E-Mobilität

Voerde plant zwei weitere E-Ladestationen im Stadtgebiet

An der Straße „Im Osterfeld“ befindet sich seit knapp zwei Jahren eine von Innogy gesponserte Ladestation für Elektrofahrzeuge.

An der Straße „Im Osterfeld“ befindet sich seit knapp zwei Jahren eine von Innogy gesponserte Ladestation für Elektrofahrzeuge.

Foto: Lars Fröhlich

Voerde.   An den Bahnhöfen Voerde und Friedrichsfeld soll jeweils eine E-Ladesäule installiert werden. Stadt setzt bei Finanzierung auf Förderprogramm.

Die Verwaltung schlägt der Politik vor, zwei weitere Ladesäulen für Elektroautos im Stadtgebiet zu installieren. Dafür vorgesehen sind der Bahnhof in Voerde und der in Friedrichsfeld – beide werden im Rathaus als Potenzialstandorte der „Priorität 1“ bewertet. Als solche gälten Flächen, die über die Stadtgrenzen hinaus eine Anziehungskraft hätten, erklärt die Verwaltung in der von ihr erarbeiteten Drucksache, die im Planungs- und Umweltausschuss als erstes zur Beratung ansteht. Das letzte Wort hat am 11. Dezember der Stadtrat.

E-Ladesäule in Friedrichsfeld auf Park-&-Ride-Parkplatz

Für den Bahnhof Friedrichsfeld stellt die Verwaltung fest, dass dieser seine Funktion als wichtige Verkehrsachse innerhalb des Stadtgebietes erfülle und mit dem Bahnhof in Voerde wie auch mit den umliegenden Kommunen verbunden sei. Auch sei der zentrale Versorgungsbereich Friedrichsfeld mit Nutzungen aus dem Einzelhandels- und Dienstleistungssektor fußläufig erreichbar. Und: Der Standort erfülle die Voraussetzung für eine ausreichende Frequenz und die geforderte Nutzungsmischung „für eine laderelevante Verweildauer“.

Die Ladesäule, die zwei Ladepunkte hat, würde auf dem Park-&-Ride-Parkplatz platziert. Dort sei es aufgrund der Größe des Geländes möglich, dafür zwei Stellflächen zu entnehmen, glaubt die Verwaltung. Beim Bahnhof Voerde argumentiert sie mit dessen Funktion als „zentralem Verkehrsknotenpunkt für alle Verbindungen, die über die Stadtgrenzen hinaus führen“. Es sei eine „optimierte Nutzung mehrerer Verkehrsmittel möglich“. Auch in diesem Fall führt die Verwaltung eine hohe Frequentierung und zudem die Annahme an, dass dort mit einer ausreichenden Verweildauer zu rechnen sei. Der Innenstadtbereich sei in fünf Gehminuten zu erreichen.

Stadt macht sechs Potenzialflächen der Priorität 2 aus

In der Drucksache weist die Verwaltung für die Errichtung von Ladesäulen auch Potenzialstandorte der Priorität 2 aus – dies sind insgesamt sechs: die Friedrich-Wilhelm-Straße in Spellen, die Dammstraße in Götterswickerhamm, das „Nahversorgungszentrum“ in Möllen, der Marktplatz Friedrichsfeld (Taxistand), das Wasserschloss Haus Voerde, das Gewerbegebiet Grenzstraße und die Alte Hünxer Straße in Friedrichsfeld. Anziehungskraft über die Stadtgrenzen hinaus hätten auch touristische Sehenswürdigkeiten. Detaillierter untersucht werden sollen die Potenzialstandorte der Priorität 2 erst, „sofern ein zusätzlicher Bedarf an E-Ladestationen abzusehen“ sei.

Die Stadt setzt bei der Finanzierung auf ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI): Die Ladesäulen könnten darüber in Zusammenarbeit mit innogy errichtet werden. Vor fast zwei Jahren ging an der Straße „Im Osterfeld“ neben dem Rathaus eine solche Station, gesponsert von dem Unternehmen, in Betrieb. Voraussetzung für die Förderung sei der Abschluss eines Vertrages mit einer Laufzeit von acht Jahren, während derer innogy Eigentümer der Ladesäulen bleibe und das wirtschaftliche Risiko trage. Das Unternehmen übernehme auch die Strombelieferung. Die Stadt Voerde werde mit fünf Cent pro Kilowattstunde (kWh) am Stromabsatz beteiligt. Die Verwaltung verweist außerdem auf die Möglichkeit der Finanzierung über Sponsoring-Partner: Die Oberflächen der Ladestationen seien als Werbeflächen nutzbar.

Zwei Anträge der Politik zum Thema E-Mobilität

Mit ihrer Drucksache sieht die Verwaltung zwei Vorstößen aus der Politik zu dem Thema E-Mobilität Rechnung getragen: dem Antrag der SPD-Fraktion von Juni dieses Jahres, der darauf abzielte, an den Bahnhöfen Voerde und Friedrichsfeld drei E-Ladestationen zu installieren. Und dem weiterreichenden, inzwischen fünf Jahre alten Antrag der WGV-Fraktion, der laut Verwaltung 2014 im Zuge der Haushaltsberatungen abgelehnt wurde und den die WGV vor knapp dreieinhalb Monaten im Stadtrat so „wortwörtlich“ noch einmal stellte. Bürgermeister Dirk Haarmann bemerkte in der Sitzung laut Protokoll, dass Teile des Antrags bereits abgearbeitet worden seien und schlug vor, den aktuellen Antrag der SPD-Fraktion unter Einbeziehung des damaligen WGV-Antrags an den Planungs- und Umweltausschuss zu verweisen. Ein zentraler Aspekt in Letzterem ist die Forderung, den städtischen Fuhrpark Zug um Zug „auf einen vollständig emissionsfreien Fahrzeugbetrieb“ umzustellen. Darüber ist in der von der Verwaltung jetzt vorgelegten Drucksache nichts zu lesen.

>>Info: Ausschüsse tagen zunächst gemeinsam

Die Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses findet am Dienstag, 27. November, ab 17 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses statt – zunächst gemeinsam mit dem Sozialausschuss.

Beide Gremien werden sich den Gastvortrag „Wohnquartiersentwicklung unter der Berücksichtigung der Sozialraumstruktur“ der Architektin Gudrun Kaiser anhören und beraten. Danach wird getrennt getagt.

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