Afrikahilfe

OHG-Schüler aus Dinslaken sind aus Gambia zurückgekehrt

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Drei kleine Setzlinge haben Melvin Wandrey und Marius Kusch als Abschiedsgeschenk im Kindergarten gepflanzt.

Drei kleine Setzlinge haben Melvin Wandrey und Marius Kusch als Abschiedsgeschenk im Kindergarten gepflanzt.

Foto: Privat

Dinslaken/Brikama.   Melvin Wandrey und Marius Kusch vom Otto-Hahn-Gymnasium in Dinslaken sind nun aus Gambia zurückgekehrt. Zuhause erwartete sie Reizüberflutung.

Melvin Wandrey und Marius Kusch und ihre Lehrer Nina Hebisch und Sebastian Steinzen sind heile wieder in Dinslaken angekommen. Bis zum 10. November waren die vier gemeinsam im westafrikanischen Gambia unterwegs, um dort das „Kinderdorf Bottrop“ in Brikama zu unterstützen (die NRZ berichtete). An dieser Stelle erzählen die beiden Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) nun vorerst das letzte Mal von ihren Eindrücken – und der Reizüberflutung bei ihrer Ankunft zu Hause.

„Noch einmal Trubel. Noch einmal Lärm. Die Kinder im Kindergarten verabschieden uns mit Liedern und Tänzen. Es ist bewegend für uns. Noch einmal spielen und toben wir ausgelassen mit ihnen. Gemeinsam pflanzen wir drei kleine Setzlinge, aus denen einmal große Bäume werden sollen. Dann wird es leise. Die Kinder gehen ins Wochenende und wir packen unsere Sachen und machen uns auf den Weg zum Flughafen. Ein letztes Mal fahren wir durch die Stadt, die für die vergangenen drei Wochen unser Zuhause war und in der wir unseren Alltag gelebt haben. Den Abschied von den neuen Freunden erleben wir mit einer Mischung aus Wehmut und Vorfreude. Uns wird bewusst, dass wir einen Teil von uns in Gambia lassen und etwas Neues mit nach Hause nehmen werden. Wir haben eine andere Welt kennengelernt und eine Erfahrung fürs Leben gemacht. Wir haben gesehen, dass nicht Geiz geil ist, sondern Großzügigkeit. Und die Fähigkeit, miteinander teilen zu können. Wir haben gelernt, dass ein ,wir’ sich besser anfühlt als das dauernde ,ich, ich, ich’.

Dann fliegen wir nach Hause. Nach einigen Stunden Flug tauchen unter uns die leuchtenden Städte Europas auf. Der Flughafen Amsterdam ist hell erleuchtet. Überall gibt es Geschäfte, eine Flut von Essensmöglichkeiten, Weihnachtsbäume. Die Heimat kann einem fremd vorkommen. Im Supermarkt kommt die erste Reizüberflutung. Dann die erste Nacht zu Hause. Stille. Keine Vögel mit ihren exotischen Gesängen. Keine Grillen, die zirpen. Kein Muezzinruf im Morgengrauen. Es ist sehr leise geworden ohne die Kinder.

Der erste Schultag. Wir sehen die Ausstattung unserer Schule und erinnern uns an die selbstgebastelten Unterrichtsmaterialien in Gambia. Wir erleben wieder unseren durchstrukturierten Alltag und für kurze Momente ist da Wehmut. Es gab diese nicht greifbare Leichtigkeit in Gambia. Auch sie haben wir ein Stück weit zurücklassen müssen.

Am Ende sind wir froh, wieder hier zu sein, wohl wissend, dass wir auch länger hätten bleiben können und dass man auf viel mehr Dinge verzichten kann, als man glaubt. Man kann glücklich sein, ohne alles haben zu müssen.“

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