Real

Real-Beschäftigte aus Dinslaken streiken in Düsseldorf

Angestellte des Real in Dinslaken beteiligen sich am Streik in Düsseldorf.

Angestellte des Real in Dinslaken beteiligen sich am Streik in Düsseldorf.

Foto: Zimkeit / PR

Dinslaken.  Beschäftigte des Real in Dinslaken beteiligen sich an der Kundgebung in Düsseldorf. Metro schweigt zur Zukunft des Real Dinslaken.

Auch die Beschäftigten von Real Dinslaken haben am heutigen Freitag gestreikt und an einer Großkundgebung der Gewerkschaft Verdi in Düsseldorf teilgenommen, um für die Sicherung ihrer Arbeitsplätze und einen Tarifvertrag zu demonstrieren. Der Real Dinslaken hat 100 Beschäftigte. Sie sind seit Monaten in Angst um ihre Jobs.

Hunderte Mitarbeiter der vor der Zerschlagung stehenden Supermarktkette sind am Freitagmorgen zum Congress Center Düsseldorf gekommen, um am Rande des Aktionärstreffens für die Absicherung ihrer Arbeitsplätze und ihrer Löhne zu demonstrieren. „Wir wären froh, wenn wir wüssten, was mit uns passiert: Ob wir geschlossen werden oder ob wir weitergehen an jemanden. Diese Ungewissheit ist ganz schlimm. Da kriegen sie es an den Nerven“, sagt eine Demonstrantin. Und einer ihrer Kollegen ergänzt: Das Problem sei, „dass man uns einfach links liegen lässt, als wären wir eine Ware, die im Regal irgendwo liegt. Wo man sagt, dieses Regal muss jetzt geräumt werden“.

Koch bestätigt Einigung

Pfeifkonzerte schallen den Aktionären entgegen. Auch ein paar Böller fliegen. Die Stimmung ist gereizt. Bis in die Versammlungshalle dringt von dem Lärm allerdings nichts. Dort verteidigt Metro-Chef Olaf Koch die Verkaufspläne. Real habe zuletzt den Gesamtkonzern in die roten Zahlen gezogen, sagt er vor den Aktionären. „Wir können dieses Geschäft nicht weiter tragen.“ Der Düsseldorfer Handelsriese will sich künftig ganz auf sein Großhandelsgeschäft konzentrieren und deshalb Real verkaufen. Koch bekräftigt auf der Hauptversammlung, das Unternehmen habe inzwischen eine „kommerzielle Einigung über den Verkauf“ mit dem Finanzinvestor SCP erzielt. Die Eckpunkte seien ausverhandelt. Aktuell würden nur noch die letzten Details geklärt.

Nach dem Verkauf soll die Supermarktkette mit aktuell rund 34 000 Beschäftigen zerschlagen werden. Zwar wollen die Käufer einen Kern von 50 Real-Märkten für mindestens 24 Monate weiter betreiben. Der größte Teil der Filialen soll jedoch an andere Händler wie Edeka oder Kaufland gehen. Rund 30 Filialen sollen geschlossen werden.

Stimmen aus Dinslaken

„Wir haben die Arbeit niedergelegt, um gegen die Tarifflucht des Unternehmens zu protestieren und für die Anerkennung der Tarifverträge des Einzelhandels zu streiken“, sagte Susanne Meister, Mitglied der Verdi-Tarifkommission aus Dinslaken. Auch der Dinslakener Landtagsabgeordnete Stefan Zimkeit (SPD) hat an der Kundgebung vor der Metro-Zentrale teilgenommen. „Die Verkäuferinnen und Verkäufer brauchen gerade jetzt den Schutz eines Tarifvertrages“, sagte Stefan Zimkeit. Er forderte, dass der Real-Standort und die Arbeitsplätze auch in Dinslaken erhalten bleiben. „Die Metro und die künftigen Besitzer der Supermärkte haben eine soziale Verantwortung.“

Susanne Meister und ihre Mitstreiter forderten vor der Hauptversammlung des Metro-Konzerns, die Interessen der Beschäftigten „nicht den Profitinteressen der Aktionäre zu opfern“. Viele Beschäftigte hätten Angst vor betriebsbedingten Kündigungen, denn auch durch Übernahme durch einen anderen Arbeitgeber ist das nicht ausgeschlossen. Zimkeit verfolgt mit großer Sorge, dass immer Einzelhändler sich den mit Verdi ausgehandelten Tarifverträgen entziehen. „Es darf kein Geschäftsmodell geben, dass auf den Rücken der Beschäftigten ausgetragen wird“, stellte er sich auf die Seite der Kolleginnen und Kollegen, die mit großen Zukunftsängsten vor der Metro-Zentrale demonstrieren.

Metro schweigt zu den Details

Die Pressestelle von Metro wollte sich zu den Schicksalen der einzelnen Märkte auf Nachfrage der NRZ nicht äußern. Die Umsetzung der Konzepte liege in der Hand des Käufers. Auch die Filialleitung in Dinslaken wollte nichts sagen. Der Real in Dinslaken wurde erst vor zwei Jahren umgebaut und besteht seit 20 Jahren. (aha/dpa)

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben