Baumaßnahmen

Sanierung der Dinslakener Rotbach-Brücke kostet 700.000 Euro

Der Rotbach fließt unter der Kreuzstraße durch eine Art Tunnel. Dieser muss wegen Korrosionsschäden erneuert werden. Foto:aha

Der Rotbach fließt unter der Kreuzstraße durch eine Art Tunnel. Dieser muss wegen Korrosionsschäden erneuert werden. Foto:aha

Dinslaken.   Die Sanierung der Rotbach-Brücke in Dinslaken soll vier Monate dauern und 700.000 Euro kosten. Der Hochwasserschutz muss gewährleistet werden.

Sie ist mehr Tunnel als Brücke und daher satte 60 Meter lang: Die Brücke an der Kreuzstraße geleitet den Rotbach vom Gerberweg unter der Kreuzstraße hindurch zum ersten Haus der Voerder Straße. Diese Brücke ist marode und muss saniert werden und weil es sich nicht um eine der üblichen kleinen Rotbach-Brücken sondern um ein größeres Bauwerk handelt, liegen die Kosten dafür nach Schätzungen der Stadt bei 700.000 Euro. Zum Vergleich: Die Erneuerung der Rotbachbrücke Wasserstraße hat vor acht Jahren 57.000 Euro gekostet.

1935 wurde die Brücke errichtet und 1973 nach Angaben der Stadt aufwändig saniert. Alle sechs Jahre müssen Brücken geprüft werden, und bei der letzten Prüfung im Jahr 2013 haben sich „diverse Mängel“ gezeigt, die eine Sanierung des Bauwerks erfordern, schreibt die Stadtverwaltung in einer Vorlage für die Politik.

Das sind die Probleme

Neben Mängeln am Brüstungsmauerwerk und den Geländern haben die Prüfer vor allem Korrosionsschäden festgestellt: Die defekte Abdichtung des Bauwerks sei das Hauptproblem. „In Verbindung mit den vorhandenen Rissen hat hier eine Durchfeuchtung der Überbauplatte und der Widerlager stattgefunden, die zur Beeinträchtigung der Standsicherheit des Bauwerks führen werden.“

Diese Sanierungsvarianten gab es

2016 wurde ein Ingenieurbüro damit beauftragt, ein Sanierungskonzept für das Bauwerk zu erstellen. Dabei ergaben sich drei Alternativen: Die ersten beiden, verschiedene Betonsanierungsvarianten, sollten rund 140.000 Euro kosten, stellten aber laut Stadt „keine langfristige Lösung“ dar sondern hätten „maximal aufschiebende Wirkung für die Notwendigkeit zur Erneuerung“. Die Restnutzungsdauer ließe sich nur schwer abschätzen, weil nicht klar sei, „inwieweit eine Schädigung der Bewehrung des Überbaus infolge der Durchfeuchtung schon fortgeschritten ist“.

Die dritte Alternative sah vor, den geschädigten Überbau des Tunnels abzubrechen und einen neuen Überbau aus Fertigteilen zu montieren. Dann sollte die Brücke weitere 30 Jahre halten. Die Kosten dafür lägen – auch unter Berücksichtigung der aktuellen konjunkturellen Entwicklung — bei 450.000 Euro.

Darum wird es teurer

Im Zuge der weiteren Planung hat sich aber herausgestellt, dass auch diese Variante aufgrund der Hochwasservorsorge nicht realisierbar ist. Die Brücke könnte – wie auch jetzt schon – ein berechnetes 100-jähriges Hochwasser (HQ 100) nicht abführen. Das aber schreibt die Untere Wasserbehörde des Kreises Wesel vor.


„In Fließrichtung verjüngt sich der Tunnel“, erläutert Frank Crahé vom städtischen Fachdienst Tiefbau. Heißt: Am Ende des Tunnels liegt die Decke erheblich tiefer als am Beginn. „Wir müssen den Deckel also höher legen“, erklärt Crahé. Dafür werden Betonbalken auf die bestehenden Widerlager gelegt. Weil noch genug Luft nach unten ist, müsse die Straße dafür nicht höher gelegt werden. Die Kosten sind allerdings höher als bei den anderen drei Varianten.

Das ist der Zeitplan

Die Sanierung soll etwa vier Monate dauern und im Winter 2019/Frühjahr 2020 über die Bühne gehen. Geplant sind drei Bauabschnitte. Ab dem zweiten Bauabschnitt soll die Straße gesperrt werden. Die Bauabschnitte wurden laut Stadt so gewählt, dass der Anliegerverkehr und der Einsatz von Rettungsfahrzeugen aufrechterhalten bleibe.

Die Politik diskutiert am 27. Mai

Zuerst mussallerdings der Bauausschuss der Sanierung zustimmen. Die öffentliche Sitzung ist am Montag, 27. Mai, 17 Uhr, im Ratssaal. Unterlagen gibt es auf dinslaken.de.

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