DIGITALISIERUNG

SPD: Dinslaken soll eine „Smart City“ werden

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Die SPD will Dinslaken auf dem Weg zur Digitalisierung einen Schritt weiter bringen. Laternen mit Sensoren etwa könnten den Verkehr registrieren und Zählungen wie auf dem Bahnhofsvorplatz überflüssig machen.

Die SPD will Dinslaken auf dem Weg zur Digitalisierung einen Schritt weiter bringen. Laternen mit Sensoren etwa könnten den Verkehr registrieren und Zählungen wie auf dem Bahnhofsvorplatz überflüssig machen.

Foto: Markus Joosten

Dinslaken.   Laternen und Mülleimer mit Sensoren und freie Parkplätze per App checken: SPD-Fraktion möchte, dass ein umfassendes Konzept erstellt wird.

Eine „Schlaue Stadt“ soll Dinslaken werden. Andere Kommunen hätten sich bei der Digitalisierung schon auf den Weg gemacht. Karlsruhe und Köln, in nächster Nähe ist es Moers. Diesen Beispielen soll gefolgt werden, wünscht sich die SPD-Fraktion und hat gestern einen entsprechenden Antrag präsentiert. Darin wird gefordert, dass im Laufe des nächsten Jahres ein umfassendes Konzept zur Entwicklung der Stadt Dinslaken hin zu einer „Smart City“ werden soll.

An jeder Stelle lasse sich der Lärmpegel messen

Federführung bei der SPD ist bei diesem Thema Simon Panke. Wie er sagte, habe die Digitalisierung der Gesellschaft schon begonnen, für viele gehöre das Smartphone einfach dazu, sei für sie mehr als ein Telefon. Das sollte genutzt werden. Aber, so Panke, Digitalisierung sei mehr als nur der flächendeckende Breitbandausbau. Andere Städte wie Bad Hersfeld oder Darmstadt hätten sich schon auf den Weg gemacht. Per App könnte dort geschaut werden, wo noch freie Parkplätze sind. Es lasse sich an jeder Stelle der Stadt der Lärmpegel messen. Es gehe soweit, dass Abfalleimer mit Sensoren ausgestattet sind, die anzeigen, wenn der Behälter voll ist. Das führe, wie Panke meint, zu einem effektiven Einsatz von Ressourcen.

Es gehe nicht darum, zu erfassen, wer gerade wo ist

Was „Smart City“ für Dinslaken bedeuten könnte, machte der SPD-Ratsherr an der derzeitigen Diskussion über die Umgestaltung des Bahnhofsplatzes deutlich. Eine teure Verkehrszählung könnte man sich sparen, wenn Laternen mit Sensoren ausgestattet würden, die registrieren, welche Fahrzeuge vorbeifahren. Wie Panke betonte, gehe es vor allem um Rohdaten, die wiederum den Bürgern zur Verfügung gestellt werden, damit sie sich selbst ein Bild machen könnten.

Es gehe nicht darum zu erfassen, wer gerade einen Punkt x passiert, sondern zu erfassen, welche Fahrzeuge und wie viele vorbeifahren. Denn die Sensoren könnten zwischen einem Pkw und einem Bus unterscheiden. Panke betonte, dass es sich nicht um persönliche Daten handele, die gesammelt werden. Vor dem „gläsernen Bürger“ müsse niemand Angst haben. Der SPD-Ratsherr verspricht sich von einer „Smart City“ auch Vorteile für die Bürger, weil dadurch der Verwaltungsservice eine höhere Qualität erreichen, Behördengänge eingespart werden könnten.

Kooperationen mit Firmen eingehen

Wichtig sei es, Kooperationen mit Firmen einzugehen und Fördermöglichkeiten auszuschöpfen. Moers arbeitet zum Beispiel seit zwei Jahren mit der Bertelsmann-Stiftung zusammen.

SPD will Stein ins Rollen bringen

In Dinslaken gebe es einige Projekte, wie das Parkticket per Smartphone, aber bislang würden sie getrennt voneinander laufen, so Panke. Mit ihrem Antrag wolle die SPD den Stein ins Rollen bringen. Man wisse, dass die Verwaltung für die Erstellung eines Konzeptes Zeit brauche. Deshalb könne die Beantwortung der Fragen im Laufe des Jahres 2018 stückweise erfolgen. Unter anderem soll die Verwaltung ermitteln, welche bereits vorhandenen Ressourcen bei den Stadtwerken oder Hochschulen effektiv genutzt werden könnten. Wo bieten sich sinnvolle Möglichkeiten der Zusammenarbeit an? Mit welchen digitalen Werkzeugen kann die Servicequalität der Verwaltung weiter erhöht werden?

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