Friedhofssatzung

Stadt Voerde plant, Hunde auf ihren Friedhöfen zu erlauben

Die Stadt Voerde möchte künftig erlauben, Hunde mit auf ihre Friedhöfe nehmen zu können.

Die Stadt Voerde möchte künftig erlauben, Hunde mit auf ihre Friedhöfe nehmen zu können.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Voerde.  Die Stadt Voerde möchte künftig erlauben, auf ihre Friedhöfe Hunde mitzunehmen. Auf den evangelischen Begräbnisstätten ist dies bereits möglich.

Die Stadt möchte es möglich machen, dass auf ihren Friedhöfen Hunde an kurzer Leine mitgeführt werden können. Die Verwaltung ist gerade dabei, die Satzung zu überarbeiten – darin sei ein entsprechender Hinweis enthalten, erfuhr die Politik in der jüngsten Sitzung des Stadtrates. Dort wurde auch über den Antrag der FDP-Fraktion zu genau diesem Anliegen kurz diskutiert. Die Liberalen hatten, wie berichtet, angeregt, zunächst für eine Probezeit von einem Jahr eine solche Regelung zu testen – wobei sie als selbstverständlich voraussetzten, dass die Hundehalter Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner auch beseitigen. Die Inhalte des Antrags seien seitens der Verwaltung bereits in Angriff genommen. So plant die Stadt nach eigenen Angaben auch, an ihren Friedhöfen Spenderboxen für Hundekotbeutel aufzustellen. Die FDP begründete ihren Vorstoß damit, dass das Hundeverbot insbesondere gegenüber älteren Menschen, die häufig allein seien und gerne ihre verstorbenen Angehörigen auf dem Friedhof besuchen würden, eine Härte darstelle, „die beseitigt werden sollte“.

Einheitliche Regelung im Voerder Stadtgebiet angeregt

Christian Garden regte an, dieses Thema auch im Arbeitskreis Sicherheit und Ordnung zu beraten. Der WGV-Fraktionschef sagte dies mit Hinweis darauf, dass sich der FDP-Antrag auf die kommunalen Friedhöfe und nicht auch auf die konfessionellen beziehe. „Eine uneinheitliche Regelung im Voerder Stadtgebiet macht keinen Sinn“, betonte Garden. Bürgermeister Dirk Haarmann nahm die Anregung auf, darüber mit den Kirchengemeinden zu sprechen.

Auf den konfessionellen Friedhöfen gibt es dazu unterschiedliche Regelungen: Auf der Begräbnisstätte der evangelischen Kirchengemeinde Spellen-Friedrichsfeld in Spellen ist es möglich, Bello und Co. an der Leine mitzunehmen. Hunde frei laufen zu lassen, ist dagegen verboten, ihre Hinterlassenschaften müssen beseitigt werden. Das Gleiche steht in der Satzung für die Friedhöfe der evangelischen Kirchengemeinde Götterswickerhamm an der Grünstraße und an der Straße Oberer Hilding.

Mit der Regelung, angeleinte Hunde zuzulassen, trägt man nach Ansicht des Spellener Pfarrers Gisbert Meier der „engen Verbundenheit“ des Menschen mit dem Tier, „unserem Mitgeschöpf“, und dem Bedürfnis, mit ihm zu den verstorbenen Angehörigen zu gehen, Rechnung. Pfarrerin Hanke Ibbeken (Götterswickerhamm) findet es grundsätzlich positiv, dass Hunde mit auf den Friedhof dürfen, sie kann darin nichts Störendes sehen, solange sich die Halter an die Regeln halten. Pfarrer Harald Eickmeier – zuständig für den Seelsorgebezirk Nord und damit für den Friedhof an der Grünstraße – sieht die Sache genauso. Dass die Hunde angeleint werden müssen, hält Pfarrerin Ibbeken für notwendig, schließlich könnten die Tiere nicht unterscheiden, ob es sich bei der Fläche, auf der sie laufen, um einen Park oder um Gräber handelt.

Pfarrer Wilhelm Kolks äußert Verständnis für den Wunsch

Anders – so wie derzeit die Stadt noch – hält es die katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul Voerde auf ihrer Begräbnisstätte in Spellen: Dorthin dürfen keine Tiere mitgebracht werden, ausgenommen Blindenführhunde. Pfarrer Wilhelm Kolks erklärt, dass man sich mit diesem Thema überhaupt noch nicht beschäftigt habe. Unter der Voraussetzung, dass der Friedhof nicht zum Gassigehen benutzt wird und mögliche Hinterlassenschaften der Vierbeiner am Ende mitgenommen werden, könnte er sich vorstellen, dass Hunde dort angeleint zugelassen werden. Bislang, erklärt Kolks, sei er noch nicht darauf angesprochen worden. Der Pfarrer zeigt sich offen, darüber in der Kirchengemeinde zu diskutieren, und äußert Verständnis für den möglichen Wunsch, seinen Vierbeiner mitzunehmen. Anders als der Friedhof in Spellen sei der an der B8 sehr weitläufig und nicht so gut einsehbar. Wilhelm Kolks kann sich gut vorstellen, dass Besucher im Herbst und Winter ungern alleine dorthin gehen und daher lieber ihren Hund dabei hätten.

Ein vielleicht falsches Signal würde seiner Ansicht nach gesetzt, wenn an dem Friedhof in Spellen ein Hundekotbeutelspender aufgestellt würde. Dies könne eine „Einladung zum Gassigehen“ sein. Viele Hundebesitzer hätten doch Tüten dabei. Zudem müsse sich jemand um das Nachfüllen der Boxen kümmern – hier sähe Kolks die Stadt am Zuge. Beim Friedhof an der B8 stellt sich das Problem der Aufforderung zum Gassigehen aus seiner Sicht wegen des abseits gelegenen Standorts nicht.

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