Gewässerverunreinigung

Noch ein Ölfilm auf dem Rhein nahe dem Voerder Kraftwerk

In den vergangenen zehn Tagen wurden im Bereich des Kraftwerks Voerde vier Mal Gewässerverunreinigungen gemeldet.

In den vergangenen zehn Tagen wurden im Bereich des Kraftwerks Voerde vier Mal Gewässerverunreinigungen gemeldet.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Voerde  Vier Fälle in zehn Tagen: Die Ursache für die Verunreinigungen auf dem Rhein in der Nähe des stillgelegten Kraftwerks Voerde ist weiter unklar.

. Zuletzt noch am Mittwoch dieser Woche (12. Juni) ist auf dem Rhein in der Nähe des stillgelegten Steinkohlekraftwerks von Steag und RWE erneut ein Ölfilm gemeldet worden. Das teilte die Bezirksregierung Düsseldorf am Freitag auf Anfrage der NRZ mit. Damit hat es innerhalb der vergangenen zehn Tage insgesamt vier Fälle ausgemachter Verunreinigungen auf dem Fluss in Höhe der im Frühjahr 2017 abgeschalteten „Stromfabrik“ gegeben. Der Ölfilm sei an verschiedenen Tagen „in unterschiedlicher Ausdehnung im Bereich zwischen den Rheinkilometern 799 und 818“ festgestellt worden, erläuterte Dagmar Groß, Sprecherin der Bezirksregierung Düsseldorf. Rheinkilometer 799 liegt im Voerder Stadtteil Möllen, etwa in der Höhe, wo der Lohberger Entwässerungsgraben in den Fluss fließt und nahe der südlichen Grundstücksgrenze des ehemaligen Industriebetriebes. Rheinkilometer 818 befindet sich auf Weseler Gebiet vis-à-vis der „Gravinsel“.

Vier Meldungen über Verunreinigungen in den vergangenen zehn Tagen

Im Detail gab es laut Bezirksregierung in den vergangenen zehn Tagen neben der jüngsten am 12. Juni noch die folgenden drei Meldungen: am 5. Juni wurde ein Ölfilm auf dem Rhein zwischen Rheinkilometer 799,3 und 799,9 (rechtes Ufer, Kraftwerk Voerde) ausgemacht, am 6. Juni zwischen Rheinkilometer 799 und 810 (rechtes Ufer, Bereich Spellen) sowie am 9. Juni auf dem rechten Ufer zwischen Rheinkilometer 799 und 807 (zwischen Mehrum und Ork, unweit der Stelle, wo der Mommbach in den Rhein fließt) und weiter auf der ganzen Strombreite bis zum Rheinkilometer 818. Über die jeweilige Ursache sei noch nichts bekannt. Eine Verschmutzung im Hauptstrom verteile sich durch die Fließgeschwindigkeit des Rheins in diesem Bereich – etwa 3,5 Kilometer pro Stunde – „relativ schnell“, in Randbereichen langsamer, so Groß. Die festgestellten Verunreinigungen seien mittlerweile also weitestgehend nicht mehr auffindbar. Seit der letzten Meldung am 12. Juni waren am Freitag 48 Stunden vergangen, sprich 168 Kilometer Fließweg zurückgelegt, wie die Sprecherin der Bezirksregierung Düsseldorf weiter ausführte.

Eine Vermutung: Quelle liegt auf dem früheren Industriegelände

Noch ist nicht klar, woher die Gewässerverunreinigungen kommen. Eine Vermutung geht dahin, dass die Quelle auf dem früheren Kraftwerksgelände in Möllen liegen könnte. Dort gibt es zwei Abwasservorsorgebecken, die ein gemeinsames, zum Rhein führendes Einleitungsrohr haben. Dieses wurde nach Angaben der Polizei, die wegen des Straftatbestands der Gewässerverunreinigung ermittelt, vorsorglich, als „Vorsichtsmaßnahme“, mit einem Schieber verschlossen.

Messergebnisse der Proben stehen noch aus

In besagter Abwasservorsorgeanlage „fließen alle Niederschlagswässer des ehemaligen Kraftwerks zusammen“, bevor sie in Richtung des Flusses abgegeben würden, erklärte Behördensprecherin Dagmar Groß am Freitag weiter. Aus dieser Anlage seien die Proben entnommen worden, die mit jenen der Verunreinigung auf dem Rhein verglichen würden. Die Messergebnisse stehen noch aus.

Bezirksregierung: Keine Gefährdung der Trinkwasserversorgung

Eine mögliche Gefährdung des Trinkwassers durch die Gewässerverunreinigung bestand der Bezirksregierung zufolge nicht. Stromabwärts unterhalb des Rheinkilometers 799 seien in Deutschland eine Trinkwassergewinnungsanlage – das von den Stadtwerken Dinslaken betriebene Wasserwerk Löhnen – und weitere in den Niederlanden zu berücksichtigen. Generell entscheide der jeweilige Wasserwerksbetreiber abhängig von der Art und der Konzentration des Schadstoffs und der Art der Wassergewinnung, ob bei Verunreinigungen auf dem Fluss Gegenmaßnahmen erforderlich seien. Im konkreten Fall habe für das Wasserwerk Löhnen „keinerlei Beeinflussung oder gar Gefährdung der Trinkwasserversorgung“ bestanden.

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