Altweiberfastnacht

Rathäuser in Dinslaken, Voerde und Hünxe in Hand der Narren

Oh weh, die jecken Weiber haben das Dinslakener Rathaus erobert! Der Schlips von Bürgermeister Michael Heidinger musste zuerst dran glauben.

Oh weh, die jecken Weiber haben das Dinslakener Rathaus erobert! Der Schlips von Bürgermeister Michael Heidinger musste zuerst dran glauben.

Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken/Voerde/Hünxe.   Nur Dinslakens Bürgermeister leistete den Möhnen hartnäckig Widerstand. In Voerde und Hünxe hatten die jecken Weiber hingegen leichtes Spiel.

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Die Herren Bürgermeister in Dinslaken, Voerde und Hünxe mussten sich gestern warm anziehen: Die jecken Weiber kamen, brachten Sonnenschein und Eiseskälte mit und forderten kunterbunt und laut Einlass in die Rathäuser.

Zumindest in Dinslaken mussten sie dafür einige Hürden nehmen, dort verschanzte sich der Bürgermeister, der sein Rathaus nicht in Närrinenhand sehen wollten, so gut es ging. Hünxes Bürgermeister Dirk Buschmann rief zwar kurz „Hilfe, Hilfe“, doch dann ließ er die Närrinnen ein. In Voerde setzte das Stadtoberhaupt indes auf eine ganz andere Verteidigungsstrategie.

Mit einem plüschrosa Rammbock

In Dinslaken hatten die Möhnen den weitesten Weg. Einen Parcours mussten sie auf der Willi-Dittgen-Steige bewältigen – und standen dann doch vor verschlossenem Burgtor! Die Weiber hatten aber gute Argumente: Mit einem plüschrosa Rammbock gaben sie der Tür zum Burghof den Rest – und holten sich den Rathausschlüssel.

Altweiber: Rathaussturm in Dinslaken, Voerde und Hünxe

Zu Altweiber erobern die Möhnen traditionell die Rathäuser - in Dinslaken gab es viel Gegenwehr. In Voerde und Hünxe hingegen weniger.
Altweiber: Rathaussturm in Dinslaken, Voerde und Hünxe
Anja Hasenjürgen, Petra Keßler und Ann-Christin Fürbach

Die Trophäe landete kurz darauf in der NRZ-Redaktion. Denn das Stadt-Prinzenpaar des HCC, Prinzessin Sabine I. und Prinz Hardy I., der an diesem Tag laut Sabine „nur schmückendes Beiwerk“ war, stärkten sich nach der anstrengenden Eroberung in unseren Räumen!

Mit leichter Munition und mit weichen Barrikaden

In Voerde dagegen hatten die Jecken „freien Eintritt“ ins Rathaus. Nichts und niemand stellte sich ihnen entgegen. Zu sehr hallte offenkundig noch das Aufbäumen der Verwaltung gegen die jecken Weiber im vergangenen Jahr nach, als Bürgermeister Dirk Haarmann (diesmal in knallrotem Karo-Anzug) und seine Mannschaft mit leichter Munition und mit weichen Barrikaden dem Jecken-Sturm aufs Rathaus standzuhalten versuchten und sich am Ende doch geschlagen geben mussten.

Rammbock mit Turnschuhen, Ballons und Fußball

Die jecken Weiber in Hünxe hatten ihren Rammbock passend zum diesjährigen Motto rund um die strittige Umgestaltung des Sportplatzes in Bruckhausen präpariert – mit Turnschuhen, Ballons und Fußball vorneweg.

Ab 16.11 Uhr versuchten sie sich Kirchenlieder singend („Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“) Einlass zu verschaffen. Bürgermeister Dirk Buschmann zögerte zwar einen Moment, ehe er zaghaft die Tür öffnete – „wir wollen rein“, schallte es ihm entgegen — und nach ein paar kurzen Hilferufen, ohne viel Gegenwehr, gab er auch schon den Weg ins Rathaus frei.

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