Karneval

So eroberten die jecken Weiber das Rathaus Dinslaken

Als die Möhnen die Tür mit dem Rammbock geöffnet hatten, strömte das jecke Volk in den Burginnenhof.

Foto: Lars Fröhlich

Als die Möhnen die Tür mit dem Rammbock geöffnet hatten, strömte das jecke Volk in den Burginnenhof. Foto: Lars Fröhlich

Dinslaken.   Stadt verteidigte die Burg mit Hindernis-Parcours und Dreigestirn - und konnte am Ende nur hoffen, dass die Sanierung nicht noch teurer wird.

„Das kann doch nicht sein, dass die Politik fünf Millionen Euro in das Rathaus investieren will und jetzt werden wir von den Närrinnen und Narren überrannt und das ganze Gebäude ist in Gefahr. Es geht um alles – und wir werden gewinnen!“ So kämpferisch gab sich Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger – während draußen, vor dem Burgtor, die Möhnen los waren.

Mit Kamelle auf die Dosenburg

Die Prinzessinnen und Lieblichkeiten der Dinslakener Karnevalsvereine Stadtprinzessin Sabine I. vom HCC, Lieblichkeit Ulrike I. der KG Rot-Gold und die Blau-Weiße Kinderprinzessin Shakira I., hatten unzählige jecke Weiber und einige Männer als Unterstützung mitgebracht.

Die Burg entern – das hatten sie sich aber wohl leichter vorgestellt. Denn das Stadtoberhaupt fuhr groß auf: Mit Katja Walkowiak, Natascha Betke und Holger Mrosek bot ein eigenes Rathaus-Dreigestirn den Weibern Paroli, die sich noch dazu durch einen ganzen Hindernis-Parcours kämpfen mussten. „Wer Kamelle werfen will - der muss erst einmal beweisen, dass er trifft“ höhnte Holger Mrosek und befahl den Damen, mit Kamelle einen Dosenstapel umzuschmeißen.

Da war der Bürgermeister noch siegessicher

„Das schaffen wir!“ brüllten die Weiber, holten mit dem ganzen Sack voll Kamelle aus – und wurden prompt zurückgepfiffen. Dann eben mit einzelnen Bonbons! Immerhin hatten die Mädels schon Kran gespielt und Türmchen gebaut. Die letzte Hürde: „Vier gewinnt gegen Holger Mrosek. Das schaffen die nie“, klotzte Heidinger beim Stand von 2:2. Und dann knallte doch der Rammbock gegen das Tor.

Jecke Weiber erobern das Rathaus in Dinslaken

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Die Verteidigung wich einem warmen Willkommen mit kühlem Pils und der Kapitulation des Bürgermeisters: „Diese Schlacht wird als die Schlacht vom Rotbach in die Geschichte eingehen, wir hatten keine Chance“, sagt er. Und mit der Bitte, das Rathaus so zu hinterlassen, „dass wir nachher nicht sechs Millionen bezahlen müssen“, übergab er den Möhnen den Schlüssel.

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