Schulausschuss

Schulen: Viele Fragen bei Schülern und Eltern in Dinslaken

Schon voll war der Ratssaal während der Sitzung des Schulausschusses. Auch im Treppenhaus sowie im Innenhof des Rathauses fanden sich deshalb Zuhörer ein.

Schon voll war der Ratssaal während der Sitzung des Schulausschusses. Auch im Treppenhaus sowie im Innenhof des Rathauses fanden sich deshalb Zuhörer ein.

Foto: Heiko Kempken

Dinslaken.   Verunsicherung, Verzweiflung, Wut bei Schülern und Eltern von Realschule wie FAS zeigte sich bei der Fragestunde im Schulausschuss in Dinslaken.

Es herrschte Gedränge und Geschiebe bei der Sitzung des Schulausschusses: Der Ratssaal samt Empore war schon voll, so dass sich die Bürger auch im Treppenhaus sowie im Innenhof des Rathauses einfanden, um der Diskussion zur Entwicklung der Schullandschaft zuhören zu können.

Einzig die Plätze des Ausschussvorsitzenden Herbert Kriener (SPD) und seiner Stellvertreterin Natascha Kopsa (CDU) blieben frei, so dass vor Beginn der eigentlichen Sitzung Helmut Weinreich (SPD) als Ausschussvorsitzender übernahm. „Das heute ist ein absolutes Rekordergebnis an Besuchern“, konstatierte er. „Die Anteilnahme ist entsprechend groß, so wie es auch die Bedeutung der Entscheidung ist, die es zu treffen gilt.“

Mitglieder des Schulausschusses stimmten für Vorlage

Um die getroffene Entscheidung vorweg zu nehmen: Die Mitglieder des Schulausschusses stimmten für die Vorlage. Die Verwaltung soll danach beauftragt werden, erstens die Voraussetzungen für die Gründung einer neuen Gesamtschule zum Schuljahr 2020/2021 zu prüfen.

Zweitens soll die Politik bis Ende November entscheiden, an welchen Standort die neue Gesamtschule kommt.

Drittens soll die Verwaltung den Beschluss für eine allmähliche Auflösung der Friedrich-Althoff-Sekundarschule (FAS) bis zur nächsten Sitzungsfolge Ende November vorbereiten.

Viertens soll die Verwaltung im kommenden Schuljahr 2019/20 die Voraussetzungen für einmalig zwei Schulklassen mehr und somit acht Züge an der Ernst-Barlach-Gesamtschule (EBGS) sowie für eine zusätzliche Eingangsklasse an der Realschule in Verbindung mit der möglichen Einrichtung eines Hauptschul-Bildungsganges ab Klasse 7 prüfen.

Fünftens soll die Verwaltung mit den Schulleitungen sowie Eltervertretungen der betroffenen Schulen – „und wenn gewünscht natürlich auch mit den Schülersprechern“, so Sozialdezernentin Christa Jahnke-Horstmann im Ausschuss – Gespräche zur Umsetzung möglicher Maßnahmen führen und die Nachbarkommunen an dem Prozess beteiligen.

Gerd Baßfeld von den Linken stimmte gegen Vorlage

Einzig Gerd Baßfeld von den Linken stimmte gegen die Vorlage: Nicht, so erklärte er zuvor bei der Diskussion, weil er gegen alle aufgeführten Punkte sei, sondern, weil er sie einzeln abgestimmt und eine Entscheidung über den Standort der neuen Gesamtschule schon jetzt geklärt haben wollte.

Antworten waren freundlich, aber nicht aussagekräftig

Länger als die Diskussion der Ausschussmitglieder dauerte jedoch die Einwohnerfragestunde zuvor. Insgesamt 14 Bürger – darunter hauptsächlich Eltern und Schüler von FAS und Realschule – hatten Fragen an die Verwaltung, an Sozialdezernentin Jahnke-Horstmann. Norbert Bruckermann, Vater einer Realschülerin, wollte wissen, wie hoch die Baukosten für die Mensa am FAS-Standort waren; Bianca Bruckermann und Dirk Liebert, die Elternvertreter von Real- beziehungsweise Sekundarschule, fragten, wann genau Gespräche mit den betroffenen Eltern und Schülern geplant seien; Sirac Islekter und Robin Voelker, Schülervertreter der Realschule, wollten ebenfalls wissen, wann sie an dem Prozess beteiligt werden und Marie aus Oberhausen, eine Achtklässlerin der Realschule, fragte, wie sie denn zu ihrer neuen Schule kommen könne.

Christa Jahnke-Horstmanns Antworten waren freundlich, aber nicht aussagekräftig. „Das wird Gegenstand der zu führenden Gespräche sein“, lautete sie in den meisten Fällen. Fest stand für die Sozialdezernentin lediglich: „Wenn wir eine zweite Gesamtschule in Dinslaken gründen, dann muss das ein Erfolg werden.“

>> UNTERSCHIEDLICHE AUSSAGEN ZUR ZÜGIGKEIT

  • Die Zügigkeit an Sekundarschulen in NRW war ein Streitpunkt. Wie die NRZ in ihrer Ausgabe am Dienstag berichtete, sagt die FDP, dass die Landesregierung eine Zweizügigkeit zugelassen hat. Die Verwaltung, so Christa Jahnke-Horstmann, habe hingegen am Dienstag auf Nachfrage bei der Bezirksregierung erfahren, dass Sekundarschulen regulär weiterhin dreizügig sein müssen.
  • Die NRZ hat am Dienstagabend nach dem Ausschuss beide Behörden hierzu per Mail angefragt.

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