Verunreinigungen

Verschmutzungen auf dem Rhein in Höhe des Kraftwerks Voerde

Auf dem Rhein bei Voerde wurden in Höhe des stillgelegten Kraftwerks zweimal innerhalb weniger Tage Verunreinigungen auf dem Wasser entdeckt. Die Suche nach der Ursache läuft.

Auf dem Rhein bei Voerde wurden in Höhe des stillgelegten Kraftwerks zweimal innerhalb weniger Tage Verunreinigungen auf dem Wasser entdeckt. Die Suche nach der Ursache läuft.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Voerde  Innerhalb weniger Tage wurden Verschmutzungen auf dem Rhein bei Voerde gemeldet. Eine Vermutung ist, dass Ursache auf dem Kraftwerksareal liegt.

. Im Bereich des stillgelegten Kohlekraftwerkes von Steag und RWE in Möllen sind in den vergangenen Tagen zweimal Verunreinigungen auf dem Rhein gemeldet worden: Am späten Abend des 5. Juni ging nach Angaben des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) die Information eines Anglers ein, der einen Ölfilm auf der rechten Rheinseite im Bereich „von mindestens vier Buhnenfeldern“ beobachtet habe. Dieser sei dünn, aber eindeutig erkennbar und der Geruch deutlich wahrnehmbar gewesen. Ein Fischsterben sei nicht beobachtet worden, heißt es in dem am gleichen Abend nach dem Warn- und Alarmplan Rhein (WAP) verfassten „Sofortbericht“. Und weiter: Möglicherweise sei der betroffene Bereich deutlich größer. Die Wasserschutzpolizei in Duisburg sei über den Sachverhalt unmittelbar telefonisch informiert und gebeten worden, soweit es die Helligkeit zulasse, zu untersuchen, wie groß die betroffene Fläche sei.

Das zweite Mal wurde laut Wasserschutzpolizei an Pfingstsonntag, 9. Juni, eine Verunreinigung auf dem Rhein gemeldet. Die ebenfalls vom Lanuv nach dem ersten Fall benachrichtigte Bezirksregierung Düsseldorf erklärte auf NRZ-Anfrage, dass sich die Verschmutzung nach Aussage der Wasserschutzpolizei (Leitstelle Wesel) von eben jenem 9. Juni „über eine Länge von rund 19 Kilometern den Rhein entlang“ erstreckt habe. Und dies „zunächst nur auf der rechten Seite, später über die gesamte Strombreite“, sagte Dagmar Groß, Sprecherin der Behörde. Die Polizei ermittelt wegen des Straftatbestandes der Gewässerverunreinigung.

Kraftwerk wurde vor mehr als zwei Jahren abgeschaltet

Wer der Verursacher ist, steht bisher noch nicht fest. Eine Vermutung ist, dass die Verschmutzung vom Gelände des Kraftwerkes, das vor mehr als zwei Jahren abgeschaltet wurde, ausgegangen sein könnte. Dort stehen nach Aussage von RWE-Sprecher Olaf Winter zwei Abwasservorsorgebecken, die ein gemeinsames, zum Rhein führendes Einleitungsrohr haben. Dieses sei vorsorglich mit einem Schieber verschlossen worden, sagte Polizeisprecherin Stefanie Bersin, die erklärte, dass es sich um eine Vorsichtsmaßnahme handele. Dies sei eine Möglichkeit der Einleitung. Der Rhein sei ein fließendes Gewässer, die Verschmutzung könne auch aus einem Schiff gekommen sein.

Ob auf dem Kraftwerksareal die mögliche Ursache liegen könnte, dazu äußerte sich der RWE-Sprecher am Donnerstag nicht weiter. Für die Einleitungsstelle sei die Steag verantwortlich, sagte Olaf Winter. Florian Adamek bestätigte, dass die wasserrechtliche Genehmigung bei der Steag liege. Die Untersuchungen liefen noch. Am Mittwoch und Donnerstag seien Vertreter der Bezirksregierung Düsseldorf „unterstützt von Mitarbeitern der Steag“ auf dem Kraftwerksgelände gewesen, sagte der Sprecher des Unternehmens.

Laut Steag wurde Kraftwerk zum 30. September 2017 „trocken gelegt“

Zur Erinnerung: Das Kraftwerk wurde laut Steag zum 30. September 2017 „trocken gelegt“, sprich sämtliche Betriebsmittel, die benötigt wurden, als die Anlage noch lief, wurden dem Unternehmen zufolge abgelassen, aufgefangen und entsorgt. Damit stellt sich die Frage, woher die Stoffe kommen könnten, die in den Rhein gelangt sind.

Um welche genau es sich handelt, dazu lässt sich nach Auskunft der Bezirksregierung bisher keine Aussage machen – wie auch der Eintragsweg bislang nicht eindeutig habe nachvollzogen werden können.

Bezirksregierung: Quelle der Verunreinigung ist noch nicht eindeutig identifiziert

Die Quelle der Verunreinigung sei „noch nicht eindeutig identifiziert“ und könne dementsprechend keinem Verursacher zugeordnet werden. Zurzeit würden Proben einer möglichen Quelle auf dem Kraftwerksareal ausgewertet und mit den Proben der Verunreinigung auf dem Rhein verglichen, teilte die Sprecherin der Bezirksregierung mit. „Die Messergebnisse stehen noch aus“.

Die Steag ergreife „vorsorgliche Maßnahmen“ und lasse derzeit die mögliche Quelle reinigen. Um welche es sich dabei genau handelt, dazu war auf Rückfrage am späten Donnerstagnachmittag von der Behörde nichts mehr zu erfahren. (P.K.)

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