PLANUNGEN

Umgestaltung des Bahnhofvorplatzes Dinslaken wird teurer

So sieht der Bahnhofsvorplatz im Entwurf des Landschaftsarchitekturbüros Planorama aus. Die Pläne werden aber noch konkretisiert und überarbeitet.

Foto: Planorama

So sieht der Bahnhofsvorplatz im Entwurf des Landschaftsarchitekturbüros Planorama aus. Die Pläne werden aber noch konkretisiert und überarbeitet. Foto: Planorama

Dinslaken.   Stadt schätzt die Kosten auf acht Millionen Euro. Zuvor war in der Politik von vier Millionen die Rede gewesen. Grund: Pläne für ein Parkhaus.

Die Sanierung des Bahnhofsvorplatzes wird möglicherweise teurer als gedacht. Bisher war, so UBV-Fraktionsvorsitzender Heinz Brücker, von Kosten in Höhe von vier Millionen Euro die Rede. Nun schätzt die Verwaltung die Kosten auf acht Millionen Euro. Das bestätigte die Stadtverwaltung der UBV in einem Antwortschreiben auf diverse Fragen zu dem Thema. Die Stadtverwaltung legt allerdings im Gespräch mit der NRZ Wert darauf, dass es sich dabei, so Stadtsprecher Thomas Pieperhoff, noch nicht um eine „belastbare Kostenplanung“, sondern nur um Schätzungen handle.

Der „zu beplanende Bereich ist größer geworden“

Der „zu beplanende Bereich ist deutlich größer geworden“, so begründet die Stadtverwaltung die mögliche Kostensteigerung. Im Rahmen des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs, den das Berliner Landschaftsarchitekturbüro Planorama gewonnen hat, sei „deutlich geworden, dass bei der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes neben dem eigentlichen Vorplatz und der nördlichen Bahnstraße auch der Bereich der Straßenbahnwendeschleife mit dem dahinter liegenden Parkplatz sowie Teile der Wilhelm-Lantermann-Straße in der Planung mitgedacht und integriert werden müssen“, so die Verwaltung in ihrem Schreiben.

Baubeginn nicht vor Ende 2020

Zum Zeitpunkt der ersten Schätzung vor drei Jahren sei man von vier Millionen Euro Kosten ausgegangen, weil diese „ausschließlich über die Fläche ermittelt“ worden seien. Außerdem habe diese Schätzung keine Verlegung der Straßenbahnschienen im Bereich der Wendeschleife beinhaltet. Dort soll aber, so die aktuellen Pläne, ein Parkhaus entstehen.

Derzeit laufe die Entwurfsplanung. Im Herbst 2018 will die Stadt beim Land einen Antrag auf Städtebauförderung stellen. Mit einem Baubeginn rechnet die Stadtverwaltung nicht vor Ende 2020.

Verkehrsflüsse werden geprüft

Aktuell laufen die Prüfungen der Verkehrsflüsse – die Frage, ob sich die Bahnstraße als Zufahrt eignet, muss geklärt werden.

Nach den Entwürfen der Landschaftsarchitekten soll der Bahnhofsvorplatz autofrei bleiben. Über die Bahnstraße sollen Bahnkunden zum Bahnhof gelangen.

Der Busbahnhof soll parallel zur Lantermann-Straße angelegt werden. Es gehe, so hieß es bei der Vorstellung der Pläne Anfang 2016, darum, ein neues Tor zur Innenstadt zu schaffen. Und man dürfe nicht immer dem Autoverkehr Vorrang einräumen.

Wertgutachten steht noch aus

Natürlich seien die Entwürfe der Landschaftsarchitekten nicht „in Stein gemeißelt“, so Thomas Pieperhoff. „Sonst hätten wir uns ja die Bürgerbeteiligung sparen können.“ Dabei wurde gerade die autofreie Zone auf dem Bahnhofsvorplatz vielfach kritisiert.

Auch das Bahnhofsgebäude selbst will die Stadt kaufen und verhandelt darüber weiterhin mit der Bahn. Ein entsprechendes Wertgutachten ist noch nicht fertiggestellt. Laut Heinz Brücker sind für das Gebäude Sanierungskosten in Höhe von 400 000 Euro im Gespräch – eine Summe, die die Stadt allerdings aktuell nicht bestätigt. Auch angesichts dieser Summe bezweifelt Brücker, ob die Flächen in dem Gebäude kostendeckend vermietet werden können.

>>ZAHLEN

Welche Kosten bislang für die Planung des Bahnhofsvorplatzes angefallen sind, berichtet die Stadt ebenfalls in dem Schreiben an die UBV.

Bislang wurde eine Machbarkeitsstudie (17 000 Euro) erstellt und der städtebauliche Wettbewerb durchgeführt (139 071 Euro). Beide Maßnahmen werden laut Stadtverwaltung zu 70 Prozent durch die Städtebauförderung bezuschusst. Der Dinslakener Anteil liegt bei 46 821 Euro. Für die Planungsleistungen wurden bislang 313 065 Euro bezahlt. Die Investitionskosten sind im Haushalt über die Jahre 2017 bis 2020 verteilt.

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