Seelsorge

Sein Glaube hilft ihm, den Leidenden Zeit zu schenken

Adolfo Terhorst, hier in der Krankenhaus-Kapelle, ist der katholische Seelsorger im St.-Vinzenz-Hospital und gleichzeitig auch Notfallseelsorger.

Foto: Heiko Kempken

Adolfo Terhorst, hier in der Krankenhaus-Kapelle, ist der katholische Seelsorger im St.-Vinzenz-Hospital und gleichzeitig auch Notfallseelsorger.

Dinslaken.   Adolfo Terhorst ist Seelsorger im St.-Vinzenz-Hospital. Er ist nicht nur für die Patienten, deren Angehörige, auch für die Mitarbeiter zuständig.

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Die wohl schönsten Augenblicke im Leben des Seelsorgers Adolfo Terhorst sind die Momente, in denen er ein Neugeborenes segnen kann und die Eltern zu ihrem prächtigen Baby beglückwünscht. „Eine Segnung ersetzt keine Taufe“, hebt Adolfo Terhorst hervor, „dennoch ist es ein ergreifender Akt, das Kind auf der Welt willkommen zu heißen.“ Vor allem, wenn das Kind rundum gesund ist, „doch auch Eltern mit einem kranken oder behinderten Kind sind unglaublich glücklich, dass es überhaupt lebt“, erzählt Terhorst.

Krankheit, Verzweiflung, Trauer – das sind die Beweggründe, die ansonsten die Patienten des St.-Vinzenz-Hospitals oder deren Angehörige zu Adolfo Terhorst führen. Er deckt den katholischen Teil der Seelsorge ab, Krankenhauspfarrerin Petra Schorberger-Waldhausen den evangelischen. Demnächst werden noch drei ehrenamtliche Mitarbeiter in der Seelsorge in den Dienst genommen.

Seit Dezember 2012 ist Adolfo Terhorst im Vinzenz-Krankenhaus tätig, ist zuständig für die Patienten und ihre Angehörigen, aber auch für die Mitarbeiter des Hospitals. Zudem gehört er dem Ethik-Komitee des Hauses als stellv. Vorsitzender an. Er kennt sein Metier, arbeitet bereits seit 1981 in der Seelsorge, unter anderem auch schon einmal an seiner jetzigen Stelle. Außerdem kümmert er sich als Notfallseelsorger um die Notfall-Einsatzkräfte im Kreis Wesel.

Wer erkrankt ist, erlebt dies als Unterbrechung seines gewohnten Lebensganges – das allein reicht schon, um in ihm Ängste und Sorgen auszulösen. Trifft ihn dann noch die Nachricht einer schweren, vielleicht auch unheilbaren Krankheit, dann kommen Verzweiflung, Angst und Fragen nach dem ‘Warum gerade ich’ auf.

So manche Hilflosigkeit wirkt sich auch auf die Angehörigen aus. Oft suchen sie dann den Weg zu Adolfo Terhorst. „Entweder sie wenden sich direkt an mich, oder ihre Angehörigen oder das Pflegepersonal,“ erzählt Terhorst. Er könne ihnen die Krankheit nicht nehmen, aber sein größtes Geschenk an die Betroffenen sei es, ihnen Zeit zu schenken, ihnen aufmerksam zuzuhören, für sie dazusein und ihnen zu folgen. Über das Gespräch mit einem Patienten und Angehörigen hat er Stillschweigen zu wahren, ähnlich dem Beichtgeheimnis der Priester. Seine oberste Aufgabe sei es, gut für den Betroffenen zu sorgen – aber auch für sich. „Sonst schafft man es nicht.“

Noch hat Terhorst keiner seiner „Fälle“ aus der Bahn geworfen. „Mein Glaube hilft mir und meine eigene Lebensgeschichte mit all ihren Höhen und Tiefen,“ so Terhorst. Doch auch er weiß: Ein Seelsorger sollte spätestens alle zehn bis zwölf Jahre seinen Dienst wechseln. Auch wenn sich Seelsorger gegenseitig unterstützen.

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