Konzert

Rock ‘n’ Roll mit Koefte im Dinslakener Walzwerk

Die KDV Deviators: Mad-Sin-Sänger Koefte am Schlagzeug und  Gitarrist Andy aus London.

Foto: Markus Joosten

Die KDV Deviators: Mad-Sin-Sänger Koefte am Schlagzeug und Gitarrist Andy aus London. Foto: Markus Joosten

Dinslaken.   Psychobilly mit den KDV Deviators und den Moonshine Stalkers in der Werkhalle des Walzwerk Dinslaken.

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Der erste Schritt geht nach oben, doch dann zieht es das Gitarren-Riff in die Tiefe. Es ist zu schwer. Ein zweiter Versuch, ein dritter. Vielleicht mal mit etwas mehr Schwung? Das Schlagzeug bringt es auf Trab. Na also. Die gleiche Tonfolge, die gerade noch nach der musikalischen Untermalung einer B-Movie-Horrorszene klang, tanzt nun mit dem Kontrabass Rock ‘n’ Roll.

Es ist Psychobilly-Abend in der Werkhalle des Walzwerk Dinslaken. Und dort haben sich all diejenigen eingefunden, die sich in den späten 80ern oder Anfang der 90er Jahre in jener Szene gefunden haben, in der Rockabilly und Punk in der Atmosphäre trashiger Horrorfilme aus den Tiefen der 50er und späten 70er Jahre reanimiert wurden.

Das Walzwerk Rumble ist ein festes Format

Das Walzwerk hat seit gut einem Jahr der Psychobilly-Szene eine Nische geöffnet, das Walzwerk Rumble ist ein festes Format. Die Veranstaltung am Freitag trug nicht das Label der Reihe.

KDV Deviators, ein Seitenprojekt von Mad-Sin-Frontman Koefte deVille, und die Moonshine Stalkers haben sich ihr eigenes Format erschaffen. Was auf der Hand liegt, wenn beide Trios den selben Gitarristen und den selben Kontrabassisten haben.

„Ich wollte back to the roots“, erklärt ein grippegeplagter, aber trotzdem gut gelaunter und gesprächiger Maroud Markus Calvies – besser bekannt als Koefte deVille – im Backstage der Werkhalle die Entstehung der KDV Deviators.

Ein Schmelztiegel des Rock ‘n’ Roll

„Ein kleines Trio für kleine Clubs“. Schlagzeug, Kontrabass, die Rock ‘n’ Roll-typische Gibson-Jazzgitarre mit akustischem Resonanzkorpus, der diesen gewissen Hall produziert. Nun ist Psychobilly selbst schon als ein Schmelztiegel des Rock ‘n’ Roll erfunden worden.

Und Koefte trägt Lemmy Kilmister nicht nur als Schriftzug auf seinem Kinn eintätowiert, sondern auch dessen Lebens- und Musikgefühl tief im Herzen: „Ich bin Rock ‘n’ Roller.“ Offen für alles, was es an guter Musik gibt, egal ob Beatles oder Tschaikowsky, Motörhead oder Johnny Cash. Offen, aber vom eigenen Standpunkt aus und das eigene Ding konsequent durchziehend. So wie der Psychobilly-Mix der KDV Deviators.

An der Seite von Wigald Boning

Irrwitzig flinke Finger, ein Gespür für Spannung und Atmosphäre und dazu eine gute Show: Gitarrist Andy fällt auf der Bühne auf. Da freut es einen zu hören, dass er auch künftig für Mad Sin in die Saiten greift.

Nach dem großen Crash vor fünf Jahren und der wuchtigen Rückkehr mit Beethovens Fünfter für 3sat an der Seite von Wigald Boning steht im Frühjahr die Veröffentlichung des Albums „Unbreakable“ an. Der Album-Titel ist dabei durchaus programmatisch.

Neues Album

Noch vor dem Mastering der neuen Mad-Sin-CD wird Koefte seine Autobiographie geschrieben haben: Ein Rock ‘n’ Roller-Leben mit all seinen Höhen und Tiefen.

Und mitten in der Promotion fürs neue Album holt das Psychobilly-Team des Walzwerks Mad Sin nach Dinslaken: Der Termin im April wird demnächst bekannt gegeben.

Psychobilly-Treff

„Woanders ändert sich nach dem Konzert sofort die Musik“, so Thomas Heiden, der in der Psychobilly-Szene verwurzelt ist und das Walzwerk Rumble mitorganisiert.

Die Reihe mit Liveacts und anschließender Aftershow Party lockt seit über einem Jahr Psychobilly-Fans aus dem Ruhrgebiet und Bergischen Land nach Dinslaken.

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