ÜBUNG

So wird der Voerder Deich im Ernstfall gesichert

Der mobile Hochwasserschutz an der Natorampe wurde aufgestellt - und hielt den simulierten Fluten stand.

Foto: Heiko Kempken

Der mobile Hochwasserschutz an der Natorampe wurde aufgestellt - und hielt den simulierten Fluten stand. Foto: Heiko Kempken

Voerde.   Mehr als 100 Einsatzkräfte und Bürger waren in die Jahresübung der Feuerwehr eingebunden. Sie sollten Voerde vor einer Jahrhundertflut schützen.

Der Himmel ist grau und es regnet, als man sich am Feuerwehr-Gerätehaus in Löhnen zur Einsatzbesprechung trifft. „Im Ernstfall ist die Sicherung des Deiches auch eine Aufgabe, für die wir auf die Hilfe von Dritten zurückgreifen müssen“, erklärt Deichgräf Ingo Hülser. Eigentlich ist der Hochwasserfall kein Problem: Die Vorwarnzeit beträgt für gewöhnlich einige Tage, und das Technische Hilfswerk ist für die Deichsicherung zuständig. „Wir sind hier im Verbandsgebiet sehr sicher“, erklärt Ingo Hülser.

Kein typischer Einsatz für die Feuerwehr

Für die Feuerwehr ist es derweil kein typischer Einsatz. „Wir sind für die Gefahrenabwehr zuständig, aber wenn es um die Deichsicherung geht, würden wir natürlich auch Amtshilfe leisten“, erklärt Feuerwehr-Pressesprecher Detlef Berlin. Und genau darum geht es bei der Jahresübung.

Die alarmierten Einheiten werden direkt an den Deich geschickt. An der Natorampe vor dem Ortseingangsschild von Mehrum muss mobiler Hochwasserschutz aufgebaut werden. Dieser steht schon auf einem Anhänger bereit, so dass sich die eintreffenden Einsatzkräfte direkt ans Werk machen können.

Simulierte Leckstellen am Deich gegenüber Haus Storchennest

Vorher fährt allerdings noch eines der Einsatzfahrzeuge die Rampe in Richtung Rhein. Dort wird ein Boot der Feuerwehr zu Wasser gelassen. „Im Hochwasserfall könnte man nur noch vom Boot aus die Wasserseite des Deiches kontrollieren“, erklärt Detlef Berlin. „Außerdem ist so eine Übung natürlich eine gute Gelegenheit, alle Einsatzmittel zu testen.“ Und so machen sich zwei Feuerwehrleute auch auf dem Wasser auf den Weg.

Am Parkplatz gegenüber von Haus Storchennest am Ortseingang von Götterswickerhamm sehen sich die Einsatzkräfte mit einer anderen Aufgabe konfrontiert. Hier werden Leckstellen im Deich simuliert und es müssen Sandsäcke gefüllt und an die Stellen transportiert werden. Schnell bildet sich hier eine Menschenkette, um die gut 15 Kilogramm schweren Sandsäcke an ihren Bestimmungsort zu befördern. Dabei werden auch noch spontan einige Jugendliche eingebunden, die sich gerade in der Nähe befinden. „Ich finde es toll, dass alle so bereitwillig mitmachen“, kommentiert Detlef Berlin die schnelle Verpflichtung der Zuschauer.

400 Sandsäcke sollen die Löcher stopfen

400 Sandsäcke positionieren die Feuerwehrleute auf dem Deich, um die simulierten Lecks zu füllen. Das klappt gut. Und auch der mobile

Hochwasserschutz an der Natorampe ist schnell aufgebaut. Und beide Maßnahmen sind wasserdicht, wie ein Test durch die Einsatzkräfte zeigt. „Der Einsatz war erfolgreich“, kommentiert Ingo Hülser am Ende der Übung den Einsatz von Feuerwehr und DRK-Bereitschaft Voerde. „Im Ernstfall wäre der Wassereinbruch gestoppt worden“, sagt er. „Wenn der Ernstfall eintritt, sind wir vorbereitet“, erklärt Dirk Bosserhoff, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, nach der Übung.

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