Kirmes

SAD sorgt für den richtigen Dreh in Dinslaken

Serge Pieper, SAD-Mitarbeiter, demontiert erst das Fahrgeschäft vollständig, ehe es später verbessert wieder zusammengesetzt wird.

Serge Pieper, SAD-Mitarbeiter, demontiert erst das Fahrgeschäft vollständig, ehe es später verbessert wieder zusammengesetzt wird.

Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.  Die Firma Stahl- und Anlagenbau Dinslaken spezialisiert sich auf den Schausteller-Markt. Im nächsten Jahr sollen eigene Fahrgeschäfte entstehen.

Serge Pieper beugt sich über den Drehkranz des Breakdancers. Akribisch dreht er die nächste lange Schraube heraus, diesen Vorgang wiederholt der Mitarbeiter des Stahl- und Anlagenbaus Dinslakens (SAD) mehrere Male. An seinen Händen haftet schmieriges Fett, am Ende wischt er das mit einem Handtuch ab. „Rund acht Wochen brauchen wir in der Regel, um einen Breakdance zu warten“, sagt David Schweisthal, SAD-Projektleiter für fliegende Bauten. Zurzeit demontieren sie in der Halle in Voerde einen Breakdance des Schaustellers Michael Wolf aus Nürnberg, später bessern sie ihn aus und setzen alles wieder zusammen.

Mittlerweile zählt das Warten von Fahrgeschäften immer mehr zum Kerngeschäft von SAD, früher war das Unternehmen überwiegend mit Industrieanfertigungen beschäftigt: „2018 liegt das Verhältnis von Industrie zu Fahrgeschäften bei 60 zu 40 Prozent, 2019 voraussichtlich bei 30 zu 70 Prozent“, schätzt Geschäftsführer Klaus Schneider. Das Unternehmen, bei dem aktuell rund 25 Mitarbeiter tätig sind, spezialisiert sich fortschreitend auf Fahrgeschäfte — und das international. Aufträge kämen auch aus Nachbarländern wie Belgien.

Geschäftsführer sieht zufriedenstellende Entwicklung

Mit der Entwicklung zeigt er sich zufrieden: „Aktuell sind wir in Deutschland Marktführer bei der Aufarbeitung von alten Fahrgeschäften.“ Während in Dinslaken kleine Arbeiten gemacht werden – zum Beispiel werden hier LEDs ausgetauscht –, schweißen die Arbeiter in Voerde und bauen die Attraktionen komplett auseinander. Auch Fahrgeschäfte der Dinslakener Martinikirmes im November überprüfen die Mitarbeiter immer mal wieder. „Da fällt manchmal kurzfristig etwas an“, so Schweisthal.

Doch möchte die Firma zukünftig nicht nur die Attraktionen warten, sondern auch eigene kreieren: „Wir planen zum Beispiel, ein 50 Meter hohes Riesenrad zu bauen“, verrät Schneider. 2019 solle alles anfangen.

Der Grundstein für den wachsenden Geschäftsschwerpunkt, in dem Klaus Schneider die betriebliche Zukunft sieht, wurde vor rund fünf Jahren gelegt. „Damals kam der Freund und Schausteller William Bruch auf mich zu und fragte, ob wir den Breakdance nicht umbauen könnten“, blickt David Schweisthal zurück.

Nach und nach trudelten dann weitere Aufträge ein, überwiegend kümmerten sich die Mitarbeiter um die Attraktion Breakdance. Der Grund für die rege Nachfrage war eine verschärfte Norm, die umgesetzt werden musste, häufig geht es auch heute noch um die Sicherheit. „So sieht die Norm zum Beispiel eine Dauerfestigkeit von Bauteilen vor“, erläutert Schweisthal.

Optische Veränderung

Zudem werde im Zuge dessen das Fahrgeschäft oft optisch aufpoliert, wie mit bunten Lichtern und Aufschriften. „Wir erstellen häufig ein Konzept und zeigen es den Schaustellern, meistens sind sie zufrieden oder haben nur kleine Korrekturvorschläge“, sagt Schweisthal. Bei dem ersten Breakdance, den sie demontiert haben, mussten sie viel dokumentieren, fügt er hinzu: „Wir haben viel fotografiert, damit wir es nachher mit den Verbesserungen wieder richtig zusammensetzen konnten.“ Mehr unter: www.anlagenbau-dinslaken.de

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