Rewe-Versuch

So läuft der Verkauf in mitgebrachten Frischhaltedosen

Von der Fleischtheke in die Plastikdose: Bei Rewe in Hiesfeld können Kunden mitgebrachte Boxen füllen lassen.

Foto: NRZ

Von der Fleischtheke in die Plastikdose: Bei Rewe in Hiesfeld können Kunden mitgebrachte Boxen füllen lassen. Foto: NRZ

Dinslaken.   Rewe in Dinslaken will Verpackungsmüll vermeiden und füllt Fleisch und Wurst in Plastikboxen der Kunden. Der Kreis hat das Verfahren genehmigt.

„Mehrweg nutzen und Müll vermeiden“ mahnt ein großes Plakat über der Fleischtheke des Rewe am Jahnplatz in Hiesfeld. Wer hier einkauft, kann auf Folie und Tüte um Fleisch und Wurst verzichten - und sich die gekaufte Ware direkt in seine mitgebrachte Plastikdose packen passen. Die beiden Rewe-Meyer Märkte in Dinslaken und Duisburg testen das Verfahren seit Anfang September für Rewe – in Abstimmung mit der Lebensmittelüberwachung des Kreises Wesel. Den Einkauf mit Dose haben wir gestern getestet.

Nur der Kunde darf die Dose berühren

Die Verkäuferin schiebt ein Tablett über die Fleischtheke. Hier sollen die Kunden die Dose platzieren – ohne oder mit weit geöffnetem Deckel. Die Angestellten dürfen den Deckel nicht anfassen, damit die Hygiene gewährleistet ist, erklärt die Verkäuferin, während sie die gewünschten Frikadellen in die Dose packt. Denn nichts von außerhalb darf in Kontakt mit dem Hygienebereich hinter der Theke kommen. Durch das Tablett ist das gewährleistet. Deswegen muss der Kunde auch die Dose selbst wieder verschließen. Die Verkäuferin reicht den Bon herüber – zum Selbstaufkleben. Wer keine eigene Box hat, kann direkt beim Kauf eine erwerben - fünf Größen stehen zur Auswahl. Die neue Dose wird dann hinter der Theke erst desinfiziert, dann befüllt. An der Kasse werden Ware und Box bezahlt.

Eigeninitiative des Marktbetreibers vor Ort

Weil der Test erst seit zweieinhalb Wochen und auch nur in zwei Märkten läuft, könne man über die Nachfrage noch keine Auskunft geben, so Rewe-Sprecherin Julia Hertin. Außerdem handele es sich um eine „kleine Initiative“ des Marktbetreibers vor Ort - der gestern leider für die Redaktion nicht erreichbar war. Diese selbst bei einem Erfolg aufs ganze Rewe-Gebiet zu übertragen sei schwer, weil jeweils mit den Behörden vor Ort verhandelt werden müsse, so die Sprecherin.

Der Kreis Wesel sieht „kein Risiko“

Der Kreis Wesel war von Beginn an in die Pläne eingebunden, sagt Andrea Hüls von der Lebensmittelüberwachung des Kreises. Im Juni stellte der Betreiber dem Kreis die Idee vor. Die Behörde sieht bei dem Prozedere „kein Risiko, vor allem durch die Verwendung des Tabletts“. Das Konzept sei „schlüssig.“ Der Händler „ist natürlich für die Einhaltung der Hygienevorschriften und Schulung der Mitarbeiter verantwortlich“, so Andrea Hüls. Der Kreis überprüfe dies bei den Routine-Kontrollen.

Seit Juni gibt es bei Rewe auch Milch zum Selbsttanken

Der Dinslakener Rewe war bei der Kreisverwaltung schon durch die Einführung der Milchtankstelle des Lohmann-Hofs aus Voerde bekannt. Auch hier war die Behörde eingebunden und ist von der Sache überzeugt.

Früher sei es generell üblich gewesen, seine Milchkanne mitzubringen – und Frischwaren seien in Zeitungspapier verpackt worden, erinnert sich Andrea Hüls. Das sei zwar aus hygienischen Gründen so nicht mehr möglich. Aber das Rewe-Konzept sei ein Schritt in die richtige Richtung.

>>INFORMATIONEN UND DISKUSSION

Ein Handzettel auf der Rewe-Fleischtheke gibt Kunden Informationen zum Ablauf des Einkaufs in mitgebrachte Frischhaltedosen.

Das Thema wird auf Facebook heftig diskutiert. Finden Sie es umweltbewusst - oder unhygienisch? Reden Sie mit auf www.facebook.de/nrzdinslaken

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