Gewässerverschmutzung

Öl auf dem Rhein bei Voerde: Die Ursache ist gefunden

Das Öl, das in den Rhein gelangte, stammt aus einem Trafo des stillgelegten Kraftwerks in Voerde-Möllen. Das hat jetzt ein Sprecher der Steag bestätigt.

Das Öl, das in den Rhein gelangte, stammt aus einem Trafo des stillgelegten Kraftwerks in Voerde-Möllen. Das hat jetzt ein Sprecher der Steag bestätigt.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Voerde.  Das Rätsel um Öl auf dem Rhein bei Voerde ist gelöst. Es stammt aus einem Trafo, der sich noch im stillgelegten Steag-Kraftwerk befindet.

Seit Ende Juni stand fest, dass das Öl, das auf dem Rhein entdeckt wurde, vom Gelände des ehemaligen Kraftwerks in Möllen stammt. Nun ist auch geklärt, warum und wie das Öl in den Fluss gelangen konnte. Wie Florian Adamek, Pressesprecher der Steag, auf Anfrage der NRZ erklärte, stamme das Öl aus einem großen Transformator, der sich noch auf dem Gelände befindet. Am 16. Juli hatte das Unternehmen die Behörden davon in Kenntnis gesetzt, dass die Ursache im Kraftwerk West gefunden worden sei.

Nach der Stilllegung sind viele Sachen schon demontiert, sind Leitungen „trocken gelegt worden“. Bei dem Trafo sei das nicht möglich gewesen. Das Gerät musste auch nach der Stilllegung der beiden Steag-Blöcke Ende März 2017 weiterhin mit Öl gefüllt sein, denn sonst hätte man das Gerät später nicht mehr nutzen können. Ohne die Flüssigkeit wäre der Trafo nach zwei, drei Monaten nicht mehr zu verwenden gewesen, wie Florian Adamek erklärte. Dass sich dort noch Öl befand, sei mit den Behörden abgesprochen gewesen.

Ersatzgerät für andere Steag-Kraftwerke

Das Gerät hält das Unternehmen als Ersatz für andere Kraftwerke vor. So könnte der Trafo im Block 9 des Kraftwerks Duisburg-Walsum oder im Block 4 des Herner Kraftwerkes zum Einsatz kommen. Es stehe noch in Möllen, weil ein Transport mit hohen Kosten und mit einem hohen Aufwand verbunden sei. Das habe man sehen können, als RWE einen solchen Trafo vom Standort Möllen abtransportiert habe, so Adamek.

Wie viele Liter Öl sich in dem Trafo befinden, konnte Adamek nicht sagen, es sei aber eine erkleckliche Menge. Dass die Ursache nicht schneller gefunden werden konnte, liege daran, dass es kein Leck am Trafo gab, aus dem das Öl ausgelaufen sei. Das Gerät befindet sich in einer Betonwanne und wäre Öl ausgetreten, wäre es aufgefallen.

Über einen Umweg gelangte das Öl dann aber doch in den Fluss: Der Trafo werde mit Wasser gekühlt, dafür gebe es ein entsprechendes Leitungssystem.

Defektes Rohr wurde abgedichtet

Diese Rohre seien nach der Stilllegung des Kraftwerks trockengelegt worden. Durch ein Rohr, das durchgerostet sei, konnte Öl in den Kühlungskreislauf, an dem auch andere Aggregate des Kraftwerks angeschlossen waren, und schließlich in den Rhein gelangen. Das defekte Rohr sei mittlerweile abgedichtet worden, so dass kein Öl mehr austreten könne, berichtet Adamek.

Zurzeit werde geklärt, wie lange der Trafo noch in Möllen stehen bleibt, ob er vielleicht zu einem anderen Steag-Standort transportiert werde. Dazu werde es bald einen Termin mit den Behörden geben.

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