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So will Dinslaken Familien beim Eigentumserwerb fördern

Neubaugebiete - wie hier am Bergpark Lohberg - sind in Dinslaken Mangelware, ebenso gibt es kaum Leerstand in Altbauten. Deswegen passt das vorgeschlagene Förderkonzept nach Hiddenhausener Vorbild nicht auf Dinslaken, so die Stadt.

Neubaugebiete - wie hier am Bergpark Lohberg - sind in Dinslaken Mangelware, ebenso gibt es kaum Leerstand in Altbauten. Deswegen passt das vorgeschlagene Förderkonzept nach Hiddenhausener Vorbild nicht auf Dinslaken, so die Stadt.

Foto: Blossey

Dinslaken.   Die Stadt hat nach sechs Jahren eine Anfrage der UBV zur Förderung von Familien beim Eigentumserwerb beantwortet. Und beide Vorschläge abgelehnt.

Manche Antworten brauchen einfach Zeit. Im Jahr 2012 beantragte die UBV, junge Familien beim Erwerb von Eigentum zu fördern. Damals beschäftigte sich der Ausschuss für Liegenschaften und Wirtschaftsförderung mit dem Thema – und stimmte der Idee grundsätzlich zu. Die Verwaltung sollte entsprechende Konzepte prüfen. Passiert ist sehr lange nichts - aufgrund „der aktuellen Arbeitssituation“, so die Verwaltung. Nun, im Jahr 2018, nach sechs Jahren also, erhielt die UBV eine Antwort der Verwaltung: Sie will „eine Förderung von Familien beim Erwerb von Altbau- oder Neubau-Immobilien nicht weiter (...) verfolgen.“ Stattdessen ist die Stadt für eine „preisgünstige Bereitstellung von Bauland über das kooperative Baulandmodell.“ Die Politik stimmte dieser Auffassung im letzten Liegenschaftsausschuss zu.

Das hat die UBV vorgeschlagen

Bei dem Antrag ging es um zwei Möglichkeiten der Förderung. Die UBV schlug einen einmaligen Preisnachlass von 5000 Euro pro Kind für Familien beim Kauf städtischer Baugrundstücke vor.

Ebenso könnte ein Förderkonzept nach dem Vorbild der Stadt Hiddenhausen in Frage kommen. Dort werden junge Familien beim Erwerb einer eigenen, mindestens 25 Jahre alten Immo­bilie, unter­stützt. Sie bekommen maximal 9000 Euro, verteilt auf sechs Jahre. „Um vor teuren Über­raschungen geschützt zu sein“, so die Stadt Hiddenhausen, wird auch die Erstellung eines Altbau­gut­achtens mit maximal 1500 Euro gefördert. Das Konzept wurde mehrfach prämiert. In den ersten neun Jahren wurde in der Stadt mit 20.000 Einwohnern der Kauf von 424 Altbauten gefördert, die Gemeinde konnte neue Bürger gewinnen.

So beurteilt die Stadt die Konzepte

Beide Konzepte seien „grundsätzlich positiv zu bewerten“, urteilte die Stadt Dinslaken schließlich. Allerdings gebe es bei beiden auch „gewisse Nachteile“.

Zum Zeitpunkt der Prüfung standen der Verwaltung „perspektivisch nahezu keine Baugrundstücke zur Verfügung, Tendenz stark abnehmend“, so die Stadt. Auch sei nicht absehbar, dass sich dieser Trend kurzfristig ändern würde. Also würde man mit dem Preisnachlass auf städtischen Baugrund „keine große Wirkung erzielen“.

Auch das Konzept aus Hiddenhausen lasse sich nicht auf Dinslaken übertragen, weil die Voraussetzungen bei der Einführung des Programms in Hiddenhausen andere gewesen seien. Dort habe es einen Bevölkerungsrückgang von über zehn Prozent und einen sehr hohen Leerstand von Alt-Immobilien gegeben. Statt alte Immobilien im Zentrum zu kaufen, hätten die Bürger lieber außerhalb neu gebaut.

Dinslaken hingehen verzeichne weder einen so starken Bevölkerungsrückgang noch gebe es einen „übergroßen Leerstand“ an Altimmobilien. „Auch besteht keine Bevorzugung von Neubauten gegenüber Altbauten, einfach schon deshalb, weil derzeit kaum noch Neubaugebiete existieren“, so die Stadtverwaltung, die davon ausgeht, dass ein Förderprogramm nach Hiddenhausener Vorbild „eher dazu führt, dass die Kaufpreise noch weiter ansteigen, als dass dies zu einer wirklichen Förderung für Familien wird.“ Beide Vorschläge seien also „weder sinnvoll noch förderlich.

Das schlägt die Stadt Dinslaken vor

Vielmehr „wird die preisgünstige Bereitstellung von Bauland über das Kooperative Baulandmodell präferiert.“ Der Rathat das Kooperative Baulandmodell im März 2017 beschlossen. Dabei will die Stadt Anteile von zu entwickelndem Baugrund erwerben und somit städtebauliche, sozial- und wohnungspolitische Entwicklungsziele – etwa die Schaffung bezahlbaren Wohnraums – in Kooperation mit dem Eigentümer umsetzen.

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