Straßenumbau

Umbau der Dinslakener Straße in Voerde soll im Mai starten

Von Mai bis August soll die Kreuzung an der Rahmstraße in Möllen umgebaut werden.

Foto: Heiko Kempken

Von Mai bis August soll die Kreuzung an der Rahmstraße in Möllen umgebaut werden. Foto: Heiko Kempken

Voerde.   Die Maßnahme, über die der Kreis Wesel im Voerder Rathaus informierte, wird deutlich teurer. Anwohner äußern Kritik zur geplanten Vollsperrung.

Relativ voll war der große Sitzungssaal des Rathauses anlässlich der Präsentation der Pläne für den Umbau der Dinslakener Straße (K 17). Der Kreis Wesel hatte die Anwohner der Voerder Ortsdurchfahrt dazu eingeladen. „Wir denken, dass wir Ihnen nach Abschluss der Arbeiten eine gute Straße zur Verfügung stellen können“, betonte Helmut Czichy, Leiter des für Bauprojekte zuständigen Vorstandsbereichs des Kreises.

Dass die Dinslakener Straße schon länger ein Thema in den Verwaltungen ist, zeigte Jens Kampen, Projektleiter des Kreises für den Umbau der Straße, anhand der Historie auf. Schon 1992 hatte man das erste Mal darauf gedrängt, die Straße umzubauen. Erst 2015 erhielt man allerdings die Zusage vom Land, dass das Projekt gefördert wird. „Das war für uns auf Kreisebene der Startschuss“, erklärt Jens Kampen.

Für den Ausbau der K 17 muss man weiter in die Nebenstraßen gehen

Seitdem laufen die Planungen, wobei sich das Projekt seit der Beantragung der Fördergelder im Jahr 2012 deutlich verteuert hat. Jens Kampen erklärte die Gründe dafür: Zum einen müsse man für den Ausbau weiter in die Nebenstraßen gehen, als zuvor geplant, zum anderen sei an einigen Stellen ein vorher nicht geplanter Bodenaustausch nötig. Außerdem mache eine Änderung von Richtlinien zum Straßenbau eine dickere Asphaltdecke notwendig.

Dazu komme die Konjunktur in der Baubranche. „Die Konjunkturlage hat dazu geführt, dass der Baupreisindex sich in den vergangenen fünf Jahren um 14 Prozent erhöht hat“, erklärte Kampen. Diesen Satz könnte man also auf die vormals geplanten Baukosten aufschlagen. Das Resultat: Das einstmals mit 2,6 Millionen Euro geplante Projekt soll jetzt 3,5 Millionen Euro kosten. Der Anteil, den die Stadt Voerde für den Ausbau von Gehwegen und Beleuchtung zu tragen hat, stieg von 306 000 auf 596 000 Euro an. Davon entfallen 351 000 Euro auf die Anlieger der Dinslakener Straße.

Von Mai bis August soll die Kreuzung an der Rahmstraße umgebaut werden

Auf dem gut 1700 Meter langen Abschnitt zwischen Rahmstraße und Steinstraße sollen die Arbeiten nach derzeitigem Plan im Mai 2018 beginnen. Von Mai bis August soll die Kreuzung an der Rahmstraße umgebaut werden. Danach folgt der Umbau der Straße bis April 2020, in sechs Teilabschnitten, und zwar jeweils unter Vollsperrung jedes Abschnitts.

Zur geplanten Vollsperrung wurde direkt Kritik im Saal laut. „Die Fahrbahn ist nicht breit genug für eine Einbahnstraßenregelung“, erklärte Ingo Jansen vom zuständigen Ingenieurbüro Kottowski die Lage. „Aber diese Regelung verkürzt auch die Baumaßnahme und spart dadurch Kosten.“ Während der Maßnahmen sollen die Anwohner aber weiterhin die meiste Zeit über ihre Häuser erreichen und ihre Einfahrten nutzen können. Als letzter Bauabschnitt folgt der Bau eines Kreisverkehrs, der die Ampelanlage an der Kreuzung Dinslakener Straße/Steinstraße ersetzen soll. Im September 2020 sollen die Bauarbeiten dann abgeschlossen sein.

Nach exemplarischen Berechnungen könnten Kosten für Anwohner bei zwischen 600 und 4000 Euro liegen

Doris Pajenberg von der Stadt Voerde erläuterte, was an Kosten auf die Anwohner zukommen könnte. Nach exemplarischen Berechnungen könnten dies, je nach Grundstücksgröße und erlaubter Bebauungsart, zwischen 600 und 4000 Euro werden. „Diese Zahlen können sich allerdings noch verändern“, erklärte Doris Pajenberg. Für konkrete Anfragen können sich die Bürger an sie wenden.

Die Nachfragen der Anwohner richteten sich vor allem nach dem Lkw-Verkehr auf der Dinslakener Straße und nächtliche Raser. Hier hofft man sich durch die geplante Verengung der Fahrbahn auf 6,50 Meter Breite eine Verringerung der Attraktivität für Lkw und eine Geschwindigkeitsreduzierung. Man könnte sich aber beim Kreis auch vorstellen, an der Straße eine stationäre Geschwindigkeitskontrolle einzurichten.

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