Nazi-Symbolik

Nazi-Symbole an Bäumen in Voerde: Staatsschutz eingeschaltet

Die Stadt Voerde hat die Nazi-Symbole übermalt.

Die Stadt Voerde hat die Nazi-Symbole übermalt.

Foto: aha / nrz

Voerde/Dinslaken.  Bäume im Wohnungswald wurden mit Hakenkreuz und Hitlergruß besprüht. Die Stadt Voerde handelte unbürokratisch. Staatsschutz ist eingeschaltet.

Unbekannte haben einen Baum im Wohnungswald mit Nazisymbolen besprüht. Auf der Rinde des Baums am Hauptweg zwischen der Helenenstraße in Dinslaken und der Dinslakener Straße in Voerde prangten ein Hakenkreuz und die Zahl „88“, die Neonazis als Symbol für den Hitlergruß benutzen.

Verfassungsfeindliche Symbole sind verboten

Das Verwenden und Verbreiten von Kennzeichen verfassungswidriger und ehemaliger nationalsozialistischer Organisationen ist nach dem deutschen Strafrecht verboten. Dazu gehört neben dem Hakenkreuz auch etwa das Zeigen des Hitlergrußes. Tätern drohen Strafen von der Geldstrafe bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. Der Baum, so sagt Timm Wandel, Sprecher der Kreispolizeibehörde, ist ein Fall für den Staatsschutz.

Die Stadt Voerde handelte

Zunächst fühlte sich niemand für den mit blauer Farbe verschandelten Baum zuständig. Die Stadt Dinslaken verwies auf die Stadtgrenze zur Voerde, die genau an der Helenenstraße entlang läuft. Der Wohnungswald befinde sind im Besitz der Steag, erklärte zunächst die Stadt Voerde auf Nachfrage der NRZ.

Bis Nicole Johann, Erste Beigeordnete der Stadt Voerde, davon erfuhr. Sie informierte Die Polizei und schickte sofort jemanden in den Wohnungswald, um die Nazisymbole zu entfernen. Die Mitarbeiter der Stadt Voerde übermalten die Schmierereien mit baumfreundlicher weißer Farbe. Dem Baum ist fast nichts mehr anzusehen. Auch auf einem anderen Baum fanden die Mitarbeiter des Ordnungsamtes Nazisymbolik und beseitigten diese ebenfalls.

„Das ist keine Kleinigkeit“

Ob nun die Steag als Besitzerin des Waldes für die Entfernung verantwortlich sei, war der Beigeordneten dabei gleichgültig. „Das ist keine Kleinigkeit“, sagt Nicole Johann, „da bin ich ganz empfindlich. Wenn uns von der öffentlichen Ordnung solche Symbole bekannt werden, haben wir sofort zu reagieren.“ Gerade „in der heutigen Zeit muss man damit sehr sensibel umgehen und aktiv werden.“ Selbstverständlich, so Nicole Johann, gehören in einem solchen Fall Staatsschutz und Polizei eingeschaltet.

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