Frühe Hilfen

Stadt Voerde möchte Projekt „Startchancen“ fortführen

Der Awo-Kreisverband möchte mit seinem Projekt „Startchancen“ Schwangere und Familien so früh wie möglich unterstützen.

Foto: Dirk Bauer

Der Awo-Kreisverband möchte mit seinem Projekt „Startchancen“ Schwangere und Familien so früh wie möglich unterstützen. Foto: Dirk Bauer

Voerde.   Die Verwaltung rät dringend, das Projekt „Startchancen“ in Voerde als wichtigen Teil der Präventionsarbeit fortzuführen. Die Chancen stehen gut.

Der Kreis Wesel zieht sich aus Gründen der Haushaltskonsolidierung zu einem großen Teil aus der Mitfinanzierung des Awo-Projektes „Startchancen“ zurück. Folge: Kommunen mit eigenem Jugendamt – wozu auch die Stadt Voerde gehört – müssen ab 1. Januar 2018 selbst für das Angebot aufkommen, wollen sie, dass diese Form der sogenannten Frühen Hilfen, fortgesetzt wird. Seit fast zwölf Jahren bietet der Kreisverband Wesel der Arbeiterwohlfahrt Frauen in der Schwangerschaft und Familien eine aufsuchende und nachgehende Beratung, Begleitung und Unterstützung an.

Jugendhilfeausschuss hat einstimmig dafür plädiert, den Zuschuss von 12850 Euro zu zahlen

Die Voerder Stadtverwaltung empfiehlt „ausdrücklich“, den jährlichen Zuschuss in Höhe von 12 850 Euro bereit zu stellen, um die Fortsetzung des Awo-Projektes zu sichern. Die ersten Signale der Politik deuten darauf hin, dass diese den Weg mitgehen wird: So sprach sich der Jugendhilfeausschuss in der vergangenen Woche einstimmig dafür aus. Als nächstes wird das Thema am Dienstag, 10. Oktober, im Haupt- und Finanzausschuss beraten, die endgültige Entscheidung steht eine Woche später im Stadtrat an.

„Es ist unstrittig, dass das Projekt ,Startchancen’ ein wichtiges Element in der Präventionskette der Stadt ist“, unterstrich Bürgermeister Dirk Haarmann im Jugendhilfeausschuss die Wichtigkeit, das Angebot der Arbeiterwohlfahrt auch weiterhin in Voerde vorhalten zu können. Die bei „Startchancen“ geleistete Vernetzung zwischen Gesundheitshilfe und Jugendhilfe sei zwingend geboten, „um problembelastete Familien zu erreichen und entsprechend unterstützen zu können“, argumentiert die Verwaltung in der Drucksache. Familien, die zu dem Projekt fänden, seien häufig durch „Armut, Isolation und ein geringes Bildungsniveau gekennzeichnet“.

Es seien oft junge Mütter, Alleinerziehende oder auch „Klientinnen und Klienten“ mit Migrationshintergrund, die aufgrund fehlender materieller Versorgung und/oder psychosozialen Problemlagen schnell in die Situation einer Überforderung geraten könnten. Vor dem Hintergrund der „nach wie vor hohen Bedeutung“ von Maßnahmen zur Vorbeugung von Kindeswohlgefährdungen und Vermeidung von „fremdbestimmten“ Kosten im Bereich der „Hilfen zur Erziehung“, wo die Stadt Voerde, wie berichtet, in diesem Jahr Mehrausgaben von voraussichtlich rund 1,75 Mio. Euro wird stemmen müssen, hält die Verwaltung eine Fortsetzung der „Startchancen“ für dringend erforderlich.

„Startchancen“ beinhalten ein umfassendes Betreuungsangebot

Die Maßnahme, die für die Betreuten kostenlos ist, beinhalte ein „umfassendes Betreuungsangebot“. Dazu zählen unter anderem die Sozialberatung mit Aufklärung über bestehende Hilfsangebote oder Bearbeitung akuter Problemlagen, die Begleitung zu Behörden, zu Ärzten bei Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen, außerdem Hausbesuche mit alltagspraktischen Hilfen bei der Versorgung und Erziehung der Kinder, Infos zu Schwangerschaft und Geburt oder auch die Vermittlung an Kooperationspartner und weitere Stellen wie Schwangerschaftsberatungsstellen oder zu Kinder- und Betreuungsangeboten.

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