Betuwe

Stadt Voerde, Bahn und Feuerwehr stimmen Rettungskonzept ab

An der Betuwe-Strecke – wie hier in Voerde – soll die Löschwasserversorgung über vier Hytrans-Fire-Systeme sichergestellt werden. Dafür, so lautet die Vereinbarung, sollen zusätzliche Wasserentnahmestellen vorgesehen bzw. eingerichtet werden.

Foto: Heinz Kunkel

An der Betuwe-Strecke – wie hier in Voerde – soll die Löschwasserversorgung über vier Hytrans-Fire-Systeme sichergestellt werden. Dafür, so lautet die Vereinbarung, sollen zusätzliche Wasserentnahmestellen vorgesehen bzw. eingerichtet werden. Foto: Heinz Kunkel

Voerde.   Stadt Voerde, Bahn und Feuerwehr haben sich über Umsetzung des Rettungskonzepzes abgestimmt. Ob die Festlegungen zum Tragen kommen, ist offen

Vor vier Monaten wurde in Rees das von den Betuwe-Anrainer-Kommunen mit Bahn und Politik verabredete ganzheitliche Rettungskonzept präsentiert, das Lösungen für die Löschwasserversorgung und die Zuwegung vorsieht. Wie diese konkret in den sieben Städten entlang der Strecke realisiert werden sollen, darüber stimmen sich Bahn und Kommunen im Einzelnen ab. Anfang der Woche hat ein solches Gespräch im Voerder Rathaus stattgefunden. Neben der Stadtverwaltung und dem Verkehrsunternehmen war auch die Feuerwehr vertreten.

Die Löschwasserversorgung soll über vier sogenannte Hytrans-Fire-Systeme (HFS) sichergestellt werden. Stationiert werden diese hochleistungsfähigen Pumpen in Dinslaken, Wesel, Oberhausen und Emmerich, von wo aus sie bei Unglücken die gesamte Betuwe-Strecke bedienen sollen.

Zusätzliche Löschwasserentnahmestellen sollen eingerichtet werden

Teil des vereinbarten Lösungspakets ist es, dafür zusätzliche Löschwasserentnahmestellen und -brunnen vorzusehen bzw. einzurichten. Die Standorte für die auf Voerder Stadtgebiet liegenden Planfeststellungsabschnitte 1.4 (ab Stadtgrenze Dinslaken bis etwa Höhe Grenzstraße) und 2.1 (Friedrichsfeld) seien bei dem Abstimmungsgespräch „einvernehmlich“ quantitativ und qualitativ festgelegt worden, erklärte Voerdes Planungsdezernent Wilfried Limke auf NRZ-Anfrage.

Darüber hinaus wurden auch die Stellen für die zusätzlichen Hydranten bestimmt, die der Feuerwehr im Fall des Falles Wasser für den Erstangriff liefern. Eine HFS-Löschwasserentnahmestelle wäre laut Limke zum Beispiel der Tenderingssee, die HFS-Brunnen würden erst noch angelegt und befänden sich näher an der Strecke.

Auch Standorte für zusätzliche Rettungszuwegung wurden festgelegt

Ein weiterer Gegenstand des Abstimmungsgespräches im Voerder Rathaus waren die Standorte der Rettungszuwegungen und Servicetüren, die zusätzlich zu den bislang geplanten installiert werden sollen, wie Limke erläuterte. Der Dezernent bewertet das Treffen als „sehr konstruktiv“. Man sei nun wieder einen Schritt weiter in Richtung einer Ausbaugenehmigung.

Die Voerder Feuerwehr kann mit den jetzt getroffenen Festlegungen „mit leichtem Magenzwicken“ leben, wie ihr Chef Dirk Bosserhoff erklärte. Die Lösungen in Sachen Löschwasserversorgung und Rettungszuwegung hätten sicher noch „optimaler“ ausfallen können, bei dem verabredeten ganzheitlichen Rettungskonzept handele es sich aber nun einmal um einen „Kompromiss“. Die Feuerwehr komme mit der Lösung klar, ob sie letztendlich auch so umgesetzt wird, sei offen, konstatiert Bosserhoff mit Blick auf die beiden Planfeststellungsbeschlüsse, in denen die jetzt bei dem Abstimmungsgespräch zwischen Stadt, Bahn und Feuerwehr getroffenen Festlegungen verankert sein müssen. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) erlässt den Planfeststellungsbeschluss, der die Bahn berechtigt, mit der Baumaßnahme zu beginnen.

>>Info: Hochleistungsfähige Pumpen

Das Hytrans-Fire-System dient der Förderung großer Wassermengen über weite Entfernungen. Die hochleistungsfähige Pumpe befindet sich auf einem Fahrzeug und die Förderung des Wassers erfolgt über mitgeführte Schläuche mit einer Gesamtlänge von 2000 Metern, wie das NRW-Innenministerium auf seiner Webseite erläutert. Die Förderleistung der Pumpe liegt zwischen 3500 und 8000 Litern Wasser pro Minute.

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