Krimiwoche

Voerderin macht die „Hochbahn“ zum Mittelpunkt ihres Krimis

Sabine Friemond-Kund las aus ihrem Krimi-Debüt „Hochbahn“.

Sabine Friemond-Kund las aus ihrem Krimi-Debüt „Hochbahn“.

Foto: Jochen Emde / FUNKE Foto Services

Voerde.  Buchhändlerin Sabine Friemond-Kund stellte zum Abschluss der von ihr und dem Strandhaus Ahr organisierten Krimiwoche ihr Krimidebüt vor.

Im Strandhaus Ahr ist ein Fischernetz über die gesamte Decke des großen Saals gespannt. Fünf Abende lang fragte man sich, wer wohl hinein geht: Täter, Mörder? Soweit ließen es die Autoren der Lese-reihe „Mord im Nordwesten“ nicht kommen. So ist das eben bei Krimilesungen: Dem Publikum wird nur Appetit auf den Roman gemacht, wer des Rätsels Lösung erfahren möchte, muss das Buch kaufen.

Veranstalter werden wohl zu Wiederholungstätern

Der Appetit der Gäste im Strandhaus Ahr wurde auf eine andere Art und Weise gestillt: Vorspeise, ein deftiges Hauptgericht, Dessert. Lothar Luft vom Strandhaus Ahr hatte die Buchhändlerin der Lesezeit!, Sabine Friemond-Kund, überzeugt, sich auf das Wagnis von fünf Veranstaltungen der selben Art am Stück einzulassen. Am Ende einer „mörderischen“ Woche konnte sie das Fazit ziehen: „Es war erfolgreich.“ Luft und Friemond-Kund werden wohl angesichts des „Spannenden und Kulinarischen am Rheinkilometer 800“ zu Wiederholungstätern werden.

Vier Abende lasen bekannte Autoren, zum Abschluss gab es ein besonderes Debüt. Sabine Friemond-Kund selbst stellte ihren ersten Regionalkrimi vor. Und das stieß auf ein Interesse, das die Autorin selbst kaum glauben konnte.

Aber so überraschend war der Zuspruch auch wieder nicht, schaut man sich das Konzept der Regionalkrimis an: Geht es doch darum, dass die Sensation von Verbrechen und dem Lösen von Geheimnissen am vertrauten Ort, vor der Haustür stattfindet. „Die Gegend hier ist schön und friedlich. Ich lebe gerne hier“, beginnt die erfahrene Buchhändlerin dann auch ihren Roman und setzt mit einem bedeutsamen Blick auf Einzelne im Publikum fort: „Aber ich kenne eure Geheimnisse.“

Vergangenheit und Gegenwart werden verknüpft

Die Geheimnisse in „Hochbahn“ – und das ist der besondere Reiz der Geschichte – verknüpfen Vergangenheit und Gegenwart. Christine Erlenbach ist in Voerde aufgewachsen, als Pfarrerin kehrt sie an die Grünstraße zurück. Doch als ihr Hund am Damm der Hochbahn Teile einer 100 Jahre alten Leiche findet, stehen auf einmal Spellen und Ork im Zentrum ihres Interesses. Denn die Leiche weist auf einen Mord hin, der mehr als 100 Jahre vertuscht blieb und noch in die Gegenwart hineinwirkt.

Geknüpft ist die Handlung in der Vergangenheit an einen realen Unfall beim Bau der Hochbahn bei Spellen, der allerdings ohne Personenschäden blieb. Die Quelle wurde der Buchhändlerin geradezu in die Hände gegeben: Es ist das Buch „100 Jahre Hochbahn“ von Heinrich Wuwer, der am Samstag bei der Lesung ebenso anwesend war wie Peter Hallen, der im Buch die Pfarrerin in das Archiv der Bürgerinteressengemeinschaft (BIG) führt.

Realität und Fiktion lagen also nah beieinander an diesem Abend im Strandhaus Ahr – und es gilt auch in der Heimatgeschichte noch so manches Rätsel zu lösen. Doch das ist dann nicht die Aufgabe von Pfarrerin Erlenbach...

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