Kathrin-Türks-Halle

Stadthalle Dinslaken öffnet nicht vor Ende April 2021

Die erste Veranstaltung in der Stadthalle Dinslaken wird frühestens Ende April 2021 möglich sein.

Die erste Veranstaltung in der Stadthalle Dinslaken wird frühestens Ende April 2021 möglich sein.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Dinslaken.  Vor fast genau fünf Jahren schloss die Kathrin-Türks-Halle. Warum sie noch später als geplant eröffnet und wie sich die Kosten entwickelt haben.

Seit fast genau fünf Jahren ist die Stadthalle Dinslaken geschlossen. Im Herbst 2015 überraschte die Stadtverwaltung Bürger, Kulturschaffende und Veranstalter mit der Hiobsbotschaft, dass die Kathrin-Türks-Halle wegen „erheblicher Brandschutzmängel“ zum 31. Dezember 2015 geschlossen werden muss . Im günstigsten Fall, so hieß es damals, könnte die Stadthalle Mitte 2018 wieder eröffnen. Am Ende dauerte die Sanierung auch wegen Verzögerungen bei der Beantragung der Fördermittel mehr als doppelt so lange: fünf Jahre – plus vier Monate. Denn die Coronapandemie verhindert die geplante Fertigstellung Ende des Jahres 2020 (die NRZ berichtete bereits gestern). Nun veröffentlicht die Stadt Details zu der Verzögerung.

Das sind die Gründe

Danach wird die erste Veranstaltung in der so genannten „Halle für alle“ nicht vor Ende April über die Bühne gehen, so die Stadt. Wie die städtische ProZent GmbH erläutert, gibt es eine Vielzahl an corona-bedingten Folgen für das Baugeschehen. So mussten etwa Firmen, die mit den Sanierungsarbeiten an der Kathrin-Türks-Halle befasst sind, Maßnahmenkonzepte erarbeiten, um ihre Mitarbeiter vor dem Coronavirus zu schützen. Es gibt Anordnungen, nur in festen Kleingruppen zu arbeiten, getrennte Pausen einzuhalten und getrennten Anfahrten zur Baustelle vorzunehmen.

Einige Firmen setzen Mitarbeitende, die der Risikogruppe angehören, aufgrund der hohen Corona-Inzidenzwerte nicht mehr auf Großbaustellen ein, so die ProZent. Zugleich mussten oder müssen fast alle beteiligten Firmen coronabedingte Ausfälle von Mitarbeitern verkraften. Immer öfter mussten und müssen komplette Arbeitsgruppen in Quarantäne.

Da diverse Firmen aus Süd- und Ostdeutschland kommen, müssen Firmen in Zeiten des Lockdowns zudem Lösungen für die Unterbringung und Versorgung ihrer Mitarbeitenden finden. „Auf einer so komplexen Baustelle bestehen viele Abhängigkeiten. Darum führen verzögerte Fertigstellungen zu Behinderungen der Folgegewerke“ erläutert ProZent-Geschäftsführerin Walburga Wüster.

Ein weiteres durch Corona hervorgerufenes Problem seien fehlende Materialien. So wartet die ProZent seit mehreren Monaten auf einen bestätigten Liefertermin für Leuchten, die unter normalen Bedingungen eine Lieferfrist von vier Wochen haben. Probleme tauchen auch immer wieder bei den Lieferzeiten von verzinkten Metallteilen auf. Besonders bei Materialien, die in Ländern mit großen Einschränkungen des öffentlichen Lebens produziert werden, entstehen immer wieder Lieferschwierigkeiten.

Anfragen liegen bis Ende 2021 vor

Din-Event-Geschäftsführer Alexander Krößner befasst sich mit der Veranstaltungsplanung für die Halle: „Wir bedauern die spätere Eröffnung sehr, können aber die aus der Situation gegebenen Verzögerungen mehr als verstehen. Denn schließlich geht die Gesundheit aller an diesem Projekt Beteiligten vor.“ Die Anfragen von Mietern, Agenturen und Unternehmen seien bis Ende des Jahres 2021 terminiert – der Aufschub werde „damit zwar zu einer verstärkten Durchführungshäufigkeit in der zweiten Jahreshälfte führen, nicht aber zu einer Verringerung des Interesses an der Kathrin-Türks-Halle.“

„Die Corona-Pandemie macht sich überall bemerkbar. Das erleben wir alle jeden Tag“, kommentiert Dinslakens Bürgermeisterin Michaela Eislöffel die Verzögerung: „Natürlich wäre es schön gewesen, wenn die Kathrin-Türks-Halle früher zur Verfügung gestanden hätte, aber Corona verlangt von uns allen eben einfach auch viel Geduld und Flexibilität.“

Das sind die Kosten

Auf die Kosten hat die Verzögerung allerdings laut Stadtsprecher Marcel Sturm keinen Einfluss: Sie blieben im vorgesehenen Rahmen von 34,6 Millionen Euro . Als die Halle vor fünf Jahren schließen musste, ging man noch von 15 Millionen Euro Sanierungskosten aus. Dabei habe es sich aber, so erklärte die Stadt Mitte 2016, nur um eine Schätzung gehandelt . Die damals erstellte erste Kostenrechnung bezifferte die Sanierungskosten mit 24 Millionen Euro. Beim Baubeschluss 2017 ging man von maximal 28,5 Millionen Euro aus. Die tatsächlichen Angebote nach den ersten Ausschreibungen lagen 17 Prozent über den veranschlagten Kosten. Daraufhin wurde das geplante Restaurant am Ententeich – und damit 1,14 Millionen Euro eingespart. (aha)

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