Tulpensonntagszug

So feierten die Voerder ihren Straßenkarneval

Die Besucher freuen sich über Kamelle, die vom Wagen regnet. Von den Regentropfen vom Himmel ließen sie sich nicht die Laune verderben.

Foto: Markus Joosten

Die Besucher freuen sich über Kamelle, die vom Wagen regnet. Von den Regentropfen vom Himmel ließen sie sich nicht die Laune verderben. Foto: Markus Joosten

Voerde.  Fantastische Wesen, farbige Hingucker und große Tiere aus längst vergangener Zeit: Wagengruppen und Besucher bewiesen in Voerde ihre Kreativität.

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Dirk Grah, beim 1. Voerder Karnevalsverein (VKV) für das Marketing zuständig, trägt einen knallroten Hut, auf seinem bunten Hemd prangen zahlreiche Clownsgesichter. Er streckt beide Arme empor: „Helaauauuuu“, ruft er voller Energie und nimmt Blickkontakt mit den Narren entlang der Zugstrecke auf, damit es gezielt Kamelle regnen kann. Wer 25 Jahre lang auf einem Wagen den Tulpensonntagszug begleitet, der hat einige Tipps parat: „Wenn der Wagen zum Stehen kommt, keine Kamelle werfen, um zu sparen“, sagt er. „Und den Leuten in die Augen gucken, bevor man wirft.“

Leider regnet es an diesem Tag nicht nur Kamelle vom Wagen, sondern zwischenzeitlich auch nasse Tropfen vom Himmel. Das Wetter meint es mit den Narren nicht ganz so gut wie noch drei Tage zuvor an Altweiber. Aber davon lassen sie sich hier nicht abschrecken: „Auch das bisschen Regen macht uns nichts“, ruft es aus dem Mikrofon. „Voerde – helau, Ihr an der Zugstrecke – helau.“ So schlängelt sich der närrische Lindwurm mit seinen 34 Gruppen durch die Voerder Straßen.

So zieht der närrische Lindwurm durch Voerde

Besucher und Vereine feierten am Tulpensonntag wieder ihren Straßenkarneval in der Voerder Innenstadt. Sie präsentierten dabei viele kreative Kostüme und Wagen.
So zieht der närrische Lindwurm durch Voerde
Petra Keßler, Anja Hasenjürgen, Ann-Christin Fürbach

Viel Kreativität bei Kostümierung

Vorbei geht es an den bunt kostümierten Narren: Eine Fußgruppe Musketiere ist dabei; zwei Paradiesvögel – mit strahlenden lilafarbenen und blauen Federn – sind kaum zu übersehen, ebenso wenig wie der große Tyrannosaurus, der mit seinem langen Hals nur gerade so eben unter der Bahn-Unterführung stehen kann. Und nicht zu vergessen die kleinen Narren – im Spiderman-Kostüm, als FBI-Agent, Löwen, Indianer, Cowboys oder Ritter sind sie zu entdecken. Besonders stark vertreten sind natürlich die fantastischen Einhörner.

So strecken sie ihre noch leeren oder teils schon gefüllten Tüten in Richtung Wagen-Kolonne, rufen „Helau“, winken hinauf zum Wagen und suchen sehnsüchtig den Blick der Kamellewerfer. Rund 18 Personen sind auf dem Elferratswagen des VKV damit beschäftigt, ihrem Wunsch gerecht zu werden. Für mehrere tausend Euro hat der VKV Wurfmaterial zur Verfügung, rund 20 000 Artikel sind es, schätzt Dirk Grah. Der große Spaß, den die Kinder haben, wenn der Zug vorbei fährt – das ist ein Grund, warum er jedes Jahr wieder oben auf dem Wagen steht. „Für sie ist es das Highlight, du musst ihnen nur in die Augen schauen.“ Und so gehen Energie und Enthusiasmus in seiner Stimme auch nicht verloren.

Weitere Bilder finden Sie hier in unserer Fotostrecke.

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