Amprion

Dinslaken, Voerde und Hünxe von Wunschtrasse nicht betroffen

A-Nord-Projektleiter Klaus Wewering stellte das Vorhaben vor.

Foto: Markus Weißenfels

A-Nord-Projektleiter Klaus Wewering stellte das Vorhaben vor. Foto: Markus Weißenfels

Kreis Wesel.   Der von Amprion bevorzugte Verlauf der Gleichstromverbindung würde Dinslaken, Voerde und Hünxe nicht tangieren. Es kann aber auch anders kommen.

Mit Spannung wurde sie erwartet, die vom Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion favorisierte Trasse für die Gleichstromverbindung A-Nord zwischen Emden und Meerbusch-Osterath und damit zwischen den Nordsee-Windrädern und dem Versorgungsraum im Landesinneren (NRZ berichtete). Käme der Vorzugskorridor wie gewünscht, wäre hier ausschließlich Hamminkeln von den Arbeiten für das Erdkabel betroffen. Von Rhede aus ginge es über Lankern, unter der Bundesstraße 473 entlang, nördlich von Loikum – zwischen Loikum und Wertherbruch – weiter über Wittenhorst und Töven bis Rees-Haffen. Von dort aus würde schließlich der Rhein unterquert.

Bundesnetzagentur entscheidet

Gleichwohl gibt es Alternativen, die A-Nord-Projektleiter Klaus Wewering bei der Vorstellung im RWE-Umspannwerk in Obrighoven ebenfalls ansprach. Dort machte er auch deutlich, dass am Ende die Bundesnetzagentur in Bonn die Trasse festlegt. Dort sollen die sieben, acht Ordner mit weiteren Alternativtrassen im März vorgelegt werden, wobei ernsthaft nur eine zusätzliche Möglichkeit in Betracht komme. Diese würde durch den Schermbecker Dämmerwald über Marienthal und die Lühlerheide nördlich der B 58 bis zur Autobahnauffahrt 3 über Krudenburg und Bucholtwelmen bis Voerde führen, von wo es unter dem Rhein nach Rheinberg-Wallach ginge. Die anderen, offenbar zu vernachlässigenden beiden Alternativen, würden Lackhausen, Blumenkamp und Bislich tangieren oder Schermbeck, Hünxe und Voerde-Möllen an der Grenze zu Dinslaken.

Die bevorzugte Trasse verliefe im wesentlichen parallel zur Zeelink-Leitung zum Transport von Erdgas. Open Grid Europe beginne aber eher mit dem Bau. Man sei im Austausch, so Wewering. Die momentan noch als ein Kilometer breiter Streifen ausgewiesene Trasse, die über 300 Kilometer verlaufen soll, ist letztlich 24,2 Meter breit und beinhaltet in zwei Metern Tiefe sechs Kabelstränge in zwei Kabelgräben.

Dieser Bereich darf nicht bebaut werden, tief wurzelnde Bäume haben keine Chance. Bei voller Auslastung steige die Oberflächentemperatur um ein, zwei Grad an. Wichtig für Landwirte sei bodenschonendes Arbeiten. Deshalb gebe es ein Bodenschutzkonzept, das unter anderem vorsehe, die Schichten in der derselben Reihenfolge wieder einzubringen, wie sie auch herausgeholt wurden.

Baubeginn soll 2022/23 sein, wobei pro Kilometer fünf Millionen Euro veranschlagt wurden. Über die Leitung können zwei Gigawatt übertragen werden, was mindestens dem Bedarf einer Großstadt wie zum Beispiel Köln entspricht. Mehr auf der NRW-Seite

Das Infomobil von Amprion macht am Mittwoch, 14. Februar, Station vor Ort. Von 14 bis 16 Uhr steht es auf dem Rathausvorplatz in Hünxe, Dorstener Straße 24. Es gab bereits zahlreiche Infotermine mit möglichen Betroffenen. 2019 rechnet Amprion mit einer Entscheidung der Bundesnetzagentur in Bonn. 2025 soll die Trasse fertig sein, so die bisherige Planung.

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