Theater

Premiere für „Die Kinder von Nothingtown“ in Dinslaken

Lisa-Marie Gerl findet sich als Geburtstagskind „Charlie" in einer surrealen Traumwelt zwischen Kindheit und Erwachsensein wieder.

Lisa-Marie Gerl findet sich als Geburtstagskind „Charlie" in einer surrealen Traumwelt zwischen Kindheit und Erwachsensein wieder.

Foto: Burghofbühne / PR

Dinslaken.  Surreale Traumwelten: Lisa Danulats preisgekröntes Stück „Die Kinder von Nothingtown“ feiert an der Burghofbühne in Dinslaken seine Uraufführung.

Noch eine Stunde, dann beginnt Charlies große Geburtstagsparty. 18 Jahre – ein Grund zum Feiern. Wirklich? Ist es nicht vielmehr beängstigend, die Kindheit hinter sich zu lassen und nun (noch mehr) den Druck zu verspüren, den Anforderungen des heutigen Lebens gerecht zu werden? In ihrem Stück „Die Kinder von Nothingtown“ geht Lisa Danulat dieser Frage nach. Die Jury zeichnete sie dafür mit dem von der Niederrheinischen Sparkasse RheinLippe ausgelobten Kathrin-Türks-Preis für Autorinnen des Jugendtheaters aus. Nun steht das Stück vor seiner Uraufführung.

Anna Scherer, die Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters der Burghofbühne, inszeniert die Stunde vor Charlies großer Party als einen surrealen Alptraum – angelehnt an die grell-bunte Überfrachtung der heutigen Lebenswelt der Jugendlichen mit Szenen und Protagonisten, die erscheinen und verschwinden, als klicke und scrolle man in den sozialen Medien.

Preis als Chance für die Burghofbühne

Was bleibt, ist der Chor. Entsprungen dem antiken Theater, kommentierend und ständig übermächtig präsent. „Es sind die Gedanken von Charlie, die sie eigentlich wegdrängt und die nun im Alptraum Gestalt annehmen“, so Scherer.

„Die Kinder von Nothingtown“ zeigen einmal mehr, welche Chance der Kathrin-Türks-Preis für die Burghofbühne ist. „Eine namhafte Autorin wie Lisa Danulat hätte ein solches Stück wohl sonst einem großen Theater zur Uraufführung angeboten“, so Scherer. Aber der Kathrin-Türks-Preis hat nicht nur per se einen Namen in der Theaterszene, die beiden letzten Preisträgerstücke wurden beide zu Westwind eingeladen, Deutschlands renommiertestes Festival für ein junges Publikum.

„Nothingtown“ ist eine große Produktion, mit sechs Darstellern so groß wie das Märchenmusical „Pumuckl“. Lisa-Marie Gerl übernimmt die Rolle der „Charlie“, die Dinslakener erlebten sie vor einem halben Jahr in Oscar Wildes „Bunbury“. Zum ersten Mal ist Sebastian Menges zu Gast bei der Burghofbühne. Er hat schon mehrfach bei Stücken von Lisa Danulat mitgespielt, war bei der Preisverleihung im Oktober mit dabei und sprach danach für die Rolle des „Georg“ vor. „Charlies“ Nachbar erschafft sich als Kunstfigur neu und findet damit Eingang ins surreale Geschehen.

Ausverkaufte Premiere

Surreal, aber aus dem Leben gegriffen. Lisa Danulat habe über zehn Jahre lang Abiturienten und Schauspielschüler interviewt und ihre Schilderungen und Empfindungen über das Erwachsenwerden in politische Sprache und starke Bilder gekleidet, so Scherer.

Zu sehen sind diese im Tenterhof nicht nur bei der ausverkauften Premiere, sondern noch einmal am Freitag, 28. Juni, um 17 Uhr. Der Eintritt kostet im Vorverkauf 9 Euro, ermäßigt 6 Euro, im Anschluss feiert die Burghofbühne ihren „Kehraus“.

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