Pandemie

Corona-Lockerungen für Schulen und Kitas im Kreis Wesel

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Corona: Das gilt wenn die Notbremse fällt

Corona: Das gilt wenn die Notbremse fällt

Die Notbremse ist die bundeseinheitliche Regelung zur Eindämmung der dritten Pandemiewelle. Bei einer stabilen Inzidenzrate von unter 100 Neuinfektionen wird sie aufgehoben. Dann können die Menschen wieder mehr Freiheiten genießen.

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Kreis Wesel.  Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis Wesel sinkt nachhaltig, deswegen kehren die Schulen in den Wechselunterricht zurück. Regelbetreuung in Kitas.

Die Corona-Regeln für die Schulen und die Kitas im Kreis Wesel werden gelockert. Ab Montag (10. Mai) kehren alle Schulen vom Distanz- in den Wechselunterricht zurück - die Schülerinnen und Schüler werden also abwechselnd zuhause und in den Schulen unterrichtet. Die Kindertageseinrichtungen kommen aus der Notbetreuung in den "eingeschränkten" Regelbetrieb zurück. Das kündigte die Kreisverwaltung am Donnerstag in einer Mitteilung an. Möglich wird das durch die sinkende Sieben-Tage-Inzidenz, die seit dem 30. April unter dem entscheidenden Grenzwert von 165 liegt. Die Regeln gelten im Rahmen der bundesweit einheitlichen Corona-Notbremse.

Seit Donnerstag (6. Mai) gilt bereits im Einzelhandel wieder die sogenannte "Click and Meet"-Regelung. Das heißt: Auch Geschäfte, die nicht zum täglichen Bedarf gehören, dürfen wieder Terminshopping anbieten. Kunden brauchen einen aktuellen, negativen Corona-Test oder müssen nachweislich immun gegen das Virus sein (mehr dazu unten im Text). Die Geschäfte müssten wieder schließen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei Werktagen hintereinander über 150 klettert. Das sieht die einheitliche Notbremse in Deutschland vor.

Diese Regelungen bleiben im Kreis Wesel bestehen

Kultur- und Freizeit-Präsenzveranstaltungen sind weiterhin verboten, die Gastronomie bleibt geschlossen (Lieferservice erlaubt), bei Friseuren und Fußpflege muss zusätzlich zum Tragen einer FFP2-Maske auch ein tagesaktueller, negativer Schnelltest vorgelegt werden. Individualsport mit maximal zwei Personen oder dem eigenen Haushalt ist im Freien erlaubt, ebenso Gruppensport für fünf Kinder bis 14 Jahre. Die Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr bleibt bestehen.

Corona im Kreis Wesel: Das gilt für Geimpfte und Genesene

Im Kreis Wesel sind bereits am Montag (3. Mai) erste Lockerungen für vollständig gegen Corona geimpfte Menschen in Kraft getreten. Konkret bedeutet das, dass Geimpfte und auch vom Virus Genesene keine Corona-Tests mehr benötigen, wo sie derzeit verpflichtend sind. Vorteile haben Geimpfte und Genesene etwa beim „Click and Meet“ im Einzelhandel oder beim Friseurbesuch. Dort bekommen Kunden im Moment eigentlich nur Zutritt, wenn sie einen höchstens 24 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können.

Diese Testpflicht entfällt nun ab Montag für diejenigen, die seit 14 Tagen einen vollständigen Impfschutz haben oder durch einen mindestens 28 Tage alten sowie maximal sechs Monate zurückliegenden positiven PCR-Test nachweisen können, dass sie bereits eine Corona-Infektion überstanden haben. Auch die Testpflicht in Schulen entfällt für diese Personengruppe - allerdings werden Schüler bislang kaum geimpft. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein haben im Kreis Wesel bisher mehr als 30.000 Menschen beide Impfungen erhalten.

Die Immunisierung und somit Befreiung von der Testpflicht kann nach Angaben des Landes NRW nachgewiesen werden durch:

  • den Nachweis einer vor mindestens 14 Tagen abgeschlossenen vollständigen Impfung gegen COVID-19 mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff,
  • den Nachweis eines positiven Testergebnisses, das auf einer Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) beruht und mindestens 28 Tage sowie maximal sechs Monate zurückliegt, oder
  • den Nachweis eines positiven Testergebnisses nach Nummer 2 in Verbindung mit dem Nachweis der mindestens 14 Tage zurückliegenden Verabreichung mindestens einer Impfstoffdosis gegen COVID-19 mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff.

Hintergrund zur Corona-Notbremse: Die Zeit des Flickenteppichs bei den Corona-Regeln soll in Deutschland vorbei sein. Dazu wurde im April das neue Infektionsschutzgesetz verabschiedet. Die Folge: eine Corona-Notbremse mit verbindlichen und einheitlichen Regeln. Bereits seit einigen Wochen gelten die Maßnahmen der neuen Regelung auch im Kreis Wesel, unter anderem die Ausgangssperre.

Bundes-Notbremse: Diese Regeln und Abstufungen sieht sie vor

Das Gesetz, in dem die Bundesnotbremse geregelt ist, soll so lange gelten, wie der Bundestag eine epidemische Lage von nationaler Tragweite feststellt - „längstens jedoch bis zum Ablauf des 30. Juni 2021“. Die verschärften Auflagen gelten solange, bis die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Werktagen die Schwelle von 165 unterschreitet. Dann treten die Extra-Auflagen am übernächsten Tag wieder außer Kraft - wie jetzt im Kreis Wesel. Sinkt der Wert unter 100, gibt es weitere Lockerungen.

  • Handel: Läden des täglichen Bedarfs wie etwa Supermärkte, Drogerien, Getränkemärkte oder Buchhandlungen (hier finden Sie eine komplette Auflistung) bleiben wie bisher unabhängig von der Inzidenz geöffnet. Geschäfte dürfen Kunden nur noch empfangen, wenn diese einen negativen Corona-Test vorlegen und einen Termin gebucht haben. Ab einer Inzidenz von 150 ist nur noch das Abholen bestellter Waren möglich (Click & Collect).
  • Ausgangssperren: Wie bisher geplant wird es in Gebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 nächtliche Ausgangssperren bis 05.00 Uhr morgens geben - jedoch erst ab 22.00 statt ab 21.00 Uhr. Zwischen 22.00 und 24.00 Uhr bleibt zudem die „im Freien stattfindende körperliche Bewegung alleine“ erlaubt, also zum Beispiel joggen ohne Begleitung. Bestehen bleiben für die ganze Nacht die bereits vorgesehenen Ausnahmen, etwa für den Weg zur oder von der Arbeit sowie Arztbesuche im Notfall.
  • Private Kontakte: Es darf sich höchstens ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis 14 Jahre werden dabei nicht gezählt. Für Zusammenkünfte von Ehe- und Lebenspartnern oder zur Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts gilt die Einschränkung nicht. Bei Trauerfeiern nach Todesfällen dürfen bis zu 30 Personen zusammenkommen. In der alten Version des Entwurfes waren es 15 Personen.
  • Schulen und Kitas: Schülerinnen und Schüler sowie Lehrer müssen im Präsenzunterricht zweimal pro Woche getestet werden. Ab einer Inzidenz von 100 ist Wechselunterricht vorgeschrieben, ab einem Wert von 165 nur noch Distanzunterricht erlaubt. Abschlussklassen und Förderschulen sind davon ausgenommen. Diese Bremse gilt auch für Kitas, die Länder können aber Notbetreuung ermöglichen. Die Schulbremse tritt außer Kraft, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen den Schwellenwert von 165 wieder unterschreitet.
  • Kinderkrankentage: Der Anspruch von derzeit 20 soll auf 30 Tage pro Kind und Elternteil steigen. Für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch von 40 auf 60 Tage. Die Tage können von gesetzlich Krankenversicherten in Anspruch genommen werden, wenn Kinder erkrankt, aber auch, wenn Schulen und Kitas geschlossen sind, die Präsenzpflicht aufgehoben oder der Zugang zum Betreuungsangebot der Kita eingeschränkt ist. Dies gilt auch, wenn die Eltern im Homeoffice arbeiten.
  • Hotels und Gaststätten: Der Betrieb von Gastronomiebetrieben und Kantinen wird untersagt. Es gibt aber Ausnahmen etwa für Speisesäle in Reha-Zentren oder Pflegeheimen, die Versorgung Obdachloser oder von Fernfahrern. Die Abholung von Speisen und Getränken zum Mitnehmen bleibt erlaubt, ebenso die Auslieferung. Auch die Vermietung touristischer Übernachtungsmöglichkeiten bleibt weiterhin verboten.
  • Freizeiteinrichtungen: Einrichtungen wie Schwimmbäder, Saunen, Diskotheken, Bordelle, Wellnesszentren, Ausflugsschiffe oder Indoorspielplätze müssen schließen.
  • Kultureinrichtungen: Theater, Opern, Konzerthäuser, Bühnen, Musikclubs, Kinos (außer Autokinos), Museen, Ausstellungen und Gedenkstätten müssen schließen, auch entsprechende Veranstaltungen sind untersagt. Die Außenbereiche von Zoos und botanische Gärten sollen für Besucher mit aktuellem Negativ-Test offen bleiben.
  • Friseure/körpernahe Dienstleistungen: Dienstleistungen mit körperlicher Nähe zum Kunden sind untersagt. Ausgenommen sind Dienstleistungen, „die medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken dienen sowie Friseurbetriebe“. Dabei müssen in der Regel FFP2-Masken oder Masken mit gleicher Schutzwirkung getragen werden. Wer zum Friseur will, muss ein höchstens 24 Stunden altes negatives Testergebnis vorweisen.
  • Tests in Unternehmen und Homeoffice: Firmen müssen den Beschäftigten im Fall von Büroarbeit anbieten, diese in der eigenen Wohnung auszuführen, „wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen“. Die Beschäftigten müssen dieses Angebot annehmen, „soweit ihrerseits keine Gründe entgegenstehen“. Die Vorgabe gilt unabhängig von der Inzidenz. Wer nicht im Homeoffice arbeiten kann, dem muss die Firma einmal wöchentlich einen Test anbieten.
  • Sport: Es ist nur die „kontaktlose Ausübung von Individualsportarten“ erlaubt - und zwar allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands. Bei Kindern gilt eine Obergrenze von fünf. Zulässig ist zudem der Wettkampf- und Trainingsbetriebs der Berufssportler und der Leistungssportler der Bundes- und Landeskader - aber nur ohne Zuschauer und mit Hygienekonzept.
  • Öffentlicher Personenverkehr: Für Fahrgäste im öffentlichen Personenverkehr sind FFP2-Masken vorgeschrieben; bei Kontroll- und Servicepersonal, das Kontakt zu den Passagieren hat, reicht eine OP-Maske.

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