Beigeordnetenstelle

Nicole Johann soll Technische Beigeordnete in Voerde werden

Die Fraktionschefs Uwe Goemann (SPD), Ingo Hülser (CDU) und Stefan Meiners (Grüne, v.r.) stellten gestern Nicole Johann als ihre Kandidatin für die Technische Beigeordnetenstelle vor.

Die Fraktionschefs Uwe Goemann (SPD), Ingo Hülser (CDU) und Stefan Meiners (Grüne, v.r.) stellten gestern Nicole Johann als ihre Kandidatin für die Technische Beigeordnetenstelle vor.

Foto: Erwin Pottgiesser

Voerde.   SPD, CDU, Grüne und FDP haben sich auf 53-Jährige als Nachfolgerin von Wilfried Limke geeinigt. Wahl durch den Rat soll im April 2019 erfolgen.

SPD, CDU, Grüne und FDP, die im Stadtrat 38 von insgesamt 42 Stimmen halten, haben sich im Verfahren um die Besetzung der Technischen Beigeordnetenstelle auf einen gemeinsamen Vorschlag geeinigt und schaffen damit frühzeitig Fakten: Die Nachfolge von Wilfried Limke, der zum 31. August 2019 in den Ruhestand ausscheiden wird, soll die noch bei der Stadt Bocholt beschäftigte Nicole Johann antreten. Das haben am Mittwochnachmittag die Fraktionsvorsitzenden Uwe Goemann (SPD), Ingo Hülser (CDU) und Stefan Meiners (Grüne) im Beisein Johanns vor Vertretern der Presse verkündet. Die Fraktionschefin der Liberalen, Michaela Niewerth, war verhindert.

Die Wahl der neuen Technischen Beigeordneten durch den Stadtrat ist frühestens sechs Monate vor Ausscheiden des Amtsinhabers möglich und soll in der Sitzung am 2. April 2019 erfolgen. Die Bekanntgabe knapp vier Monate vorher begründete Goemann unter anderem damit, dass diejenigen, die im Verfahren waren, „frühzeitig erfahren, wer es wird“. CDU-Fraktionschef Hülser erinnerte an das in Voerde ehedem praktizierte Vorgehen, dass Christ- und Sozialdemokraten wechselseitig Kandidaten für Beigeordnetenstellen vorgeschlagen hätten. Das habe die letzten beiden Male nicht so gut funktioniert.

„Strategische parteipolitische Ziele nicht entscheidend“

Umso schöner sei es, dass jetzt ein gemeinsamer Vorschlag gelungen sei, sagte Hülser, der später noch konstatierte, dass strategische parteipolitische Ziele bei der Besetzung des Postens keine entscheidende Rolle gespielt hätten. Stelleninhaber können für Parteien möglicherweise als Bürgermeisterkandidaten interessant sein. Zur Erinnerung: Bei der Kommunalwahl 2014 hatte die CDU die damalige Beigeordnete und Kämmerin Simone Kaspar gegen Dirk Haarmann (SPD) in das Rennen um den Rathaus-Chefsessel geschickt.

13 Kandidaten hatten sich für die Stelle des Technischen Beigeordneten bei der Stadt Voerde beworben, zwei konnten sich am Ende den fünf Fraktionen im Stadtrat, SPD, CDU, Grüne, WGV, FDP sowie Einzelvertreter Hans-Peter Bergmann (parteilos) vorstellen. Nicole Johann, bei der er „inhaltlich und fachlich ohnehin keine Diskussion“ sah, habe überzeugt und seine Fraktion direkt begeisterungsfähig mitgenommen, kommentierte Uwe Goemann die Vorstellung der 53-Jährigen. Für Ingo Hülser war eine zentrale Frage, wie die beiden Kandidaten – „zwei hervorragende Bewerber“ – in das Rathaus (ein Stichwort: Mitarbeitermotivation) hineinzuwirken vermögen. „Da konnte Frau Johann uns deutlich überzeugen.“ Stefan Meiners führte unter anderem die „starke Verwurzelung“ der Limke-Nachfolgerin in Voerde an und dass sie sich „als Dienstleisterin der Bürger“ sehe.

Nicole Johann ist in Friedrichsfeld verwurzelt

Nicole Johann ist in Friedrichsfeld aufgewachsen. Ihre Eltern betrieben an der Poststraße das Fahrradgeschäft Knopf. Nach dem Besuch des Voerder Gymnasiums absolvierte sie zunächst eine Ausbildung als Vermessungstechnikerin, begann dann an der Uni Bonn das Studium der Geodäsie mit der Vertiefung Bodenwirtschaft und Bodenordnung. Im Anschluss absolvierte sie bei der Bezirksregierung Münster das Referendariat für den höheren technischen Verwaltungsdienst mit den Schwerpunkten Landesplanung und Städtebau. Danach ging es zum Kreis Borken, seit 2010 ist Nicole Johann bei der Stadt Bocholt im Fachbereich Grundstücks- und Bodenwirtschaft tätig und Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte.

Die 53-Jährige, Mutter zweier erwachsener Kinder, steht als designierte neue Technische Beigeordnete der Stadt Voerde vor der Mitgestaltung großer Projekte: Eines ist die Folgenutzung des stillgelegten Kraftwerksgeländes. Johann hatte im September, als die Bewerbungsfrist für die Wiederbesetzung des technischen Dezernates noch lief, an der Infoveranstaltung von SPD, CDU, Grünen und FDP zu dem Thema teilgenommen, um zu sehen, wie Verwaltung arbeitet, wie Politik in Voerde tickt. Für Johann, die in Rees lebt, ein Meilenstein im Entscheidungsprozess, sich für die Limke-Nachfolge zu bewerben. „Ja, ich verstehe die Sprache“, habe sie nach der Veranstaltung gedacht. Die Entwicklung des Kraftwerksareals sieht sie als „Riesenchance für Voerde“.

Die Frage, ob Nicole Johann wie Wilfried Limke auch Erster Beigeordneter, sprich allgemeine Vertretung des Bürgermeisters, wird, soll, so kündigte Goemann an, zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden. „Frau Johann hat sich auf die Stelle der Technischen Beigeordneten beworben“, betonte er.

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