Projekt

Sprach-Scouts wurden in Dinslaken geschult

In der Bücherstube Lohberg wurde eine Schulung für das Projekt „Sprache verbindet“  des Rotary Clubs Wesel-Dinslaken durchgeführt.

Foto: Markus Joosten

In der Bücherstube Lohberg wurde eine Schulung für das Projekt „Sprache verbindet“ des Rotary Clubs Wesel-Dinslaken durchgeführt. Foto: Markus Joosten

Dinslaken.   Das Rotary-Projekt „Sprache verbindet“ gibt es seit acht Jahren. Jugendliche helfen hierbei Kindern mit Migrationshintergrund.

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„Sprache verbindet“ – das weiß auch der Rotary Club Wesel-Dinslaken und hat vor acht Jahren unter diesem Motto mit einem Projekt begonnen, in dem Kinder mit Migrationshintergrund von sogenannten „Sprach-Scouts“, das sind Jugendliche aus Dinslaken und Wesel im Alter von 15 bis 18 Jahren, begleitet werden, um ihr Sprachvermögen zu verbessern und das kulturelle Miteinander zu fördern. Am Samstag trafen sich zehn neue und erfahrene Sprach-Scouts in der Bücherstube in Lohberg zu einer Schulung.

Typische deutsche Eigenschaften

Zunächst überlegten die Jugendlichen gemeinsam mit Coach Thomas Müller, welche Eigenschaften typisch deutsch und Menschen aus anderen Kulturkreisen vielleicht völlig fremd sind. Pünktlichkeit wird als Beispiel genannt. In manchen Ländern ist es nicht üblich, zum verabredeten Zeitpunkt am Treffpunkt zu erscheinen, sondern erst viel später.

So mancher Scout stand bei seinem wöchentlichen Besuch schon mal vor verschlossener Tür und es war niemand da. Wie geht man mit Situationen wie diesen um? Darum ging es ebenfalls beim Workshop, um den Jugendlichen einerseits interkulturelle Kompetenzen und andererseits ein paar Dinge mit auf den Weg zu geben, die sie den Kindern vermitteln können. Etwa, dass es üblich ist, sich zur Begrüßung die Hand zu geben.

Selbstbewusstsein aufbauen

Auch das Stichwort Gleichberechtigung wird in den Raum geworfen. „Super, ganz wichtig“, freut sich Thomas Müller, denn oft seien die Mädchen das schwache Geschlecht und nicht gleichberechtigt. Selbstbewusstsein auf- und Vorurteile abzubauen, ist daher auch ein wichtiges Ziel des Projektes – natürlich neben der Sprachförderung.

Es diene aber nicht der Hausaufgabenbetreuung und sei keine Nachhilfe, betont Thomas Müller, von Beruf selbst Lehrer für die Fächer Englisch und Biologie.

Sprache auf natürliche Weise lernen

Es geht vielmehr darum, die deutsche Sprache auf natürliche und spielerische Weise zu lernen, indem die Scouts mit den Kindern beispielsweise auf den Spielplatz oder einkaufen gehen.

Oder in die Bücherstube, denn die Zweigstelle der Stadtbibliothek ist nicht nur ein Ort, an dem man sich trifft, sondern auch ein Ort der Lese- und Sprachförderung mit jeder Menge Büchern und Spielen, wie Edith Mendel, Leiterin der Stadtbibliothek, erklärte. Sie wies auch auf die hohe pädagogische Wirkung von Spielen hin: Beim Spielen müsse man lernen, miteinander zu sprechen und sich an Regeln zu halten. Anschließend hatten die Scouts die Gelegenheit, die Bücherstube zu erkunden und sich auszutauschen.

Carola betreut seit etwa einem halben Jahr ein fünfjähriges Mädchen aus Brasilien. Anfangs sei etwas schwierig gewesen, weil nur sehr wenige Sprachkenntnisse vorhanden waren, mittlerweile gehe es aber viel besser, das Mädchen mache nur noch kleine Fehler und übersetze sogar schon für seine Mutter, berichtet Carola, die in der Schule von dem Projekt erfahren und schon am nächsten Tag den Anmeldebogen abgegeben hat.

Scouts lernen etwas über ander Kulturen

Jana geht mit der gleichen Begeisterung an die Sache heran, auch wenn sie das Kind, das sie betreuen wird, erst noch kennenlernen wird. Den Tipp einer Kursteilnehmerin, zum ersten Treffen ihre Lieblingsschokolade mitzubringen, um den Einstieg zu erleichtern, nimmt sie gerne mit.

Doch die Scouts profitieren nicht nur von den Erfahrungen der anderen, sondern auch von den Begegnungen mit den Kindern und ihren Familien, lernen etwas über andere Kulturen. „Dieses Ehrenamt“, so Thomas Müller, „bringt den Jugendlichen viel fürs Leben.“

Kontakt:

Wer Interesse an der Tätigkeit als Sprach-Scout hat, kann sich per Mail an Hartmut Weddige vom Rotary Club Wesel-Dinslaken wenden. Die Adresse lautet: weddige.hartmut@t-online.de.

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