KATHRIN-TÜRKS-HALLE

Stadthalle Dinslaken soll im Sommer 2020 wiedereröffnen

So soll die Stadthalle laut Entwurf der Architekten im Sommer 2020 aussehen. Foto:Architekturbüro Blocher Partner

So soll die Stadthalle laut Entwurf der Architekten im Sommer 2020 aussehen. Foto:Architekturbüro Blocher Partner

Dinslaken.   Bau- und Herstellungskosten für die Kathrin-Türks-Halle liegen zwischen 26,5 und 28,5 Mio. Euro - abzüglich Förderung. Baubeginn: Frühjahr 2018.

Baubeginn 2018, Fertigstellung 2020, Baukosten von 24,9 Millionen Euro plus Herstellungs- und Betriebskosten. Das sind die Kernpunkte des 31-seitigen Baubeschlusses für die Sanierung der Stadthalle (Kathrin-Türks-Halle) den die Stadtverwaltung der Politik am Mittwoch vorlegte. Am Dienstagabend wurden die Ratsleute in einer Präsentation vorab informiert.

Das wird gemacht

Die Kathrin-Türks-Halle soll laut Vorlage bis auf einen „veredelten Rohbau“ rückgebaut und dann als energetisch sanierte Multifunktionshalle erstellt

werden. Neben dem großen Saal und dem Foyer gibt es einen unabhängigen Mehrzweckraum für Vereine. Das Foyer wird entkernt, die Kegelanlage im Untergeschoss rückgebaut. Dort entstehen Toiletten und Garderobe.

Das Untergeschoss ist auf einer Ebene mit der Tiefgarage, ein Aufzug führt von dort bis ins Obergeschoss. Die Halle soll barrierefrei sei. In einem Sonderkulturforum im Juni wurde der Wegfall des Balkons sowie die Anzahl der Toiletten kritisiert. Die Planer reagierten darauf: Auf dem Dach des Mehrzweckraums am Ententeich entsteht eine Terrasse, die Anzahl der Damentoiletten wurde auf zehn erhöht. Die Gastronomie am Ententeich wird vergrößert und um einen Wintergarten ergänzt.

Das sind die Kosten

Die Stadt unterscheidet zwischen Bau- und Herstellungskosten. Die Baukosten belaufen sich auf 24,9 Millionen Euro, allein 9 Millionen für die Erneuerung der Technik. Als Herstellungskosten kommen das Entgelt an die Prozent GmbH, die die Planung übernimmt, ein Sicherheitszuschlag für konjunkturbedingte Preissteigerungen sowie der Wintergarten hinzu. Die Stadt hat eine Minimal- und eine Maximalvariante errechnet: Danach liegen die Gesamtkosten zwischen 26,5 und 28,5 Millionen Euro.

Bedeutender als die Investitionskosten sind die jährlichen Nutzungskosten: Kapitalkosten, Objektmanagement, Betriebskosten, Instandsetzungskosten – abzüglich der Einnahmen – belasten den Haushalt jährlich durchschnittlich mit 790 000 Euro (Minimal) bzw. 1 Million Euro (Maximal).

Das sind die Zuschüsse

Die Stadt erhält aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz 3,9 Millionen Euro Fördermittel. Außerdem gibt es für den Multifunktionsraum rund eine Million Fördermittel.

Derzeit ist die Stadt zudem in Gesprächen mit dem Finanzamt, so Planungsdezernent Dr. Thomas Palotz. „Wir betrachten die Kathrin-Türks-Halle als Betrieb gewerblicher Art“, so Palotz. Der somit erhoffte Vorsteuerabzug würde eine weitere Erleichterung von vier Millionen Euro bringen.

Insgesamt bleiben also für die Stadt Kosten von 17,4 Millionen Euro (Minimalvariante) oder 23,4 Millionen Euro (Maximalvariante)

Das ist der Zeitplan

Am 9. Oktober sollen der Bau-, Finanz, sowie Kultur- und Partnerschaftsausschuss die Vorlage erstmals diskutieren, am 10. Oktober der Hauptausschuss. Am 17. Oktober soll der Rat den Beschluss auf den Weg bringen. Bedingung für den 3,9 Millionen Euro Zuschuss aus dem Kommunalinvestitionsprogramm ist, die Fertigstellung der Halle bis Ende 2020. Nach dem Baubeginn im Frühjahr 2018 ist eine Bauphase von zwei Jahren geplant, im Sommer 2020 soll die Halle stehen.

Das sind die Auswirkungen auf die Finanzplanung

17 bis 23 Millionen Eigenanteil für die Stadthalle, bis 2025 60 Millionen Euro für die Sanierung der Schulen, eventuell ein neuer Din-Service? Kann die Stadt sich das - zusätzlich zur Grundversorgung - leisten?

Durchaus - meint die Verwaltung. Insgesamt entstünden dadurch jährliche Mehrbelastungen von 1,1 Millionen Euro für Kreditzinsen und rund 1,7 Millionen Euro für Abschreibungen. Selbst mit dieser angenommenen Neuverschuldung liegen die Stadt noch „deutlich unter der durchschnittlichen Pro-Kopf-Verschulung“ in NRW im Jahr 2015, so die Stadt.

Das sagt die Politik

Planungsdezernent Dr. Thomas Palotz. Sozialdezernentin Christa Jahnke-Horstmann und das Architekturbüro Blocher Partners stellten den Ratsleuten die Entwürfe für die Sanierung der Stadthalle (Kathrin-Türks-Halle) nach einem Rundgang durch die gesperrte Halle am Dienstagabend in einer nicht öffentlichen Veranstaltung vor.

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Ronny Schneiderwar, wie er sagt. „von Anfang an begeistert von dem Entwurf.“ Auch die Kosten überschreiten, so Schneider, nicht den angekündigten Rahmen. Zwar hatte die SPD-Fraktion noch keine Gelegenheit, über den Verwaltungsvorschlag zu diskutieren, Schneider ist aber überzeugt, dass „er hundert Prozent zustimmungsfähig ist“, zumal Konfliktpunkte wie die fehlende Terrasse ausgeräumt wurden.

Auch Fabian Schneider, Sprecher der CDU Dinslaken, geht davon aus, dass sich seine Fraktion für den Entwurf aussprechen wird. Für ihn war der Rundgang durch die alte Kathrin Türks-Halle „wie eine Zeitreise in ein anderes Jahrzehnt.“ Dabei sei den Politikern nochmals vor Augen geführt worden, „dass es notwendig ist, hier tiefer in die Materie einzugreifen und es nicht mit einem Farbeimer und ein paar Brandschutzmaßnahmen getan ist.“

Die Grünen honorierten ebenfalls, dass auf Anregungen aus dem Sonder-Kulturforum eingegangen wurde und dass die Photovoltaikanlage auf jeden Fall vorsehen ist. Vorbehaltlich einer Absprache in der Fraktion hält Birgit Emmerichdas Konzept für zustimmungsfähig. Die FDP lässt die Kosten prüfen und will heute über das Ergebnis diskutieren, so FDP-Chef Mirko Perkovic.

Die UBV-Fraktion will sich zuerst zusammensetzen, bevor sie sich zum Konzept äußert, so Ulrich Kemmerling, der der Präsentation beigewohnt hat. Auch die Linken haben noch Redebedarf, so Fraktionsvorsitzender Gerd Baßfeld.

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