Theater gegen den Hass

Dinslaken.  Sie sind schwarz gekleidet und laufen um ihr Leben – um sie herum Gewalt, Unterdrückung und Verzweiflung. Mit letzter Kraft erreichen sie das Meer. Ihre Hoffnung auf ein besseres Leben in Frieden und Sicherheit trägt sie durch die Gefahren und bringt sie nach Deutschland. All dies haben die meisten der dreißig Akteure des integrativen Musiktheaters „Schams“, was auf Deutsch „Sonne“ bedeutet, am eigenen Leibe erlebt. Die meisten von ihnen kamen 2015 aus Syrien nach Deutschland.

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Sie sind schwarz gekleidet und laufen um ihr Leben – um sie herum Gewalt, Unterdrückung und Verzweiflung. Mit letzter Kraft erreichen sie das Meer. Ihre Hoffnung auf ein besseres Leben in Frieden und Sicherheit trägt sie durch die Gefahren und bringt sie nach Deutschland. All dies haben die meisten der dreißig Akteure des integrativen Musiktheaters „Schams“, was auf Deutsch „Sonne“ bedeutet, am eigenen Leibe erlebt. Die meisten von ihnen kamen 2015 aus Syrien nach Deutschland.

Im März 2016 hatte das Team um Christine Wieth, Dr. Johannes Becher, Hannah und Anne Jungfleisch die Idee, zusammen mit Flüchtlingen ein Theaterstück zu entwickeln, in das diese ihre eigenen Erfahrungen einfließen lassen konnten. So entstand ein Spiel, das auch ein Stück Verarbeitung eigener Erlebnisse darstellt. Für das Projekt konnte Regisseur Mwolud Daoud gewonnen werden, der selbst 2014 aus Syrien geflohen war.

Im März 2016 suchten die „Schamsis“, wie sie sich selber nennen, nach Interessenten für das musikalische Theaterprojekt. Es meldeten sich 40 Menschen, der größte Teil von ihnen Flüchtlinge mit zum Teil sehr geringen Deutschkenntnissen, von denen ein großer Teil dabei blieb. „Das hat sicher auch damit zu tun, dass wir so etwas wie eine Familie sind“, sagen Anne und Hannah Jungfleisch mit einem Lächeln. „Eben Familie Schams.“

Die Uraufführung fand im Oktober 2016 in St. Ingbert statt. An dieser Stelle kommt Dinslaken ins Spiel: Peter Steinbeißer, Mitglied des Integrationsrates, sah das Theaterstück und war so begeistert, dass er den Integrationsrat vorschlug, „Nie wieder Hass“ auch in Dinslaken aufführen zu lassen.

„Kunst ist das beste Mittel der Integration“, sagt Mwoloud Daoud. Mit großer Begeisterung habe er das Projekt zusammen mit allen Beteiligten entwickelt und inszeniert.

Mustafa Alolabe ist 23 Jahre alt und einer der Hauptakteure. Auch er kam 2015 aus Syrien. Die Szene in dem Theaterstück, in dem die Flüchtlinge das Meer überqueren und ihre Erschöpfung nur durch ihre Hoffnung auf ein besseres Leben besiegt wird, berührt ihn besonders. „Auch ich saß damals in einem unsicheren Schlauchboot und wusste nicht, was werden würde“, sagt er. Für Mustafa hat sich alles gut entwickelt: Er beginnt demnächst in Saarbrücken ein Mechatronik-Studium. Er denkt einen Augenblick nach und dann sagt er: „Es ist doch das Herz, das alle Menschen zusammenhält. Auf das Herz kommt es an. Und das soll unser Stück zeigen.“

Das authentische Spiel der Akteure in Szenen voller ausdrucksstarker Choreographie und stimmiger Musik begeistert das Publikum am Samstagabend.

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