Ehrentag

Voerde: Otto Rex feiert ein bewegtes Leben

Ute Ortmann vom Sozialdienst betreut den 100-jährigen Otto Rex im Elisabeth-Selbert-Haus.

Ute Ortmann vom Sozialdienst betreut den 100-jährigen Otto Rex im Elisabeth-Selbert-Haus.

Foto: Johann Ridder

Voerde.  An seinem 100. Geburtstag blickte Otto Rex auf die besonderen Momente zurück. Er erzählte über den Zweiten Weltkrieg, seine Ehe und Berufe.

Lebhaft gestikuliert Otto Rex mit seinen Händen, erzählt seelenruhig über alte Zeiten, springt dabei niederrheintypisch von Hölzchen nach Stöckchen. Währenddessen kommen immer wieder Gratulanten und beglückwünschen ihn. Es ist ein besonderes Ereignis.

Denn Otto Rex hat im Voerder Elisabeth-Selbert-Haus, Seniorenzentrum der AWO, am frühen Nikolaustag in kleiner Runde seinen 100-jährigen Geburtstag gefeiert. Dabei blickte er auf sein Leben zurück. Geboren wurde er am 6. Dezember 1918, als jüngstes von elf Kindern. „Aufgewachsen bin ich zunächst in der Nähe von Frankfurt an der Oder“, sagte Otto Rex. Seine Eltern Christian und Elisabeth betrieben dort einen kleinen Hof, bauten Kartoffeln an und hielten einige Tiere.

Otto Rex kämpfte in Nordafrika

Gemeinsam mit seinen Geschwistern half er, Ziegen, Schweine und Hühner zu versorgen. In seiner Freizeit spielte er gerne Fußball oder ging schwimmen. „Irgendwann drängte mich meine Mutter dazu, mir Arbeit zu suchen“, sagte er. Daraufhin absolvierte er eine Lehre als Schlosser und Schmied. Das war kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Als dieser ausbrach, wurde er als Soldat eingezogen. Da er zu dem Zeitpunkt unter 21 Jahre alt war, musste sein Vater eine Einwilligung schreiben. Im Krieg kämpfte Otto Rex unter anderem in Nordafrika, durchlebte harte Zeiten, geriet 1943 in Englische Gefangenschaft, die Verpflegung war schlecht. Dennoch überlebte er den Krieg.

Mit einem Kumpel kehrte er nach Deutschland zurück, diesmal nicht in seine alte Heimat, er fand eine neue: den Niederrhein. „Kurz nach dem Krieg lernte ich dann meine Frau kennen“, erzählte er. Seine Hilde heiratete er 1949, bis zu ihrem Tod waren sie über 50 Jahre verheiratet, haben zusammen drei Kinder. Zusammen reisten sie zum Beispiel nach Italien.

Kunstprojekt „Lohberg 100“

Beruflich orientierte sich Otto Rex damals ein wenig um, blieb aber dem Handwerk treu, arbeite lange Jahre als Kesselrohrbieger beim Voerder Unternehmen Babcock, oft zehn bis zwölf Stunden am Tag, reparierte auch Loren für die Zeche Lohberg und belieferte diese mit technischem Zubehör. Zuletzt – mit 97 Jahren – ließ er sich passenderweise für das Kunstprojekt „Lohberg 100“ fotografieren. Weitere Informationen: lohberg100.tumblr.com.

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