Schultheater

So war Jörg Detmolds letztes Stück am Gymnasium Voerde

Eine Szene aus der Aufführung der Theater-AG des Gymnasiums Voerde.

Eine Szene aus der Aufführung der Theater-AG des Gymnasiums Voerde.

Foto: Heiko Kempken / Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Voerde.  Lehrer und Regisseur Jörg Detmold hat am Gymnasium Voerde über 70 Stücke inszeniert. Mit Molières Komödie nahm er jetzt Abschied von der Schule.

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Vorhang zu! Mit Molières „eingebildetem Krankem“ feierte Lehrer und Regisseur Jörg Detmold seine letzte Inszenierung am Gymnasium Voerde. Es war auch Molières letztes Stück. Der französische Dramatiker und Schauspieler erlitt während seiner letzten Aufführung auf der Bühne einen Blutsturz, an dem er später verstarb. Ob es nun der Zufall so wollte, oder Detmold mit seiner Auswahl darauf anspielen wollte, dass es sein letztes Stück am GV sein wird, sei dahingestellt.

Im Mittelpunkt steht der reiche Argan (hervorragend gespielt von Patryk Kozubik), der eingebildete Kranke, dessen Hauptbeschäftigung darin liegt, seine Tabletten zu zählen und seine Krankenschwester Antoinette (von Amira Müller ebenso herrlich dargestellt) herumzuschubsen. Diese lässt es sich freilich nicht gefallen. Einige, von denen Argan glaubt, er habe sie in der Hand, sind so gar nicht an seiner Genesung interessiert. Folglich tun sie alles, um den Hypochonder in seiner Einbildung zu bestärken. Allen voran seine von Dorin Krücken wunderbar gespielte Ehefrau Béline, die auf ein recht ansehnliches Erbe spekuliert. Einzig seine Töchter Angélique (Amy Barten) und Louison (Johanna Kampen), die in Argan alles andere als einen selbstlosen Vater haben, empfinden ehrliche Zuneigung für ihn.

In weiteren Rollen zeigten Tim Walter und Karl Burow als Herr Diafoirus und sein Sohn Thomas, Amelie Rusterholt als Cléante sowie Silas Zeisel als Notar grandiose Leistungen. Dorin Krücken verkörperte neben Béline noch Purgon und Jörg Detmold selbst sprang für Romina Witte in der Rolle des Béralde ein.

Es wird gelogen und betrogen

Moritz Römer übernahm die anspruchsvolle Aufgabe der Technik. „Der eingebildete Kranke“ ist eine Komödie, in der gelogen, betrogen, verstellt und gespielt wird. Kaum einer meint es ehrlich, und jeder manipuliert jeden zum Zweck des eigenen Nutzens. Molières Stück ist damit vor allem auch eine Posse über menschliche Schwächen; von Jörg Detmold zudem geschickt und ein wenig verspielt angereichert mit Anspielungen über die Gebrechen des Schulsystems.

Zum Abschied also noch einmal ein letzter Gruß an die alte Schule. Über 70 Stücke hat er in 22 Jahren am GV inszeniert.

Für Jörg Detmold wurde der Vorhang am GV nun zum letzten Mal geschlossen, weil er an eine Schule in Wesel wechselt. „Das GV verdankt Herrn Detmold zahllose Theater-Inszenierungen, die allesamt das Niveau von „Schultheater“ weit übertrafen, lobte Schulleiter Gerd Kube.

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