Wasserqualität

So sauber ist das Brunnenwasser in Dinslaken, Voerde, Hünxe

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Die meisten untersuchten Wasserproben aus Dinslaken, Voerde und Hünxe waren unbedenklich.

Die meisten untersuchten Wasserproben aus Dinslaken, Voerde und Hünxe waren unbedenklich.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Dinslaken/Voerde/Hünxe.  Der VSR-Gewässerschutz hat untersucht, ob das Brunnenwasser aus Dinslaken, Voerde und Hünxe sauber genug zum Füllen von Planschbecken ist.

Viele Menschen aus Dinslaken, Voerde und Hünxe besuchten den Informationsstand des VSR-Gewässerschutz (Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse) in Voerde, um abzuklären ob sie mit ihrem Brunnenwasser das Planschbecken für die Kinder befüllen können. Nun liegen die Ergebnisse vor - in den meisten Fällen gab der VSR grünes Licht.

109 Proben wurden untersucht

109 Wasserproben von privat genutzten Brunnen aus dem Raum Dinslaken, Voerde und Hünxe hat der VSR-Gewässerschutz untersucht. „Erfreulicherweise haben wir festgestellt, dass über 80 Prozent der Proben zum Befüllen eines Planschbeckens geeignet sind. Auf diese Weise können viele Brunnennutzer kostbares Leitungswasser sparen und mit den Trinkwasservorräten nachhaltig umgehen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende des VSR-Gewässerschutz.

Häufigster Ausschlussgrund: e-Coli-Keime

Doch das Ergebnis zeige auch, dass es wichtig sei, Gesundheitsrisiken auszuschließen. Der häufigste Ausschlussgrund waren derart hohe bakteriologische Belastungen mit coliformen Keimen und e.Coli, „dass man das Wasser auch bei der Verwendung von Desinfektionsmitteln nicht zum Befüllen eines Planschbeckens nutzen kann“, so der Verein. Das Wasser muss zum Befüllen eines Pools keine Trinkwasserqualität aufweisen. Allerdings seien die Desinfektionsmittel für Pools nicht dafür geeignet, starke Belastungen im Füllwasser zu beseitigen. Hiervon war jeder fünfzehnte Brunnen betroffen.

Das rät der VSR-Gewässerschutz

Die Bakterien können über defekte Abwasserrohre ins Grundwasser geraten. Allerdings ist häufig gar nicht das Grundwasser mit Bakterien belastet, sondern die Bakterien dringen bei Starkregenfällen durch undichte Deckel oder Risse in den Brunnen ein. „Daher raten wir den Brunnenbesitzern bei einer bakteriologischen Belastung erst mal zu überprüfen ob Regenwasser in den Brunnen gespült wird“, so der Verein. Bei jeder 27. Probe fanden Dipl. Phys. Harald Gülzow, Projektleiter im VSR-Gewässerschutz und Milan Toups, Bundesfreiwilliger (BFD) bei den Untersuchungen sehr viel Eisen. Eisenhaltiges Brunnenwasser führe zu keiner Gesundheitsgefahr, könne aber den Badespaß vermiesen, da das Eisen nach ein paar Tagen zu einer Verfärbung des Wassers und Ablagerungen führt.

Der VSR-Gewässerschutz rät daher, wenn das Wasser nicht wie in kleinen Planschbecken häufig gewechselt wird, zu einer Sandfilteranlage für Pools. Bei zwei Brunnen wies das Wasser eine zu hohe Nitratkonzentration zum Befüllen eines Planschbeckens auf.

Mit dem oberflächennahen Grundwasser nachhaltig umgehen

Der VSR-Gewässerschutz klärt Brunnennutzer darüber auf, dass es dringend nötig ist auch mit dem oberflächennahen Grundwasser nachhaltig umzugehen. Am Informationsstand bekamen die Bürger Informationen wie jeder einzelne Gartenbesitzer dazu beitragen kann, dass das Grundwasser wieder aufgefüllt wird. Der VSR-Gewässerschutz rät, hierzu das Regenwasser vom Dach im Garten zu versickern und nicht über die Kanalisation zu entsorgen. Am besten eigne sich dabei die Muldenversickerung, da sie sich gut in den Garten eingliedere und dafür sorge, dass das Regenwasser optimal durch die Bodenschichten gereinigt werde.

Weitere Informationen gibt es auf https://www.vsr-gewässerschutz.de/analyse/der-eigene-brunnen/planschbecken-füllen/. Brunnennutzern, die den Termin am Labormobil verpasst haben bietet der Verein an, eine Wasserprobe per Post zur Untersuchung zuzusenden.

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