ERDBEBEN

Retter aus Hünxe helfen im Katastrophengebiet in Indonesien

Die Helfer von ISAR und BRH aus Hünxe installieren eine Anlage zur Trinkwasseraufbereitung in Indonesien. Foto:Stefan Heine

Die Helfer von ISAR und BRH aus Hünxe installieren eine Anlage zur Trinkwasseraufbereitung in Indonesien. Foto:Stefan Heine

Hünxe.   Der Hünxer Bundesverband Rettungshunde installiert mit ISAR eine Trinkwasseraufbereitung in Indonesien. Der Einsatz wird von Hünxe aus gelenkt.

Die Erde hat sich aufgetan, ganze Straßenzüge sind versunken. 1944 Menschen sind tot, 5000 werden vermisst. Dort, wo die Not gerade besonders groß ist, sind ehrenamtliche Helfer des Bundesverbands Rettungshunde (BRH) aus Hünxe im Einsatz: Seit dem Wochenende sind fünf Retter des BRH gemeinsam mit der Hilfsorganisation ISAR in Indonesien. Im „Training Center Retten und Helfen“ (TCRH) in Hünxe wurde ein Internationales Lagezentrum eingerichtet, das den Einsatz koordiniert.

Anlage soll 8000 Menschen versorgen

Das Bergen und Retten von Menschen ist die ursprüngliche

Kernkompetenz der Rettungsverbandes aus Hünxe. In diesem Fall aber blieben die Hunde daheim. Die Suche nach Vermissten in Indonesien soll am Donnerstag eingestellt werden. Die Überlebenden haben Hunger und Durst, es gibt keinen Strom, keine Lebensmittel. Die Organisationen aus Duisburg und Hünxe installieren eine Wasseraufbereitungsanlage. Sie soll 8000 Menschen versorgen.

Die Hilfe hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt, erklärt Stefan Sobotta, Sprecher des Bundesverbands Rettungshunde, auch medizinische und technische Hilfeleistungen gehören zum Repertoire des BRH.

Großer bürokratischer Aufwand für die Helfer

Weil Indonesien leider zum wiederholten Mal von einer Katastrophe heimgesucht wird, gibt es vor Ort zwar Strukturen, die die Hilfe kanalisieren können, so Stefan Sobotta. Zuerst müssen aber Zuständigkeiten geklärt, muss Papierkram erledigt werden. Weil in Indonesien nicht nur Zivil- sondern auch Militärbehörden involviert sind, war das besonders aufwändig. „Es ist für Außenstehende schwierig zu verstehen und es ist blöd für die Helfer, die ja eigentlich sofort loslegen wollen,“ so Sobotta.

Der Flughafen Palu ist das Nadelöhr

Ein Vorabtrupp eruierte mit den örtlichen Behörden, wo die Hilfe derzeit am dringendsten benötigt wird. Aber zum Einsatzort Sigi, eines Stadtteils von Palu, zu gelangen, war für das nachrückende Team nicht leicht. Der ebenfalls stark zerstörte Flughafen ist das Nadelöhr für alle Helfer. „Die Logistik ist sehr schwierig“, so Sobotta. Die Landeerlaubnis für die von den deutschen Hilfsteams gecharterte Cargo-Maschine wurde kurzfristig zurückgezogen.

Eine Transportmaschine der US Air Force erhielt eine Landeerlaubnis und nahm die Fracht der Deutschen auf: 17 Kubikmeter mit vier Tonnen Gewicht waren vom Lager des TCRH in Hünxe aus auf die Reise gegangen, alles, um vor Ort ein Basislager für den Einsatz aufzubauen und sich selbst zu versorgen, um die knappen Ressourcen vor Ort nicht zu schmälern.

Gestern Abend floss das erste Trinkwasser

Die beiden Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung können täglich rund 10 000 Liter sauberes Wasser erzeugen. Gestern Abend floss das erste Wasser.

Wenn der Einsatz in Indonesien beendet ist, bleiben einige Stromgeneratoren aus Deutschland als Spende vor Ort. Die Retter fliegen zurück nach Deutschland und müssen das Gesehene und Erlebte verarbeiten. Viele von ihnen arbeiten hier bei der Feuerwehr – sind also auch hier im Einsatz, wo die Not groß ist.

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