Karneval

Voerder Karnevalsverein wirft die Kamelle tütenweise

Annabell, Enya, Johanna, Sophia und Mila (v.li.)  packen Bonbontüten für den Tulpensonntagszug des Voerder Karnevalsvereins.

Annabell, Enya, Johanna, Sophia und Mila (v.li.) packen Bonbontüten für den Tulpensonntagszug des Voerder Karnevalsvereins.

Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Voerde.  Immer weniger Menschen am Zugrand bücken sich nach einzelnen Bonbons. Der Voerder Karnevalsverein verpackt die Kamelle deswegen in Tüten.

Die Karnevalswagen sind vorbei gerollt, zermatscht und zertrampelt bleiben die nicht aufgesammelten Bonbons in der Straßenrinne liegen. „Fast 40 Prozent des Wurfmaterials werden nach unserer Kalkulation nicht aufgesammelt“, berichtet Dirk Grah vom Voerder Karnevalsverein. Wenn in diesem Jahr, am 23. Februar, der Tulpensonntagszug durch Voerde gerollt ist, soll es allerdings anders aussehen – zumindest wenn es nach dem Voerder Karnevalsverein geht.

Idee aus Düsseldorf

Der Düsseldorfer Rosenmontagszug im vergangenen Jahr brachte den Karnevalisten auf eine Idee, gegen die Verschwendung anzugehen. „Es ist falsch, dass Esswaren auf der Straße liegen“, findet Dirk Grah und deshalb verpackt er nun zusammen mit seinen Helfern die Kamelle in kleine Tüten mit jeweils zirka fünfzehn bis zwanzig Bonbons.

Seit vier Stunden sind sie an diesem Tag bereits beschäftigt. Die Plastiktüten mussten zuerst mit den selbstentworfenen Etiketten mit dem Logo des Vereins beklebt werden. „1. Voerder Karnevalsverein 1972 e. V.“ steht dort groß drauf. „Früher hatten wir keine Kamelle, sondern Pralinen mit der Aufschrift. Der Werbeeffekt ist immens, auch drei bis vier Monate später werden wir noch auf den Verein und den Umzug angesprochen“, erzählt Dirk Grah. Es sei schade, dass sich nur noch wenige Jecken nach den Bonbons bücken.

Besser für die Umwelt

In Tüten verpackt können die Bonbons nun gezielt geworfen werden. Hinzu komme, dass die Bonbons von den Vereinen aus eigener Tasche bezahlt werden und es wenig Freude bereite, wenn diese dann nicht aufgesammelt werden. Die Unfallgefahr werde auch verringert, da sonst häufig Kinder für ein einzelnes Bonbon vor den nächsten Wagen springen. „Außerdem ist es so besser für die Umwelt“, werfen die Kinder ein, die Dirk Grah beim Verpacken helfen.

Mila, Sophia, Johanna und Enya und Annabell helfen gern, schließlich fällt auch immer etwas zum Naschen für sie ab. Die Mädchen fahren beim Karnevalsumzug in Wehofen auf dem Wagen mit. Aber das Eintüten ist viel Mehrarbeit für die Karnevalisten. Zehn Stunden brauchen sie bestimmt, um alles zu verpacken, so schätzt Dirk Grah. Auch die anderen Vereine seien begeistert von der Idee, wollen sie aber in diesem Jahr noch nicht umsetzten. „Wir werden sehen was passiert“, sagt Grah im Hinblick auf die Umzüge in Voerde und Wehofen.

>>Die Züge

Der Tulpensonntagszug in Voerde mit 40 Wagen und Gruppen startet am 23. Februar, 11.11 Uhr an der Bahnhofstraße.

Der Karnevalszug der KKG Wehofen ist bereits am Samstag, 22. Februar. Das Rahmenprogramm beginnt um 14.11 Uhr am Kultur- und Freizeitzentrum Wehofen (Dr.-Hans-Böckler-Str. 289, Duisburg) mit vielen Leckereien und Getränken. Der Zug startet um 15.11 Uhr.

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