Runder Geburtstag

Siedlergemeinschaft Bergsegen IV besteht seit 60 Jahren

Im Vereinshaus der Kleingartenanlage Am Siepenbach wurde das Fest zum 60. Geburtstag gefeiert.  

Foto: Privat

Im Vereinshaus der Kleingartenanlage Am Siepenbach wurde das Fest zum 60. Geburtstag gefeiert.   Foto: Privat

Dinslaken.   Die Siedlergemeinschaft Bergsegen IV aus Dinslaken besteht seit 60 Jahren. Bergleute hatten damals in Hiesfeld 19 Doppelhaushälften errichtet.

Sie kannten sich von der Arbeit auf der Zeche Lohberg, nun sollten sie Nachbarn werden, sich gegenseitig beim Hausbau helfen. Nach und nach entstanden in der Stadt Siedlungen. 1949 wurde vom Bergwerksdirektor Dr. Hoffmann mit der Barbarsiedlung das erste von Bergarbeitern erbaute Wohngebiet ins Leben gerufen.

Später kamen weitere hinzu, eine davon ist die Siedlergemeinschaft Bergsegen IV. Deren Mitglieder haben in diesen Tagen einen runden Geburtstag gefeiert. Vor 60 Jahren war der Grundstein für die Häuser an der Taubenstraße, an der Straße An den Höfen und an der Heistermannstraße gelegt worden. Noch heute wohnen in den Häusern elf Leute, die schon bei der Gründung der Siedlergemeinschaft dabei waren.

Die Zeche half Arbeitern, eine Heimat zu finden

Einer davon ist Helmut Ferch, der viele Jahre auch als Vorsitzender aktiv war. Er kam in den 50er-Jahren aufgrund der Arbeit nach Dinslaken, die Zeche suchte Leute. Und sie half ihnen, eine Bleibe zu finden, den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Nach und nach entstanden auf den Feldern Wohnhäuser.

In der Siedlung Bergsegen IV sind es Doppelhäuser. 19 wurden ab 1957 gebaut – sechs an der Taubenstraße, acht an der Straße An den Höfen und fünf auf der Heistermannstraße. Vorgeschrieben war, dass die Eigentümer mithalfen, selbst anpackten. Der Bergbau stellte Polierer, Maurer und Zimmerleute, auch die Strom- und Wasserleitungen wurden von Firmen installiert. Den Rest machten die Bergleute selbst, 2500 Stunden waren Pflicht. „Es ging etappenweise“, so Helmut Ferch. Nach und nach entstanden die zweigeschossigen Häuser. Auch das war eine Vorschrift: Die Eigentümer mussten in einer Einliegerwohnung einen Bergmann aufnehmen.

Siedlergemeinschaft hatte erst vier Vorsitzende

Die Häuslebauer kannten sich von der Arbeit. Mit Hilfe der Siedlergemeinschaft rückten sie noch enger zusammen. Man feierte gemeinsam, auch heute noch gibt es jedes Jahr ein Siedlerfest. Partys gab es zu Karneval und Silvester.

Die Gemeinschaft sei etwas Besonderes, man half sich gegenseitig, man kannte sich, die Kinder spielten auf der Straße, wer Hilfe benötigte, bekam sie, sagt Helmut Ferch. Das mache heute noch die Siedlergemeinschaft aus, auch wenn in einigen Häusern nicht mehr Bergleute oder deren Kinder wohnen.

Wichtige Aufgabe: Kontakte aufrechthalten

So sieht es auch Jörg Gericke, der Helmut Ferch vor zwei Jahren als Vorsitzender der Siedlergemeinschaft abgelöst hat: „Man hält zusammen, man kennt sich und lebt nicht nur nebeneinander her.“ Seine wichtigste Aufgabe als Vorsitzender sieht er darin, die Kontakte der Mitglieder aufrechtzuhalten. Und neue Hauseigentümer in die Gemeinschaft zu integrieren.

Gericke ist erst der vierte Vorsitzende der Siedlergemeinschaft. Ab der Gründung hatte Werner Lindemans für 13 Jahre das Amt inne. Ihm folgte Ewald Schlabes, der elf Jahre Vorsitzender der Siedlergemeinschaft gewesen ist. Helmut Ferch wurde 1983 gewählt und blieb bis 2015 im Amt.

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