Kinderferientage

Voerder Kinder lernen spielerisch, sich zu behaupten

Im Kreis gesessen und zugeguckt: Projektleiter Ralf Schmitz zeigt den Kindern in der Turnhalle an der Rönskenstraße  in Voerde wichtige Selbstverteidigungsgriffe.

Foto: Heiko Kempken

Im Kreis gesessen und zugeguckt: Projektleiter Ralf Schmitz zeigt den Kindern in der Turnhalle an der Rönskenstraße in Voerde wichtige Selbstverteidigungsgriffe. Foto: Heiko Kempken

Voerde.   Erstmals bietet die Stadt Voerde im Rahmen der Kinderferientage den Kurs „Sicher - stark“ an. Angebot für Schüler der ersten bis fünften Klassen.

Lautes Kindergeschrei hallt durch die kleine Turnhalle an der Rönskenstraße. 20 Erst- und Zweitklässler rennen nacheinander im Kreis, ihre Turnschuhe quietschen, sobald sie den Boden berühren. Was anfangs wie Chaos wirkt, entpuppt sich schlussendlich als Stimmtraining. Es ist eine Übung, die hier im Rahmen des Projektes „Sicher - stark“ durchgeführt wird. Die Stadt Voerde hat diesen Lehrgang in diesem Jahr zum ersten Mal im Rahmen der Kinderferientage angeboten.

Schüler der ersten bis fünften Klassen sollen dabei lernen, sich selbst zu behaupten und sich notfalls auch verteidigen zu können. „Wir wollten etwas anbieten, das den Kindern auch im Alltag helfen kann“, erklärt die städtische Kinderschutzbeauftragte Astrid Weiß. Insgesamt wurden 100 Kinder für diesen Kurs angemeldet, an drei Tagen wird er angeboten. Gerade bei den Erst- und Zweitklässlern sei das Programm sehr nachgefragt gewesen, sagt Weiß.

Ein Mann, der versucht, die Kinder vom Sportplatz zu entführen oder ein Auto-Fahrer, der sie an der Bushaltestelle ausfragt: Das sind zwei der konfliktorientierten Rollenspiele, die hier geprobt werden. Gewaltpräventionsexperte Ralf Schmitz verkleidet sich und stellt die Schüler immer wieder auf die Probe. Er testet, wie sie auf die Ansprache eines mutmaßlich unbekannten Mannes reagieren, reflektiert das Verhalten anschließend mit den Kindern – und mit ihren Eltern. „Es geht um Gefahrenerkennung und -vermeidung. Gerade die realitätsbezogenen Übungen helfen dabei, das zu stärken“, sagt Schmitz, der schon viele Kinder und Eltern geschult hat.

Als die Erst- und Zweitklässler im Kreis sitzen, stellt der Trainer Alltagssituationen aus der Schule nach. Im Spiel wird geschubst, an den Haaren gezogen oder an den Armen festgehalten. Wenn ein „Lass mich bitte los“ nicht ausreicht, sollten sie lauter werden oder auch schreien, um sich in dem Schockmoment befreien zu können, erklärt Schmitz den Schülern. Auch Selbstverteidigungsgriffe zeigt er ihnen – für den Fall, dass Worte allein nicht helfen.

Die Griffe werden gemeinsam ausprobiert, anfangs im Kreis, anschließend in Zweiergruppen. Dabei ist auch mal lachen und toben erlaubt, es sind doch Ferien. Wichtig sei, dass die Kinder sich ausprobierten und dabei Stärken und Fähigkeiten entdeckten, die ihnen oftmals vorher nicht bewusst gewesen seien, sagt Trainer Schmitz. Der sechsjährige Tom zum Beispiel ist während des Kurses richtig aufgeblüht. Seine Mutter Jeanette Schroerschwarz hat ihn bei „Sicher - stark“ angemeldet, damit er lernt, mit Konfliktsituationen richtig umzugehen, vor allem auf dem Schulhof. Sie findet: „So ein Angebot ist mal was anderes, als immer in den Freizeitpark zu fahren.“

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