Valentinstag

Rote Rosen sind zum Valentinstag der Renner in Dinslaken

Floristin Sabine Wüster in einem Meer aus Rosen und Tulpen: Beide Blumensorten sind rund um den Valentinstag bei Kunden besonders gefragt.

Foto: Heiko Kempken

Floristin Sabine Wüster in einem Meer aus Rosen und Tulpen: Beide Blumensorten sind rund um den Valentinstag bei Kunden besonders gefragt. Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Rund um den Valentinstag werden die Gewächse bei Blumen Wüster am häufigsten verkauft – gezielt oder ziellos, von Jüngeren und Älteren.

Eigentlich hatte ich Männer erwartet, die ziellos herumstehen. Männer, die schweißnasse Hände haben – oder gar Panik in den Augen. Männer, die zusammenzucken, sobald sie angesprochen werden.

Die dann schnell etwas murmeln, Geld auf den Tresen legen, den für die Freundin, Frau oder wen auch immer zusammengestellten Blumenstrauß entgegen nehmen und den Laden fluchtartig wieder verlassen – um draußen einmal ganz tief durchzuatmen. Doch bei Blumen Wüster werden meine – zugegebenermaßen ziemlich klischeehaften – Erwartungen zunichte gemacht.

Die meisten kommen am Tag selbst

Am Mittag am Tag vor dem Valentinstag sind Männer hier Mangelware, sowieso ist es noch sehr ruhig. „Unser hauptsächliches Valentinstagsgeschäft findet erst am Valentinstag selbst statt“, sagt Floristin Sabine Wüster. Die Inhaberin des gleichnamigen Blumenladens lacht, als ich meine stark zugespitzte Frage nach den Männern ohne Plan stelle. Natürlich hätte sie Kunden, die ihr Anliegen etwas ziellos schilderten, genauso aber auch welche, die gezielt herkämen. Auf Seiten der Herren wie auf Seiten der Frauen.

Zum Valentinstag, da sei es eigentlich sogar etwas einfacher, die passenden Blumen zu kaufen. „Rote Rosen gehen an diesem Tag immer“, sagt Sabine Wüster. „Sie sind nach wie vor das Symbol für die Liebe.“ Die Floristin steht hinter dem Tresen, in einem Meer aus eben diesen Rosen – 600 Stück hat ihr Mann Thomas Wüster, mit dem sie das Geschäft gemeinsam führt, am Morgen noch in den Niederlanden abgeholt. Nun müssen die Rosen arrangiert werden – unter ihresgleichen in großen Bottichen oder unter anderen bunten Gewächsen in Sträußen. „Wir beginnen heute damit, 20 bis 25 Werkstücke herzustellen und sie direkt am Eingang anzurichten“, erzählt Sabine Wüster.

Kunden können sich an Werkstücken orientieren

Dann könnten die Kunden sich an diesen Stücken orientieren – oder eben ihre eigenen Vorstellungen einbringen. Meist enthielten die um den 14.Februar herum eben rote Rosen, oder andere Blumen in dieser Farbe. „Aber auch bunte Tulpensträuße werden oft gewählt und kommen gut an“, erzählt die Floristin.

Zu dieser Zeit seien es übrigens vermehrt Männer, die bei Blumen Wüster einkauften. „Ich würde schätzen, dass sie rund zwei Drittel der Kundschaft ausmachen“, sagt Wüster. „Viele der Herren, die zu uns kommen, kommen aber auch immer wieder.“ Diejenigen, die nicht so regelmäßig in dem Laden einkaufen, das seien eher Jugendliche: Schüler beispielsweise, die ihrer Angebeteten eine einzelne Rose kauften, um ihre Zuneigung zu signalisieren. „Die kommen dann nach der Schule oft in einer Gruppe her“, sagt Wüster.

Der Rückweg in die Redaktion führt mich über die Neustraße. Ich komme an mehreren Blumenläden vorbei. In einem entdecke ich einen hageren Herren mittleren Alters: Ziellos streift er um die ausgestellten Blumen, sein Blick ist hilfesuchend . . .

>> PREISE STEIGEN VOR DEM 14. FEBRUAR DEUTLICH AN

  • Die Preise für eine rote Rose steigen vor dem 14. Februar deutlich an. Zahlen Kunden bei Blumen Wüster über das Jahr rund 2,50 Euro für ein langstieliges Exemplar, so müssen sie um den Valentinstag zwischen 3,50 und 4,50 Euro für eine Knospe ausgeben.
  • Auch mit wenig Geld könnten Kunden dann Blumen kaufen, betont Floristin Sabine Wüster. „Auch für zehn Euro gibt es schon kleine Sträuße.“ In denen werde beispielsweise eine große Blüte um Beiwerk gebunden. Wüster: „Es kommt ja nicht auf die Größe an, sondern auf die Geste.“

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