide und an der Weseler Straße. Auch dort ist die Unterbringung von bis zu 64 Personen zeitlich begrenzt. Ob weitere Module angeschafft werden müssen, hänge davon ab wie viele Menschen untergebracht werden müssen, sagte Bürgermeister Haarmann auf Nachfrage. Angedacht ist, dass man die drei Standorte nicht parallel brauche, dann würde man die Module abbauen und am nächsten Standort wieder aufstellen.

Keine Gegenstimmen im Sozialausschuss

Jedes Wohnmobilheim verfügt über einen eigenen Eingang, Sammelduschen oder eine Gemeinschaftsküche sind auch nicht erforderlich. Die Module bieten vier bis sechs Personen Platz, haben eine eigene Küche, eine eigene Dusche und Toilette.

Bei der Abstimmung gab es keine Gegenstimmen. Das letzte Wort hat der Rat, der am Dienstag, 20. März, tagt.

>> NEUE BENUTZUNGSSATZUNG

  • Einstimmig wurde die Empfehlung ausgesprochen, dass der Rat die Neufassung der Benutzungs- und Gebührendsatzung für die Übergangsheime sowie für die Obdachlosenunterkünfte in der Stadt Voerde beschließen soll. Die Verwaltung rechnet mit Mehreinnahmen in Höhe von 10 000 Euro.
  • Flüchtlinge und Obdachlose dürfen in den städtischen Unterkünften kein Haustier halten. In beiden Satzungen ist ein entsprechendes Verbot enthalten. Wie die Verwaltung auf Nachfrage erklärte, habe es in den Obdachlosenunterkünften massive Probleme mit Haustieren gegeben.

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