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Sieben Festnahmen! Kontrollen der Polizei auch in Dinslaken

Die Polizei führte am Mittwoch an der Brinkstraße in Dinslaken Kontrollen durch. Es ging vor allem um reisende Tätergruppen. Foto:Heiko Kempken

Die Polizei führte am Mittwoch an der Brinkstraße in Dinslaken Kontrollen durch. Es ging vor allem um reisende Tätergruppen. Foto:Heiko Kempken

Dinslaken.   Polizei ging am Mittwoch auch in Dinslaken gegen reisende Tätergruppen vor. Die Einbruchszahlen sind im ersten Vierteljahr weiter gesunken.

Am Ende entscheidet das Bauchgefühl, ob Norbert Klump und seine Kollegen einen Wagen bei der Polizeikontrolle herauswinken. Der gammelige Kastenwagen wird ebenso auf den Seitenstreifen der Brinkstraße geleitet wie der glänzende Mercedes und ein Kleinlaster mit Firmenaufschrift. Bei der Kontrolle am Mittwoch geht es vornehmlich um „reisende Tätergruppen“, wie die Polizei formuliert. Aber wer gegen Lenkzeiten und Ladevorschriften verstößt oder von einem Gericht gesucht wird, wird ebenfalls gern genommen. „Der bunte Strauß Kontrollen“, nennt der 1. Polizeihauptkommissar Norbert Klump flapsig, was offiziell „Präsenz zeigen“ heißt. Die Kontrollaktion war landesweit angesetzt.

Ungesicherte Ladung kann teuer werden

Der Lkw-Fahrer fragt nicht lange. Er zieht eine Warnweste an und öffnet seinen Laderaum. Zwei Polizeibeamte klettern auf die Ladefläche. Experten, die sich fast ausschließlich mit Fragen der korrekten Ladung befassen, erklärt Kristin Heuken, Sprecherin der Kreis-Polizei. Der Lkw-Fahrer hat nun Zeit. Eine solche Kontrolle dauert. Schließlich geht es nicht um Kleinigkeiten. Sondern im Ernstfall um Leben und Tod. „Die Bußgelder sind daher auch empfindlich hoch“, erklärt Kristin Heuken. Wenn eine Ladung die Verkehrssicherheit gefährdet, werden für den Halter 325 Euro fällig. Auch der Labrador, der auf der Rückbank des nächsten kontrollierten Transporters wartet, ist formal übrigens Ladung und müsste gesichert werden, erklären die Beamten noch bevor es zum nächsten Wagen geht.

Die Beamten tragen schusssichere Westen

Ein Mercedes, der Stern ist abgebrochen. Die Polizei kontrolliert die Papiere, gibt den Namen des Fahrers in die Datenbank ein. Treffer! „Ein Eierdieb“, scherzt einer der Beamten dann — soll heißen: nichts Schwerwiegendes.

Die Familie darf weiterfahren, ebenso wie der Fahrer der Limousine davor. Der Mann mit Schlabbershirt und Sonnenbrille steigt aus dem Auto, als er angehalten wird. Bloß, um den Rucksack mit den Papieren aus dem Kofferraum zu holen, nichts Bedrohliches. Dennoch: Auch auf aggressive Fahrer ist die Polizei eingerichtet. „Wir haben Respekt, sind vorsichtig,“ sagt Norbert Klump. Polizeihauptkommissar Andreas Coen zieht die Uniformjacke hoch. Darunter trägt er eine weiße Weste. Wir dürfen fühlen: hartes, sperriges Material. „Schusssicher“ sagt Coen. Angst darf hier niemand haben „dann könnte man den Job nicht machen,“ sagt Klump. Die Beamten würden die Fahrer freundlich ansprechen sagt er. Die meisten reagieren ebenso.

Mit Glück geraten Täter in die Kontrolle

Enttarnen kann eine Kontrolle reisenden Einbrecher kaum – wenn sie nicht gerade Beute vom Bruch am Vorabend geladen haben. Aber es könnte zufällig kontrolliert werden, wer gerade auf dem Weg ist, um eine Gegend auszuspähen, erklärt Kristin Heuken. Denn das würden Einbruchbanden – anders als spontane Einbrecher – tatsächlich machen, um lohnende Objekte und deren Sicherungen zu erkunden, so Kristin Heuken. Wenn Anwohnern ein Wagen auffällt, der nicht in ihr Wohngebiet gehört, wurde er mit etwas Glück zuvor in der Kontrolle erfasst.

Weniger Einbrüche im Kreis Wesel

Die Einbruchszahlen sind im Kreis Wesel im vergangen Jahr zurückgegangen und liegen auch in den ersten drei Monaten 2019

niedriger als 2018: Kreisweit wurden im ersten Quartal 2019 insgesamt 226 Einbrüche verübt, 2018 waren es im Vergleichszeitraum 284. In Dinslaken ist die Einbruchszahl im ersten Quartal von 41 im vergangenen Jahr auf 17 in diesem Jahr gesunken. Die Polizei führt das auch auf die Kontrollen und die Aufmerksamkeit der Bürger zurück.

Anwohner werden daher weiterhin dringend gebeten, die Polizei auf auffällige Autos oder Personen in ihrer Gegend aufmerksam zu machen. Denn auch darauf kommt es an: das Bauchgefühl der Bürger.

Die Ergebnisse der Kontrollen

Insgesamt überprüfte die Polizei im Kreis Wesel am Mittwoch 497 Personen in 428 Fahrzeugen.

Dabei wurden41 Verkehrsverstöße geahndet, für zwei Verkehrsverstöße wurden Strafanzeigen geschrieben. Außerdem gab es vier andere Strafanzeigen. Sieben Menschen wurden festgenommen: Einer wurde mit Haftbefehl gesucht, einer wegen des Verdachts der Urkundenfälschung mit zu Wache genommen, fünf wurden wegen des Konsums oder Besitzes von Alkohol- oder Drogen festgenommen. Außerdem wurde ein geringe Menge Drogen gefunden.

Hintergrund

Die Polizeistatistik für den Kreis Wesel hat bereits im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang der Gesamtkriminalität und auch der Einbrüche gezählt. Danach war die Kriminalität auf dem tiefsten Stand seit 25 Jahren.


Die Zahlen sind auf der Homepage der Kreispolizei Wesel nachzulesen.
Hier findet sich auch das wöchentliche Einbruchsradar.

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