Stadthalle

Baustellenbesuch: So sieht die Stadthalle Dinslaken aus

Bühnenraum und Saal der Kathrin-Türks-Halle in Dinslaken sind bis auf den nackten Beton entkernt. Foto:Erwin Pottgiesser

Bühnenraum und Saal der Kathrin-Türks-Halle in Dinslaken sind bis auf den nackten Beton entkernt. Foto:Erwin Pottgiesser

Foto: Erwin Pottgiesser

Dinslaken.   Die Sanierung der Kathrin Türks-Halle liegt im Zeitplan. Am Montag wird der Durchgang am Ententeich gesperrt. Der Kampfmittelräumdienst rückt an.

In der ehemaligen Garderobe häufen sich Steine, das Foyer ist nur noch an der markanten Treppe zu erkennen, der Saal der Stadthalle ist entkernt: kahler Beton wo früher Holzboden und Bühne waren. In der Außenwand gähnen Löcher. Die Schadstoffsanierung ist geschafft – die Stadtverwaltung nutzte die Gelegenheit, der Presse den aktuellen Stand der Baustelle zu präsentieren. Die gute Nachricht: Alle Arbeiten sind im Zeitplan. Allerdings schlägt sich die brummende Baukonjunktur nieder: Auf manche Ausschreibungen hat sich keine Firma beworben.

Doch kein Photovoltaik am Bühnenturm

Weder auf die Ausschreibungen zu den Sanitäranlagen noch auf die Feuerlöschtechnik oder den Bühnenvorhang haben Firmen reagiert, so Walburga Wüster, Geschäftsführerin der stadteigenen ProZent GmbH, die die Sanierung der ehemals „guten Stube“ Dinslakens organisiert. Die Aufträge werden nun noch einmal beschränkt ausgeschrieben.

Nachdem für die Bürger die Arbeiten, die im August begonnen haben, lange mehr hör- als sichtbar waren, wird die Sanierung seit dem Abtragen der Kupferplatten nun auch augenfällig. Darunter zeigte sich, dass nicht nur im Inneren der Halle sondern auch außen Betonsanierungen fällig werden. Bis Ende Mai soll die Fassade komplett entkleidet sein.

Betonsanierung auch außen nötig

Dann folgt im Inneren der Halle der statische Abbruch: Im Bereich der früheren Kegelbahn sollen Garderobe und Sanitäranlagen entstehen, der Aufzug soll bis dorthin führen. Das Foyer soll nicht nur nach oben geöffnet werden sondern die breite Treppe, die bislang in den Saal führte, soll künftig nach unten erweitert werden.

Dafür müssen Teile der Decken und Wände entfernt werden. Im August startet die Betonsanierung – „innen und außen“, so Walburga Wüster. Außen sollen anstelle der Kupferplatten silbrige Aluminiumplatten angebracht werden. Von der Photovoltaikanlage am Bühnenturm mussten sich die Planer verabschieden – sie hätte sich nicht rentiert, bedauert Walburga Wüster.

Halle soll bis zum Jahresende abgedichtet sein

Die Hausanlagentechnik wird vorbereitet, die Lüftungskanäle ausgearbeitet. Bis zum Jahresende soll das Gebäude abgedichtet, Fenster montiert sein, sagt der örtliche Bauleiter Uwe Drecker (Ernst ² Architekten), damit die Elektrik installiert werden kann und die Werte in der Stadthalle geschützt sind.

Durchgang am Ententeich wird gesperrt

Ab Montag wird der Durchgang zwischen Rathaus und Halle zeitweilig gesperrt. Der Kampfmittelräumdienst hat einen „Verdacht geäußert“, so Walburga Wüster, der ausgeräumt werden müsse. Anschließend wird in dem Bereich die Baugrube ausgehoben.

Der Durchgang wird für etwa vier Wochen – und auch danach sporadisch – innerhalb der Woche gesperrt, über diesen Weg soll die Baustelle angedient werden. Hier fahren dann die Baufahrzeuge. Die Stadthalle wird an der Stelle um einen Multifunktionsraum mit Dachterrasse erweitert, ein weiterer kleiner Multifunktionsraum soll im Bereich des früheren Restaurants entstehen.

Akustik „wie in der Elbphilharmonie“

Im Saal hallt es, der nackte Beton wirft jedes Geräusch zurück. Die Stahlträger des Bühnendachs sind sichtbar. Dort soll ein Gitterboden eingezogen werden. „Zugang zur Absturzzone“ warnt derzeit am alten Seilboden ein Schild. Der Gitterboden ist noch provisorisch, die Arbeiter extra gesichert. Die störanfällige Technik dort wird erneuert, darunter werden zwei Decken eingezogen – aus akustischen Gründen. „Ähnlich wie in der Elbphilharmonie“, scherzt Planungsdezernent Dr. Thomas Palotz.

Walburga Wüster dämpft die Erwartungen: Bei der Akustik muss ein „gesunder Kompromiss“ zwischen Musik und Sprechtheater und den Belangen der Technik wie Lüftungen gefunden werden. Die Decke soll optisch „zurücktreten“, erläutert Architektin und Bauleiterin Jutta Günzler (Blocher Partners): Sie wird schwarz, die Wände sollen mit Holz gestaltet werden. Alle Materialien werden aber zuvor der Stadt, der Politik und soweit möglich auch der Öffentlichkeit (s. Box) vorgestellt – damit es keine bösen Überraschungen gibt, wenn die Halle hoffentlich wie geplant im Sommer 2020 wieder eröffnet.

Baustellenbüro und Anlaufstelle

Die Stadthat das ehemalige Ladenlokal von Zeemann angemietet. Dort

sollen das Baubüro und eine Anlaufstelle für Bürger eingerichtet werden. Walburga Wüster plant, in den Räumen auch die Materialien, die etwa für Wände oder Fassade verwendet werden, zu präsentieren.

Die Sanierung der Stadthalle ist teurer als zunächst kalkuliert. Statt der erwartete erwarten maximal 28,5 Millionen Euro sollen es nun maximal 34,6 Millionen Euro sein.

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