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Ungewisse Zukunft: Real-Mitarbeiter in Dinslaken bangen

Die Zukunft des Real-Marktes in Dinslaken ist ungewiss.

Die Zukunft des Real-Marktes in Dinslaken ist ungewiss.

Foto: aha / nrz

Dinslaken.  Die Mitarbeiter des Real-Marktes in Dinslaken bangen um ihre Zukunft. Manche rufen auf Facebook zu Aktionen auf. Das sagt der Investor.

Wie geht es weiter mit dem Real in Dinslaken? Hat die Filiale an der Thyssenstraße eine Zukunft? Das fragen sich nicht nur die Kunden des aktuell größten Dinslakener Warenhauses sondern vor allem auch die Mitarbeiter.

„Zu vermieten“ empfängt ein Schild im Eingangsbereich die Kunden des Real-Marktes in Dinslaken. Gemeint ist aber nicht die Immobilie selbst sondern das Ladenlokal darin, in dem bis vor Kurzem ein Friseur ansässig war. Die Mitarbeiter machen sich allerdings gerade wegen der Immobilie Sorgen. Weil diese nicht Eigentum von Real sondern nur angemietet sei, stünden die Chancen für eine Übernahme schlechter, geht als Gerücht durch die Belegschaft. Die Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft und fühlen sich von der Metro schlecht informiert. Die letzte Nachricht von der Real-Geschäftsführung erhielt die Belegschaft Ende Oktober. „Wir verstehen, dass Sie sich Gedanken um Ihre berufliche Zukunft und Absicherung machen“, hieß es in dem Brief, in dem sich die Geschäftsführung für das Engagement der Mitarbeiter bedankt. „Selbstverständlich setzen wir uns im aktuellen Verkaufsprozess dafür ein, dass Ihre Leistungen entsprechend gewürdigt wenden, unabhängig davon, welche Perspektive für Ihre Filiale nach dem Verkauf vorgesehen ist“.

Das ist geplant

Der Real-Mutterkonzern Metro will die Supermarktkette an ein Konsortium um den Frankfurter Immobilien-Investor Redos verkaufen. Das Kartellamt hat diese Pläne am 10. Oktober bereits genehmigt. Redos will etwa 50 der rund 270 Real-Märkte weiter betreiben. Die übrigen Standorte sollen an Konkurrenten verkauft werden. Rund 40 Märkte sollen angeblich schließen.

Es geht um Umsatz und Logistik

Bei der Frage, ob die Dinslakener Real-Filiale am Ende dazu gehört, oder zu denen, die entweder von Redos oder einem Konkurrenten weiter betrieben werden, spielen Besitzerverhältnisse der Immobilie keine Rolle, erklärt Jürgen Herres, Managing Partner von Redos, auf Nachfrage der NRZ. Relevant sei neben den Umsätzen vor Ort die Frage, ob die Filiale gut in die aktuelle Logistik von Real oder eines potenziellen Käufers passe.

Für 87 Märkte hat Edeka ein Übernahmeangebot unterbreitet. Ob der Dinslakener Real-Markt dazu gehöre, wisse er nicht. „Selbst wenn er unter diesen 87 Märkten ist, ist nicht gesichert, dass er auch verkauft wird“, so Herres. Denn der geplante Verkauf an einen anderen Händler müsse ebenfalls vom Kartellamt gebilligt werden.

Die Verhandlungen könnten noch Wochen dauern, schätzt eine Sprecherin der Metro AG. Zu einzelnen Standorten könne die Metro sich währen der Verkaufsverhandlungen nicht äußern.

Die lange Ungewissheit zermürbt die Mitarbeiter. Viele drücken ihre Sorgen auf der Facebook-Plattform „Solidarität für alle Mitarbeiter/innen von Real“ aus. Die Plattform wird auch von einem Real-Mitarbeiter oder einer -Mitarbeiterin aus Dinslaken betrieben.

„Geht zum Betriebsrat oder organisiert Aktionen über Verdi oder macht selbst etwas. Bewegt euch, wenn ihr eure Arbeit nicht verlieren wollt“, ruft dieser oder diese dort auf. „Ich selber kämpfe und mache seit Monaten nur noch das Nötigste auf der Arbeit und habe auch immer die passende Antwort parat. Macht lieber etwas als nur sinnlos abzuwarten! Wenn ihr alle so weiter macht, seid ihr daran schuld, dass am Ende alle verloren haben.“

>>Hintergrund

Die Metro AG will Real verkaufen, um sich aufs Geschäft rund um den Großhandel zu konzentrieren. Betroffen sind in Deutschland 34.000 Mitarbeiter. Im Interview mit der Funke Mediengruppe legte Metro-Chef Olaf Koch Wert darauf, „dass die Mitarbeiter beim Verkauf übernommen werden – und zwar zu ihren aktuellen Vertragsbedingungen.“

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