Bäckereibetrieb

Schollin zieht auf Fläche an der B8 in Dinslaken

Schollin stellt die Pläne für den neuen Produktionsstandort an der B8 vor. Mit dabei: Baudezernent Thomas Palotz (v.l.), Wirtschaftsförderin Svenja Krämer, Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, Gerd Lantermann (Liegenschaften und Bauaufsicht) und Schollin-Geschäftsführer Thomas Schollin und Klaus Becker.

Foto: Gerd Hermann

Schollin stellt die Pläne für den neuen Produktionsstandort an der B8 vor. Mit dabei: Baudezernent Thomas Palotz (v.l.), Wirtschaftsförderin Svenja Krämer, Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, Gerd Lantermann (Liegenschaften und Bauaufsicht) und Schollin-Geschäftsführer Thomas Schollin und Klaus Becker. Foto: Gerd Hermann

Dinslaken.   Ab 2020 sollen Brötchen des Dinslakener Betriebes dort gebacken werden. Zweigeschossige Produktionsstätte wird 8000 bis 9000 Quadratmeter groß.

Der Bäckereibetrieb Schollin wird seine Produktionsstätte auf die Fläche an der Willy-Brandt-Straße (B8) verlegen und dafür Ausgaben in nicht näher bezifferter zweistelliger Millionenhöhe tätigen: Was bereits seit der vergangenen Sitzung des Planungs-, Umweltschutz-, Grünflächen- und Stadtentwicklungsausschusses im Dezember ein offenes Geheimnis ist, haben die Schollin-Geschäftsführer Thomas Schollin und Klaus Becker am Mittwoch gemeinsam mit Vertretern der Stadt (Bürgermeister Dr. Michael Heidinger, Wirtschaftsförderin Svenja Krämer, Baudezernent Dr. Thomas Palotz und Gerd Lantermann von den Liegenschaften) offiziell bekanntgegeben.

Die Grafik zeigt den neuen Produktionsstandort. Foto: Gerd Bertelmann 8000 bis 9000 Quadratmeter groß soll die neue Produktionsstätte auf der Fläche zwischen B8, Hans-Böckler-Straße, Straßenbahnschienen und A59 werden – das Grundstück, welches aktuell noch der Stadt gehört und dessen Kaufvertrag zwar ausgehandelt ist, aber erst im März unterschrieben wird, ist insgesamt 20.000 Quadratmeter groß. „Das Grundstück ist so groß, dass wir noch Reservefläche haben und weiter wachsen können“, sagt Klaus Becker. Um etwa ein Viertel – also rund 2000 Quadratmeter – so schätzt der Geschäftsführer, könne die Produktionsstätte bei Bedarf noch erweitert werden. Zum Vergleich: Schollins aktuelle Produktionsstätte an der Gerhard-Malina-Straße ist etwa 3330 Quadratmeter groß. „Die Kapazitäten am aktuellen Standort sind ausgereizt“, sagt Geschäftsführer Thomas Schollin. Da der Betrieb in den vergangenen Jahren jedoch immer weiter gewachsen sei, sei nun die Verlagerung nach „nur zehn Jahren“ am alten Standort notwendig.


2020 möchte der Bäckereibetrieb in die neue Produktionsstätte umziehen. „Der Baubeginn ist für Anfang 2019 anvisiert, der Bau soll etwa zehn Monate dauern“, sagt Geschäftsführer Thomas Schollin. „Da wir einen kleinen Zeitpuffer einberechnet haben, gehen wir davon aus, dass wir ab 2020 dort Brötchen backen.“ Zuvor wird nach der Ratssitzung Ende März dieses Jahres der Bebauungsplan bekannt gegeben, auch die Mittel für den Bau der Zufahrtsstraße, die sowohl in die Hans-Böckler-Straße als auch in die Willy-Brandt-Straße mündet, seien bereits im Haushalt 2018 eingeplant, so Dr. Thomas Palotz. „Wir sind bei dem Vorhaben Erschließungsträger“, erklärt der Baudezernent.


2 Geschosse soll die neue Produktionsstätte haben: Oben finden die Büros der Verwaltung ihren Platz, auch sind dort Besprechungs-, Technik- und Sozialräume vorgesehen. „Es soll alles etwas größer und zeitgemäßer werden“, sagt Schollin.

Und offener. Im unteren Geschoss sollen die Backwaren produziert werden, dort wird eine „transparente Backstube“ entstehen: „Wir wollen, dass die Leute sehen können, wie hier gearbeitet wird“, erklärt Thomas Schollin. „Der Standort an der B8 ist für eine Nutzung, die sich nach außen öffnet, ja geradezu prädestiniert“, findet auch Wirtschaftförderin Svenja Krämer. Schließlich befinde sich hier das Tor zur Stadt, allein über die B8 führen täglich rund 27.000 Fahrzeuge. Ebenfalls im unteren Geschoss angesiedelt werden soll ein Café (an der Ecke Willy-Brandt-Straße/Hans-Böckler-Straße) mit Backshop. Eine Spielfläche für Kinder soll die Aufenthaltsqualität sichern.

Für den Lärmschutz ist vorgesehen, den Versandbereich umzubauen, so dass die Halle beim Verladen der Ware für die Filialen den Lärm schluckt beziehungsweise der Lärm deutlich gemindert wird. Für die Kunden und Mitarbeiter seien zudem ausreichend Stellplatzanlagen vorgesehen.


25 Mitarbeiter mehr etwa plant Schollin mit Bezug der neuen Produktionsstätte einzustellen. Sie sollen unter anderem das Café betreiben und das neue Gebäude reinigen. Aktuell beschäftigt der Bäckereibetrieb insgesamt 750 Mitarbeiter in der Produktionsstätte und in den 50 Filialen und 63 Schulbistros.

>> „Ein gelungenes Beispiel für städtische Wirtschaftsförderung“

Für die Fläche an der B8 war in den vergangenen 15 Jahren schon mehreres vorgesehen: eine Großtankstelle, Systemgastronomie sowie ein Gartencenter und ein SB-Möbelhaus sollten sich dort ansiedeln – all die Pläne zerschlugen sich jedoch wieder. Im Jahr 2016 schließlich hat die Stadt den Großteil des Geländes gekauft. Der gewerbliche sowie auch private Immobilienmarkt sei „ein Markt auf dem wir uns zukünftig durchaus bewegen wollen“, sagt Baudezernent Dr. Thomas Palotz. Der nun anstehende Verkauf an das für die Stadt Dinslaken laut Bürgermeister Dr. Michael Heidinger „äußerst wertvolle Unternehmen“ sei ein „gelungenes Beispiel für städtische Wirtschaftsförderung“.

Der Altstandort an der Gerhard-Malina-Straße, den Schollin im Jahr 1994 bezogen hatte, soll nach dem Auszug des Betriebs nachgenutzt werden. „Die Nachfrage hierfür ist zu Genüge da“, sagt Wirtschaftsförderin Svenja Krämer.

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