AUSSTELLUNG

Museum Voswinckelshof zeigt Schätze der Reformation

Gestern wurde die Reformationsausstellung im Museum Voswinckelshof eröfffnet. Museumsleiter Dr. Peter Theißen begrüßte zahlreiche Gäste und führte in das Thema ein. Die Ausstellung wurde zwei Jahre lang vorbereitet.

Foto: Markus Joosten

Gestern wurde die Reformationsausstellung im Museum Voswinckelshof eröfffnet. Museumsleiter Dr. Peter Theißen begrüßte zahlreiche Gäste und führte in das Thema ein. Die Ausstellung wurde zwei Jahre lang vorbereitet. Foto: Markus Joosten

Dinslaken.   Am Tag des offenen Denkmals eröffnete das Stadthistorische Zentrum in Dinslaken die Ausstellung „500 Jahre Reformation im Land Dinslaken.

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„Macht und Pracht“ lautet das Motto des diesjährigen Tages des offenen Denkmals. Und „Macht und Pracht der Kirchenfürsten war auch der Auslöser für die Reformationen, deren Ausstellung wir heute eröffnen“, so Museumschef Dr. Peter Theißen gestern. 500 Jahre Reformation im Land Dinslaken – ein Ausstellungsprojekt des Stadthistorischen Zentrums mit zahlreichen Exponaten, darunter einige wahre Schätze wie eine Erstausgabe der Luther-Bibel von 1541, die Weseler Geusenbecher, Leihgaben des Museums Burg Linn, des Stiftsmuseums Xanten, verschiedener Kirchen in Wesel, Voerde und Hünxe.

Bürgermeister: „Die Reformation hat die Welt verändert“

Schon lange vor Luther habe es Reformationsbestrebungen in der katholischen Kirche gegeben, sie alle scheiterten. Erst Martin Luther

gelang es, dank der Erfindung des Buchdruckes, seine Thesen, Gedanken und Schriften im ganzen Land bekannt zu machen. „Was dann folgte, konnte Luther nicht ahnen“, resümierte Bürgermeister Michael Heidinger. „Die Reformation hat die Welt verändert, die Religion war plötzlich nicht mehr nur eine reine Privatangelegenheit.“ Und damit auch ein Zankapfel, der zu Kriegen führte, die sich heute als 80-jähriger Krieg darstellen. Mit wenigen Ausnahmen aber verlief die Reformation im Kreis Kleve, zu dem das Land Dinslaken gehörte, mehr oder weniger friedlich.

Ein Stück Klevisches Erbe im Grundgesetz

Denn eine Reform der Kirche war bereits im Gange, als Luthers Gedanken den Niederrhein erreichten. Die Humanisten Heeresbach, Mercator, Vlatten und andere prägten mit ihren Lehren und Ansichten das Herzogtum Kleve. Hinrichtungen, wie andererorts, gab es fortan im Herzogtum Kleve nicht mehr. „Es gilt, Irrtümer auszurotten, nicht Menschen“, so die Meinung des Humanisten Heeresbach. Andersgläubige mussten hier nicht ihre Heimat verlassen, in Kleve ging man einen eigenen Weg, den der „Klever Toleranz“.

„In unserem Grundgesetz mit seiner Religionsfreiheit steckt ein Stückchen Klevisches Erbe“, ist sich Sepp Aschenbach, einer der Organisatoren der Ausstellung, sicher. Superintendent Friedhelm Waldhausen geht sogar einen Schritt weiter, sieht die Ausstellung als Brückenschlag zum Heute, denn „die Ausstellung hält uns nicht in der Vergangenheit gefangen, sondern zeigt Verbindungen zur Gegenwart auf und schlägt sogar einen Bogen in die Zukunft“.

Die Ausstellung wird seit 2014 vorbereitet

Bereits 2014 sei die Idee zu einer Ausstellung im Reformationsjahr gekommen. Seither suchten und sammelten Sepp Aschenbach, Pastor i.R., Stadtarchivarin Gisela Marzin und Dr. Peter Theißen Material für die Ausstellung. Und die löste Begeisterung bei den zahlreichen Gästen aus. „Die Reformation im historischen Land Dinslaken zu erforschen, bedeutet, einen eigenen Weg nachzuvollziehen. Luther und Calvin waren nie am Niederrhein, dennoch haben sie hier ihre Spuren hinterlassen“, führt Gisela Marzin in die Ausstellung ein, die von Gabriele Sowa mitgestaltet wurde. Sie sorgte dafür, dass die Lutherbibel, die Abendmahlskelche und die zahlreichen Stiche und Urkunden ins rechte Licht gerückt wurden. Da gibt es den Palandt-Kelch, 1653 gestiftet, eine Original-Ablasstruhe, den Kürrassier-Helm eines spanischen Soldaten, eine Hakenbüchse, die Unions-Münze, die Gasthaus-Figur des St. Martin und mehr zu entdecken. Selbst „Luther“ kommt digital zu Wort.

>> ÖFFNUNGSZEITEN

Die Ausstellung ist bis zum 19. November im Voswinckelshof zu sehen. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Auch das Stadtarchiv wird einige Exponate zeigen. Öffnungszeiten: Dienstag und Mittwoch, 8 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr. Ferner bietet das Stadthistorische Zentrum auch pädagogische Angebote an. Weitere Infos unter www.stadtmuseum-dinslaken.de und www.reformation-dinslaken.de .

Liebevoll gestaltet mit der Information über die einzelnen Exponate und die Reformation im Land Dinslaken ist ein Begleitkatalog zur Ausstellung. Er ist für fünf Euro im Museum erhältlich. Interessierte können sich so daheim noch einmal in die Ausstellung vertiefen, erleben unter anderem die Hogenberg Stiche, eingebunden in die Kriegsereignisse der damaligen Zeit in Spellen.

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