Politik

SPD dreht das Personalkarussell

Monika Piechula bei der Veranstaltung „125 Jahre SPD“ im Ledigenheim.

Monika Piechula bei der Veranstaltung „125 Jahre SPD“ im Ledigenheim.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi

Dinslaken.   Monika Piechula wird die neue starke Frau bei den Sozialdemokraten. Simon Panke legt Vorsitz des Ortsvereins Mitte nieder. Abschaffung der Ortsvereine wird Thema

Bei den wenigen Frauen, die insgesamt bei der SPD in Dinslaken eine Funktion inne haben, ist es ungeachtet der Person alleine bemerkenswert, dass eine Frau die neue starke Kraft in der Partei werden soll. Und die heißt Monika Piechula. Die langjährige Vorsitzende der Hiesfelder SPD soll Stadtverbands-Chefin der Sozialdemokraten werden. Das schlagen die drei stellvertretenden Stadtverbandsvorsitzenden und Ortsvereinsvorsitzenden Volker Grans, Simon Panke und Monika Piechula selbst vor. Seitdem der letzte Stadtverbandsvorsitzende Friedhelm Wlcek im vergangenen Sommer nach schwerer Krankheit verstarb, ist die Position unbesetzt. Die drei Ortsvereinsvorsitzenden, die immer Stellvertreter des Stadtverbandsvorsitzenden sind, führten das Amt kommissarisch. Damit soll am 13. April Schluss sein, der Stadtverband soll im Rahmen von Nachwahlen Monika Piechula zur Vorsitzenden bestimmen. Stellvertreterin soll Anneliese Wlcek, Vorsitzende der Dinslakener Seniorenvertretung, werden.

„Ich will viel vor Ort bei den Leuten sein und ihnen zeigen, was hinter den drei Buchstaben SPD steckt“, beschreibt Monika Piechula den Stil, mit dem sie den Stadtverband führen will. Parteiveranstaltungen seien zwar „gut und schön“, wahre Politik würde aber bei den Bürgern auf der Straße gemacht. Das sei auch in den 13 Jahren, in denen sie den Ortsverein Hiesfeld führt, immer ihre Devise gewesen. Ihre Position in Hiesfeld will Monika Piechula natürlich weiter ausfüllen. Die Funktion der (nachgewählten) Stadtverbandsvorsitzenden strebt sie zunächst für ein Jahr an, will vor den ordentlichen Neuwahlen ein Fazit ziehen.

Die notwendigen Nachwahlen im Stadtverband nutzt Simon Panke, um seinen Hut im Ortsverein an den Nagel zu hängen. Der 29-jährige Ortsvereinsvorsitzende der SPD Stadtmitte legt sein Amt nieder, am 5. April soll dort ein Nachfolger gewählt werden. Deshalb muss im Stadtverband am 13. April auch ein Stellvertreter gewählt werden. Sein Amt als stellvertretender Vorsitzender des SPD-Unterbezirks und sein Ratsmandat seien so zeitaufwendig, dass er sich entschlossen habe, die Parteiarbeit vor Ort zu beenden, um auch noch etwas Freizeit zu haben, erklärt Simon Panke den Schritt. Ein Nachfolger sei bereits ausgekuckt, einen Namen wolle man aber noch nicht nennen.

Im Jahr bis zur ordentlichen Stadtverbands-Neuwahl 2017 dürfte innerhalb der SPD auch engagiert darüber diskutiert werden, ob es angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen (derzeit rund 500) Sinn macht, die Struktur mit drei Ortsvereinen und einem übergeordneten Stadtverband weiter aufrecht zu erhalten. In der Nachbarstadt Voerde hat man bereits die Ortsvereine aufgelöst, dadurch eine Hierarchieebene abgeschafft, die Basis näher an die Entscheidungen der Spitze gebracht.

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